Lokales

50 Jahre Sankt-Erasmus-Kirche

1963 wurde das Gotteshaus geweiht – Festprogramm am Wochenende

Alt und neu haben sich vor 50 Jahren gelungen verbunden: Der denkmalgeschützte Turm der Sankt-Erasmus-Kirche in Wernau und der Chor sind als älteste Wahrzeichen der Stadt weit über 700 Jahre alt. Seit dem Neubau anno 1963 bilden romanische wie auch barocke und gotische Bauelemente eine Symbiose mit moderner Architektur.

Der Turm der Sankt-Erasmus-Kirche ist ein geschütztes Kulturdenkmal und ein reizvoller Blickfang.Foto: Sylvia Schmid
Der Turm der Sankt-Erasmus-Kirche ist ein geschütztes Kulturdenkmal und ein reizvoller Blickfang.Foto: Sylvia Schmid

Wernau. Am kommenden Wochenende feiert die katholische Kirchengemeinde Sankt Erasmus das goldene Kirchenjubiläum. Rund 2 300 Seelen zählt die Pfarrei, die der Weihe ihres neuen Gotteshauses vor 50 Jahren gedenkt. Der Bau von drei neuen Kirchen in jener Zeit – einer evangelischen und zwei katholischen – war ein sichtbares Zeichen für die sprunghaft angestiegene Einwohnerentwicklung in den 50er- und 60er-Jahren.

Am 1. September 1963 wurde nach sechs Jahren Bauzeit die neue Sankt-Erasmus-Kirche vom damaligen Rottenburger Bischof Dr. Carl Josef Leiprecht eingeweiht. Bis es so weit war, war die Kirchengemeinde lange Jahre gefordert – sei es durch regelmäßige Bauspenden oder damit, bei den Bauarbeiten selbst mit Hand anzulegen.

Der Neubau mit seinen 800 Sitzplätzen ist ein Werk der Wernauer Architekten Josef und Alfons Denzinger. Vorangetrieben wurde das Projekt, für das es in den 30er-Jahren schon erste Pläne gab, durch die Beharrlichkeit und Überzeugungskraft des damaligen Pfarrers Eugen Schneider, der von 1944 bis 1971 Seelsorger in Sankt Erasmus war. Nicht immer war es für Pfarrer und Gemeindemitglieder leicht, während der relativ langen Bauphase im kirchlichen Leben mit provisorischen Räumlichkeiten zurechtzukommen. Die riesige Baugrube hob damals eine amerikanische Pioniereinheit mit großem Gerät aus. Das sparte der Kirchenkasse rund 35 000 Mark. Dennoch hat das Gotteshaus damals etwa eine Million Mark gekostet.

Über 700 Jahre alt ist die Sankt-Erasmus-Gemeinde. Die früheste Erwähnung der Pfarrei und damit auch der Pfarrkirche stammt aus dem Jahr 1275. Hans von Wernau ließ im ummauerten Schlossareal die spätmittelalterliche Kirche mit romanisch-gotischen Stilelementen erbauen. Die Kirche wurde „erweitert und renoviert im Jahre des Heils 1882“ – so steht es über dem Portal am alten Turm.

Während das Kirchenschiff abgerissen wurde, sind Turm und Chor der alten Kirche als geschützte Kulturdenkmale und als Blickfang erhalten geblieben. Die Bronze der Kirchenglocken musste in den beiden Weltkriegen als „Kanonenfutter“ herhalten. Das heutige achtstimmige Geläut, das 1953 und 1963 gegossen wurde, verdankt die Kirche ihrem Erbauer und Seelsorger Pfarrer Eugen Schneider.pm

Festprogramm

Am Samstag, 31. August, findet ein geselliger Abend im Gemeindesaal mit Speis und Trank und einem unterhaltsamen Programm, gestaltet von den Gruppierungen der Kirchengemeinde, statt. Beginn ist um 19 Uhr. Am Sonntag, 1. September, gibt es um 10 Uhr einen Jubiläumsgottesdienst mit Dekan Paul Magino und unter Mitwirkung eines Projektchores aus der Kirchengemeinde Sankt Erasmus. Anschließend findet ein Stehempfang statt. Darüber hinaus wird am Sonntag, 6. Oktober, ein Kirchenkonzert zum Abschluss des Jubiläumsjahres veranstaltet. Gestaltet wird es von der Stadtkapelle Wernau und dem Kirchenchor Sankt Erasmus. Beginn ist um 19 Uhr in der Sankt-Erasmus-Kirche.pm

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