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„Dann bin ich wieder dabei“

Die Kinder wollen das Sommerlager des Kreisjugendrings gar nicht enden lassen

Im Sommerlager in Obersteinbach lernen die Kinder auch so manche akrobatische Fähigkeit. Beim Jonglieren sind sie alle mit Begei
Im Sommerlager in Obersteinbach lernen die Kinder auch so manche akrobatische Fähigkeit. Beim Jonglieren sind sie alle mit Begeisterung dabei und üben gemeinsam mit ihrem Betreuer. Foto: Jennifer Münster

Obersteinbach. Das Zeltlager des Kreisjugendrings Esslingen in Obersteinbach lässt Kinderherzen höher schlagen: Baumhaus bauen, Stockbrot am Lagerfeuer und aufregende Abenteuer stehen auf dem Tagesplan. 56 Kinder im Alter von acht bis vierzehn Jahren können zwei Wochen lang im Sommerzeltlager ihrer Fantasie freien Lauf lassen und ihre Ferien genießen.

Für manche Kinder ist es der erste Urlaub überhaupt. Oftmals können sich Familien den Aufenthalt ihrer Kinder im Ferienlager nicht leisten. Aus diesem Grund vergibt der Kreisjugendring auch Plätze an Kinder aus sozial schwachen Familien. Möglich wäre dies jedoch nicht ohne Spenden des Lions-Clubs Nürtingen-Kirchheim und Round Table. Sie fördern seit acht Jahren Ferienaufenthalte für Kinder im Lager des Kreisjugendrings in Obersteinbach.

Die Mittel für diese Unterstützung speisen sich aus Veranstaltungen, welche von den Clubs organisiert werden. Hinzu kommen dieses Jahr noch zwei Spenden in Höhe von je 500 Euro von den zwei Rotary-Clubs der Region Nürtingen-Kirchheim. Den Scheck über insgesamt 4 500 Euro überreicht der Präsident des Lions-Clubs Rainer Laskowski zusammen mit seinen Clubmitgliedern jetzt in Obersteinbach an die stellvertretende Geschäftsführerin des Kreisjugendrings-Esslingen Elke Hierlemann. Die Kinder haben für den Besuch des Lions-Clubs extra ihren Holzesel in einen Löwen umgewandelt und eine Führung durch das Lager vorbereitet.

Dieses Jahr ermöglicht die Spende 27 Kindern einen Platz im Zeltlager Obersteinbach. Die Kinder erfahren allerdings bewusst nicht, wer mit den Geldern unterstützt wird. „Wir wollen nicht, dass die Kinder in irgendeiner Weise gehemmt sind“, erklärt die Lagerleiterin Sandra Schmid.

Spiel und Spaß stehen im Sommerlager an oberster Stelle. Doch die Kinder haben auch Aufgaben und Pflichten. Beispielsweise werden sie eingeteilt in Küchendienste und müssen auch die Toiletten putzen. „Aber das ist nicht so schlimm, das macht auch Spaß!“, meint die elfjährige Selin aus Hochdorf.

Sie erzählt, wie sie und ihre Freunde beim Mottotag „Universum“ gegen Aliens antraten und im nahegelegenen Wald Aufgaben erfüllen mussten. Fünf Mottotage haben sich die 14 Betreuer ausgedacht, aber eigentlich steht jeden Tag etwas Besonderes auf dem Programm. Heute Abend gibt es ein Freilichtkino, an einem anderen wollen die Kinder im Freien übernachten.

„Gestern habe ich zum ersten Mal eine Sternschnuppe gesehen!“, freut sich Selin und beweist damit, dass im Sommerlager ganz besondere Erinnerungen geschaffen werden.

Während ihres Aufenthalts haben die Kinder meist keinen Kontakt zu ihren Familien, denn Handys sind im Zeltlager nicht erlaubt. Besonders abends plagen sich manche Kinder mit Heimweh, doch die Betreuer sind darauf vorbereitet.

„Wir motivieren die Kinder, noch eine Nacht ohne Anruf bei den Eltern zu überstehen. Und am nächsten Tag ist dann meistens alles wieder gut“, erzählt Sandra Schmid. Und damit die Kinder nicht zusätzlich von Albträumen geplagt werden, haben sie mit ihren Betreuern Traumfänger gebastelt, die nun jedes Zeltinnere schmücken.

Diese vielen Kleinigkeiten machen das Zeltlager zu etwas ganz Besonderem. Die Kinder können sich selbst­ständig für Projekte entscheiden oder mit ihren teils neuen Freunden spielen. Einige basteln auch zusammen mit ihren Betreuern kostbare Erinnerungsstücke an die Zeit im Sommerlager.

Viele Jungs wie der vierzehnjährige Dominik aus Wolfschlugen verbringen den Tag hingegen hauptsächlich auf dem Bolzplatz des Anwesens. Er ist bereits zum dritten Mal im Sommerlager in Obersteinbach und freut sich, dass er nächstes Jahr noch einmal herkommen darf.

Das Ferienlager wird im kommenden Sommer neu aufgeteilt und ausgerichtet. Bisher konnten sich die Kinder für zwei Termine in den Sommerferien anmelden, wobei der erste am Ferienanfang stets überbucht gewesen ist. Nächstes Jahr soll es ein Lager für jüngere Kinder und ein anderes für die Zehn- bis Fünfzehnjährigen geben. „Wir wollen ein neues Konzept ausprobieren“, erklärt Sandra Schmid den Umbruch. „Dann können wir das Programm auch besser auf die Kinder abstimmen.“

Die Neuerung hören auch die Kinder zum ersten Mal. So sind Dominik und seine Freunde zunächst ziemlich erstaunt, aber auch erleichtert darüber, dass es nicht ihr letztes Jahr im Sommerlager ist.

Sandra Schmid freut sich ebenfalls darauf, die Kinder im nächsten Jahr wiedersehen zu können. „Ich bin dann auf jeden Fall wieder dabei“, verspricht Dominik, und seine Freunde, mit denen er schon seit Jahren das Sommerlager besucht, nicken zustimmend. Sie freuen sich schon darauf, sich im Sommer 2014 alle wiederzusehen.

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