Lokales

Berufliche Schulen in Bewegung

Schulen am Standort Kirchheim geben Ausbildungsgänge ab, bekommen aber auch neue hinzu

Die Berufschullandschaft des Landkreises Esslingen verändert sich. Um die Schulen zukunftsfähig zu machen, werden Ausbildungsgänge an Standorten konzentriert und neue Schwerpunkte geschaffen. Auch Kirchheim ist betroffen.

MES - Max-Eyth-Schule - Gewerbliche SchuleLokomotive, EisenbahnBerufsschule
MES - Max-Eyth-Schule - Gewerbliche SchuleLokomotive, EisenbahnBerufsschule

Kreis Esslingen. Acht berufliche Schulen betreibt der Landkreis Esslingen, davon drei mit kaufmännischer, drei mit gewerblicher und zwei mit hauswirtschaftlicher Ausrichtung. Angesichts sinkender Schülerzahlen und teils maroder Schulgebäude haben sich Verwaltung und Kreistag in diesem Jahr die Frage gestellt, ob sich alle acht Schulen halten lassen. Auf dem Tisch war unter anderem eine Lösung, die vorsah, die gewerblich-technische Max-Eyth-Schule in Kirchheim sowie die kaufmännische Albert-Schäffle-Schule in Nürtingen zu schließen.

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Diese Variante hat der Kreistag im Juli abgelehnt und sich für den Erhalt aller Schulstandorte ausgesprochen. Ein „Weiter so“ wird es dennoch nicht geben. Ziel ist es, bestimmte Ausbildungsgänge an Standorten zu bündeln und so Kompetenzzentren zu schaffen. Zudem sollen die teils maroden Schulen Schritt für Schritt saniert beziehungsweise abgerissen und neu gebaut werden. Letzteres beträfe möglicherweise die Albert-Schäffle-Schule in Nürtingen.

Bei der Neuausrichtung der beruflichen Schulen hangelt sich die Verwaltung an einem Masterplan entlang, der gestern im Kultur- und Schulausschuss vorgestellt wurde. Als erster Schritt ist geplant, rein pädagogische Veränderungen anzugehen, die ohne Baumaßnahmen umsetzbar sind. Dabei handelt es sich um Verschiebungen einzelner Ausbildungsgänge und um die Einsetzung neuer Bildungsgänge.

Davon sind unter anderem auch die beiden beruflichen Schulen in Kirchheim, die kaufmännische Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule (JFS) und die gewerbliche Max-Eyth-Schule (MES) betroffen. Bereits zum nächsten Schuljahr werden in der JFS keine Kaufmänner und -frauen im Groß- und Außenhandel mehr ausgebildet, zugunsten einer Konzentration dieses Ausbildungsberufs an der Albert-Schäffle-Schule (ASS) Nürtingen und der John-F.-Kennedy-Schule (JFKS) Esslingen. Dafür bekommt die Kaufmännische Berufsschule an der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule in den kommenden Jahren einen Ausbildungsgang hinzu: Künftig sollen dort Fachkräfte in den Bereichen Kurier, Postdienstleistungen und Lagerist ausbebildet werden. Wann der Ausbildungsgang genau startet, ist bisher noch unklar.

Auch an der Max-Eyth-Schule, die im laufenden Schuljahr einen erheblichen Schülerrückgang zu verkraften hat (siehe Infokasten), gehen die Strukturveränderungen nicht spurlos vorbei. Die Ausbildung zum Werkzeugmacher, die vorher an der Friedrich-Ebert-Schule angesiedelt war, wird an der Max-Eyth-Schule konzentriert. Dafür gibt die Max-Eyth-Schule zum kommenden Schuljahr unter anderem den Ausbildungsgang Industriemechanik an die Philipp-Mat­thäus-Hahn-Schule (PHMS) ab. Das einjährige Berufskolleg I Technik wird ebenfalls langfristig an der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule konzentriert.

Die Sanierung der maroden Schulgebäude soll in Kirchheim 2016 beginnen. Zunächst ist die Albert-Schäffle-Schule in Nürtingen dran. Bei einer Standortuntersuchung auf dem Säer soll zunächst geklärt werden, ob eine Generalsanierung oder ein Neubau auf dem Säer wirtschaftlicher ist. „Die Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte Landrat Heinz Eininger in der Ausschusssitzung. Er rief die Schulleitungen an jenen Standorten, an denen es zwei Schulen gibt, dazu auf, Fachräume, Mensen, Bibliotheken und Sporthallen gemeinsam zu nutzen. „Anders geht es nicht.“