Lokales

An der Burgruine nagt der Zahn der Zeit

Kasematten am Hohenneuffen werden saniert – Nächstes Projekt ist die Löschwasserversorgung

An der Burg Hohenneuffen steht wieder ein Gerüst. Derzeit werden die Kasematten der Ruine saniert. Im Herbst soll die Löschwasserversorgung erneuert werden. An der mittelalterlichen Festung bestehe „steter Sanierungsaufwand“, sagt die zuständige Behörde des Landes, das Amt für Vermögen und Bau in Ludwigsburg.

Wer zum Hohenneuffen hinaufgeht, kann das Gerüst oberhalb des Wegs gar nicht übersehen. Die Kasematten der Burgruine müssen sani
Wer zum Hohenneuffen hinaufgeht, kann das Gerüst oberhalb des Wegs gar nicht übersehen. Die Kasematten der Burgruine müssen saniert werden, Fels und Mauerwerk werden gesichert.Foto: Gerhard Einsele

Neuffen. Besitzer älterer Häuser können ein Lied davon singen: Hat man einen Schaden ausgebessert, entdeckt man schon den nächsten. Die Renovierung kann zur Daueraufgabe werden. An der Burg Hohenneuffen wird bereits seit einigen Jahren fleißig gewerkelt und saniert.

Dass alte Gemäuer ins Geld gehen können, hat in den vergangenen Jahren auch der Landkreis Esslingen als Eigentümer der Burgruine Reußenstein erfahren müssen. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass der weit über die Stadtgrenzen hinaus beliebte Mittelaltermarkt auf dem Hohenneuffen in diesem Jahr ausfällt. Die einst uneinnehmbare Festung war in der Gefahrenpotenzial-Analyse des Ludwigsburger Amts für Vermögen und Bau durchgefallen. Der Rettungsweg durch den engen Tunnel am Burgeingang sei für maximal 300 Personen geeignet – zu wenig, falls bei einer Veranstaltung Panik ausbrechen sollte, lautet die Analyse. Das bedeutete das vorläufige Aus für die Großveranstaltung (wir berichteten). Spätestens seit der Katastrophe bei der Love-Parade in Duisburg vor drei Jahren mit 21 Todesopfern achten die Behörden verstärkt darauf, dass die Sicherheit von Besuchern bei Großveranstaltungen gewährleistet ist.

Das Amt für Vermögen und Bau ist aber nicht nur für die Sicherheit des Hohenneuffen zuständig, sondern auch für dessen Erhalt. Und dafür wurde und wird eine Menge investiert: Allein in den vergangenen drei Jahren gab das Land mehr als 1,4 Millionen Euro für die Sanierung und Sicherung der Ruine aus. Teuerster Posten war mit 700 000 Euro der Neubau der Brücke zum Burghof in den Jahren 2010/2011. Die Sanierung der Kasematten schlage voraussichtlich mit 360 000 Euro zu Buche, sagt Raphaela Sonnentag, Leiterin des Ludwigsburger Amts. „Der Hohenneuffen steht an exponierter Stelle“, erklärt sie. Deshalb sei das weithin sichtbare Wahrzeichen am Albtrauf hoch über Neuffen der Witterung in besonderem Maße ausgesetzt. Hinzu komme, dass die gesamte Anlage auf einem Felssporn aus Weißjurakalk stehe. Dieses Gestein wasche mit der Zeit aus und sorge dafür, dass sich immer wieder Fels- oder Mauerteile lösen könnten. „Wir haben einen steten Sanierungsaufwand“, betont die Amtsleiterin.

Als nächstes großes Projekt stehe der Ausbau der Löschwasserversorgung an. Im Herbst sollen in einem ehemaligen Heizungskeller zwei Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von 25 000 Litern installiert werden. Sie sollen Hydranten in der gesamten Festungsanlage speisen, die mit Pumpen vor Ort angeschlossen werden können. Der Bau der Wasserversorgung soll 60 000 Euro kosten.

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