Lokales

Das „Juwel“ soll neu erglänzen

Die Stadt Kirchheim richtet einen wissenschaftlichen Museumsbeirat ein – Experten arbeiten ehrenamtlich

Das Kirchheimer Kornhaus soll aufgepeppt werden: Die Dauerausstellung im Städtischen Museum ist in die Jahre gekommen, eine neue Konzeption steht an. Die Stadt Kirchheim holt sich dafür den Rat renommierter Experten, und das auch noch kostenlos. Vorgeschlagen für einen wissenschaftlichen Museumsbeirat sind fünf Fachleute, die allesamt ehrenamtlich fungieren.

Nachdenklicher Blick auf einen Teil der Dauerausstellung im Kornhaus: In absehbarer Zeit sollen die Mitglieder eines wissenschaf
Nachdenklicher Blick auf einen Teil der Dauerausstellung im Kornhaus: In absehbarer Zeit sollen die Mitglieder eines wissenschaftlichen Museumsbeirats einen konstruktiv-kritischen Blick auf die Ausstellung und die Bestände des Städtischen Museums werfen und eine Neukonzeption erarbeiten.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Seit gut 15 Jahren gebe es Überlegungen, „wie das Museum neu aufgestellt werden kann“, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker im Finanz- und Verwaltungsausschuss, um das Beiratskonzept vorzustellen. Zum Museum selbst meinte sie: „Wir haben da ein ungeheures Juwel in unserer Stadt.“ Um im Bild zu bleiben, geht es jetzt darum, dieses Juwel so aufzupolieren, dass es nicht nur neu erglänzt, sondern nach Möglichkeit auch strahlender und heller als jemals zuvor. Zunächst einmal soll sich der Beirat um eine neue Ausrichtung der Dauerausstellung kümmern. Erst in einem zweiten Schritt gehe es um die Gebäudesanierung im Kornhaus. Letzteres sei immer auch von den finanziellen Möglichkeiten abhängig.

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Beim wissenschaftlichen Beirat für das Museum indessen spielen die Finanzen keine Rolle in den Überlegungen der Stadt. Weil der Expertenrat ehrenamtlich erteilt werden soll, haben sich die Ausschussmitglieder leichten Herzens und einstimmig für das neue Gremium ausgesprochen.

Um die Einsparmöglichkeiten zu verdeutlichen, war Stadtarchivar Joachim Brüser noch einmal auf ein Gutachten eingegangen, das seit 15 Jahren in der Schublade liege: Bevor die Dauerausstellung neu gestaltet wird, wäre eigentlich ein neues Gutachten erforderlich – „für viel Geld“. Den wissenschaftlichen Museumsbeirat nannte er „die ehrenamtliche Alternative zum Gutachten“.

Er selbst wird dem neuen Beirat bedingt durch sein Amt als Stadtarchivar angehören. Hinzu kommen die Oberbürgermeisterin und Museumsleiterin Stefanie Schwarzenbek. Der Beirat solle einerseits die inhaltliche Neukonzeption der Dauerausstellung „beratend begleiten“, andererseits auch die regelmäßigen Sonderausstellungen, sagte die Museumsleiterin. Gedacht sei an ein bis zwei Beiratssitzungen pro Jahr.

Zum Kreis der renommierten Experten, die den insgesamt maximal achtköpfigen Beirat ergänzen sollen, zählen außer Kreisarchivar Manfred Waßner und der Stuttgarter Landeskunde-Professorin Sabine Holtz noch drei Museumsleiter: Andreas Schmauder vom Museum Humpis-Quartier in Ravensburg, der zugleich auch das Ravensburger Stadtarchiv leitet, Melanie Prange vom Diözesanmuseum Rottenburg, die zugleich auch als Diözesankonservatorin fungiert, sowie Ursula Teutrine vom Stadtmuseum Fellbach.

Wilfried Veeser (CDU) freute sich über die „tolle Idee“, ehrenamtliche Experten für die Mitarbeit zu gewinnen. Er fragte an, ob der Beirat nicht noch durch ein Gemeinderatsmitglied ergänzt werden könne. Dieser Anregung erteilte die Oberbürgermeisterin aber eine klare Absage, unter Verweis auf den wissenschaftlichen Schwerpunkt der Beiratsarbeit. Bevor ein Vorschlag des Beirats umgesetzt werde, komme das Thema ohnehin in den Gemeinderat.

Andreas Kenner (SPD) sprach sich ebenfalls dafür aus, die Wissenschaftler zunächst in ihrem eigenen Kreis Vorschläge erarbeiten zu lassen, ohne den Beirat zusätzlich durch Laien zu erweitern. Auch er sprach von vielen „Schätzen im Museum“, die es neu zu präsentieren gelte. Letzteres entspricht auch ganz den Vorstellungen von Christoph Miller (Freie Wähler): Die Dauerausstellung im Museum gebe es schon sehr lange – „es wäre schön, wenn da was Neues käme.“