Lokales

Baumarbeiten am Alleenring

Einsatz sowohl an der Bastionsmauer als auch in den Baumkronen der Platanen

Um die Verkehrssicherheit am Alleenring zu gewährleisten, wurde gestern die Alleenstraße zwischen dem Kreisverkehr am Schweinemarkt und der Herdfeldstraße zwischen 9 und 16 Uhr für Baumarbeiten voll gesperrt. Heute ist die Strecke wieder freigegeben.

Auch ein Großteil des Efeu-Bewuchs an der Bastion wurde beim gestrigen Pflegeeinsatz am Alleenring entfernt.Foto: Jean-Luc Jacqu
Auch ein Großteil des Efeu-Bewuchs an der Bastion wurde beim gestrigen Pflegeeinsatz am Alleenring entfernt.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Hoch oben in den Kronen der Bäume am Club Bastion, mehrere Meter über den Köpfen der Fußgänger und Autofahrer, sind gestern mehrere Männer durch Seile gesichert mit Ketten- und Laubsägen im Geäst zugange gewesen. Auch vor den Außenwänden der Bastion machten sie nicht halt: Hier wurde am Vormittag das Mauerwerk vom Efeu befreit. Für viele Kirchheimer war dies mit Sicherheit ein ungewohnter Anblick.

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„Das ist alles Teil unseres heutigen Pflegeeinsatzes“, betont Christian Reichle von der Firma Albrecht Bühler Baum und Garten. „Es war viel Fremdbewuchs in den Fugen der Bastionsmauer, den wir mit dem Sandstrahler entfernen mussten.“ Hauptsächlich werden hier aber im Auftrag der Stadt die Bäume auf Schädlingsbefall kontrolliert. Insbesondere gehe es dabei um die Massaria-Baumkrankheit. „Wir suchen in den Kronen gezielt nach befallenen Ästen und schneiden diese vorsorglich herunter, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.“

Massaria ist eine Pilzerkrankung, die vor allem an älteren Platanen auftritt. Wo „normal“ abgestorbene Platanenäste nur verblassen, verfärben sie sich bei Massaria braun. Bei längerer Befallsdauer könne es außerdem zum streifenförmigen Absterben der Rinde am Stamm selbst kommen. Begünstigt durch die dunklen Sporen des Pilzes, beginnt das Holz an diesen Stellen dann, sich zu zersetzen. Ein derartig destabilisierter Baum wird zur potentiellen Bedrohung für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger, die von herabstürzenden Ästen getroffen werden könnten.

„Es ist ein Standardprogramm, was hier läuft. Die Bäume werden über das Jahr verteilt regelmäßig kontrolliert, je nach Pflegebedarf“, erklärt Martin Müller, Baumsachverständiger der Stadt Kirchheim. Wegen der häufigen Verwendung von Platanen als Straßen- und Stadtbaum stellen Pilzkrankheiten wie Massaria eine erhebliche Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit dar. Regelmäßige, präventive Pflegemaßnahmen wie diese seien deshalb unerlässlich. „Es wird hier aber auch normale Baumpflege betrieben und Totholz aus den Kronen entfernt, das sich über den ganz natürlichen Bildungsprozess angesammelt hat“, erklärt Martin Müller weiter. Auch der schwere Hagelschlag von Ende Juli hat deutliche Spuren an den Stadtbäumen hinterlassen. An vielen der heruntergeschnittenen Äste ist gut zu erkennen, wo das Holz aufgeplatzt ist und so dem Pilzbefall eine willkommene Angriffsfläche geboten hat.

Die Kontrollen haben außerdem artenschutzrechtliche Komponenten: „Wir kontrollieren die Bäume auch auf Höhlen, in denen sich beispielsweise Spechte und Fledermäuse ansiedeln.“ Solche Hohlräume seien besonders anfällig für Fäule. „Spechthöhlen an sich wirken sich nicht immer negativ auf die Stabilität des Baumes aus“, weiß der Experte. „Aber angesichts von schweren Herbststürmen wie ‚Christian‘ sollte man auf jeden Fall lieber früher als später ein Auge auf solche potentiellen Schwachpunkte haben.“