Lokales

Baumpflege fördern und Wissen vermitteln

Ergebnisse und Erfolge des Life+-Projekts

Seit April 2009 läuft das Life+-Projekt „Vogelschutz in Streuobstwiesen“. Jetzt neigt es sich seinem Ende zu. Projektleiterin Heike Seehofer vom Regierungspräsidium Stuttgart informierte am Freitag in der Dettinger Schlossberghalle über die Ergebnisse und Erfolge des von der Europäischen Union geförderten Projekts.

Dettingen. Das Life+-Projekt erstreckt sich von Geislingen an der Steige bis Reutlingen und umfasst auch ein Areal im Remstal bei Schorndorf und nördlich davon im Wieslauftal. Das Projektgebiet ist 450 Quadratkilometer groß. 58  Kommunen in den Landkreisen Esslingen, Göppingen und Reutlingen sowie im Rems-Murr-Kreis beteiligten sich an der Aktion.

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Ziel ist es, gefährdete Vogelarten wie den Halsbandschnäpper oder den Wendehals zu schützen, sagte Heike Seehofer. Die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen sei nicht mehr rentabel, dadurch komme es zu Pflegerückständen an den Bäumen, ergänzte sie. Mit dem Life+-Projekt wolle man zum einen die Baumpflege fördern und damit Lebensräume für bedrohte Vögel schaffen und zum anderen Wissen vermitteln. Denn vielen sei es schlichtweg nicht bekannt, wie man die Wiesen bewirtschaftet.

Heike Seehofer ging auf die wichtigsten Maßnahmen ein, die im Rahmen des Life+-Projekts umgesetzt wurden beziehungsweise zum Teil noch werden. Dazu zählt die Pflege von etwa 8 300 Bäumen auf 196 Hektar kommunaler Fläche sowie von 7 400 Bäumen auf 335 Hektar Privatfläche. Außerdem seien in 21 Gemeinden 31 „Wartungsverträge“ über die Projektlaufzeit von Life+ hinaus abgeschlossen worden. Darüber hinaus sei es gelungen, neue „halb offene Landschaften“ zu schaffen, wie es zum Beispiel in Dettingen auf zwölf Hektar gemeindeeigener Fläche zu sehen ist. Dort stehen weniger pflegeintensive Bäume, die deshalb von Landwirt und Schäfer gut zu bewirtschaften sind. Die Projektleiterin sprach in diesem Zusammenhang auch den neuen Dettinger Streuobstwiesen-Erlebnispfad zwischen Friedhof und Käppele an. Hier kann man sich auf neun Tafeln über die gefiederten Bewohner des Lebensraums Streuobstwiese und deren Schutz informieren (wir berichteten).

Insgesamt sei man mit 1 000 Wieseneigentümern in Kontakt getreten, informierte Heike Seehofer weiter. Man habe 49 Menschen zum „Kulturlandschaftsführer Streuobstwiesen – Die Obstler“ ausgebildet und unterschiedliche Fortbildungen angeboten – zum Beispiel zum gewerblichen Obstbaumpfleger oder zum Fachwart. Auch Privatleute und Vereinsmitglieder habe man mit diesen Fortbildungen angesprochen.

„Das Projekt hat das Zusammenwirken von Naturschutz und Obstbau gefördert“, zog Heike Seehofer ein Fazit. „Wir haben unterschiedliche Akteure zusammengebracht. Und nun hoffen wir, dass diese Akteure die Ziele von Life+ weiterverfolgen werden.“