Lokales

Aus dem Rathaus „befreit“

Übung der Feuerwehr Ohmden zeigt Brandbekämpfung und Menschenrettung

Bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Ohmden wurden fünf Menschen aus dem brennenden Rathaus gerettet. Die Zuschauer konnten sich vom guten Leistungsstand der Wehr überzeugen.

Heil und wohlbehalten konnten alle Testpersonen das Rathaus verlassen.Foto: Rainer Stephan
Heil und wohlbehalten konnten alle Testpersonen das Rathaus verlassen.Foto: Rainer Stephan

Ohmden. Das von Steffen Rückschloß ausgearbeitete Übungsszenario ging von einem Brand im Rathaus aus, in dessen Ober- und Dachgeschoss sich noch fünf Menschen aufhielten. Markus Lenz nahm für den verletzten Kommandanten Reiner Preyß die Begrüßung vor und kommentierte den gesamten Übungsablauf.

Lenz animierte eine Zuschauerin, mit ihrem Handy über den Notruf 112 die Leitstelle Esslingen vom Brand zu informieren. Kurze Zeit später fuhr bereits ein über den Melder alarmierter Feuerwehrmann mit seinem Auto am Rathaus vorbei in Richtung Feuerwehrmagazin, um den Zuschauern ein reales Bild über den Einsatzablauf zu demonstrieren.

Dem bald darauf eintreffenden Löschfahrzeug schollen laute Hilfeschreie einer im Dachgeschoss eingeschlossenen Frau entgegen. Nach kurzer Lageerkundung erteilte Gruppenführer Andreas Rückschloß in Absprache mit Einsatzleiter Steffen Rückschloß an die Fahrzeugbesatzung den Befehl zur Menschenrettung. Sogleich drang der Angriffstrupp unter Atemschutz in das Gebäude ein, um im total verrauchten Haus nach den Eingeschlossenen zu suchen. Parallel dazu baute der Wassertrupp eine Wasserversorgung auf, um danach als Sicherungstrupp für die Atemschutzträger zu fungieren.

Sowohl das Tragkraftspritzenfahrzeug als auch das Tanklöschfahrzeug wurden südöstlich des Gebäudes in Stellung gebracht. Den beiden Besatzungen oblag nach dem Aufbau einer weiteren Wasserversorgung vor allem die Vornahme einer „Riegelstellung“, um ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarte Kirche zu verhindern. Ein weiterer Trupp war für die Sicherung eines Atemschutztrupps verantwortlich.

Schon bald konnte Jungfeuerwehrmann Hannes Haußer, der als Proband diente, gerettet werden. Er wurde übers Treppenhaus von zwei Feuerwehrleuten hinausgetragen und den Helfern des Roten Kreuzes übergeben.

Die Drehleiter aus Weilheim wurde vor dem Gebäude Hauptstraße 24 positioniert. Kurz darauf konnte die eingeschlossene Frau übers Dachfenster des Archivs aus ihrer misslichen Lage befreit und im Korb sicher nach unten gebracht werden. Wenig später erlebte ein Gemeinderat dieselbe Rettungsaktion aus dem danebenliegenden Sitzungssaal.

Zwei weitere Verletzte wurden von den Suchtrupps im Sitzungssaal aufgespürt. Zum Schutz vor Rauch und Gasen bekamen sie eine „Fluchthaube“ über den Kopf gestülpt. Am Sammelplatz neben dem Dorfbrunnen sorgten die Helfer der DRK-Bereitschaft Weilheim für die erstklassige Versorgung der „Testpersonen“.

Letztlich wurden alle gerettet und der Brand erfolgreich bekämpft, sodass mit der Gebäudeentlüftung und den Aufräumarbeiten eine eindrucksvolle Schauübung endete. Sprecher Markus Lenz hob in seinem Resümee ans Publikum hervor: „365 Tage im Jahr stellen wir unsere Freizeit für ihre Sicherheit zur Verfügung“.

Bei der Manöverkritik im Feuerwehrhaus ließ Steffen Rückschloß die Übung noch einmal Revue passieren. Bürgermeister Martin Funk freute sich, dass „alles geklappt hat“ und dankte den Übungsbeteiligten. Auch stellvertretender Kreisbrandmeister Werner Kuttler fand kein Haar in der Suppe. Ein gemeinsames Essen ließ die erfolgreiche Veranstaltung ausklingen.

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