Lokales

Das Taschengeld aufbessern

Wer in den Sommerferien seinen Geldbeutel füllen möchte, muss einiges beachten

Ferienjobs sind beliebt. Egal ob Schüler oder Student – anstatt auszuspannen verbringen zahlreiche junge Menschen ihre Ferien damit, sich ein paar Euro dazuzuverdienen und dabei noch neue Erfahrungen zu sammeln.

Ein Klassiker unter den Ferienjobs: Briefzusteller bei der Post. Archiv-Foto: Jean-Luc Jacques
Ein Klassiker unter den Ferienjobs: Briefzusteller bei der Post. Archiv-Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Ganz egal ob der Führerschein ansteht oder ob man einfach gerne etwas mehr Geld in der Tasche hätte – Schüler- und Ferienjobs sind für viele Jugendliche und junge Leute eine willkommene Gelegenheit, das Taschengeld aufzubessern.

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Doch natürlich gibt es Regeln, die dabei zu beachten sind. Nicht jedem ist es ohne weiteres erlaubt, einen Job in den Ferien auszuüben. Laut Jugendarbeitsschutzgesetz darf man etwa gar nicht arbeiten, wenn man noch keine 15 Jahre alt ist. Es sei denn, man ist älter als 13 Jahre und hat die Einwilligung seiner Eltern. Und selbst dann gilt, dass man an Werktagen zwischen 8 und 18 Uhr nicht länger als zwei Stunden und keinesfalls während der Schulzeit arbeiten darf. Außerdem muss der Job einer leichten und dem Alter angemessenen Tätigkeit entsprechen – darunter fallen aus diesem Grund auch die „klassischen“ Schülerjobs wie Prospekte und Zeitungen austragen, Nachhilfe geben oder Babysitten. Schwerere und anstrengendere Arbeiten sind selbst mit dem Einverständnis der Eltern verboten.

Aber auch wenn man das 15. Lebensjahr vollendet hat, gibt es einiges zu beachten. So gilt für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren: Die Beschäftigung darf nicht mehr als acht Stunden täglich und maximal fünf Tage pro Woche in Anspruch nehmen und muss zwischen sechs Uhr morgens und acht Uhr abends liegen. Ab 16 Jahren wird in manchen Branchen aber ausgeweitet: So darf dann im Gastgewerbe in Ausnahmefällen auch mal bis 22 Uhr gearbeitet werden, in Schichtbetrieben teilweise sogar bis 23 Uhr.

„Ferienjobs sind natürlich auch im Großraum Kirchheim ein Thema“, sagt Tobias Krause, Leiter der Agentur für Arbeit Kirchheim. Die im Rahmen eines Ferienjobs möglichen Tätigkeitsbereiche seien dabei so vielseitig wie die Zahl der Arbeitgeber vor Ort. Ob als Aushilfe in Produktion, Verkauf und Büro, als Briefträger oder Reinigungskraft – Ferienjobs entstehen meist dort, wo gerade in den Sommermonaten kurzfristig Personalbedarf aufkommt. Tobias Krause stellt aber auch fest: Beziehungen sind in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Nicht immer werde eine offene Ferienstelle über die Arbeitsagentur vermittelt. Stattdessen komme man immer häufiger über Kontakte und Empfehlungen aus dem Umfeld von Betriebsmitarbeitern erfolgreich an einen Ferienjob – sei es über Familienangehörige, Nachbarn oder Bekannte. „Das ist mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr“, sagt der Kirchheimer Agenturleiter.

Es empfiehlt sich also, sich im persönlichen Umfeld umzuhören. Doch auch wenn man keine derartigen Beziehungen vorweisen kann, sollte man nicht verzagen. Eine persönliche Nachfrage bei den Unternehmen kostet nichts und kann in manchen Fällen schon für den benötigten persönlichen Kontakt sorgen. Auch Initiativbewerbungen haben nach wie vor Chancen auf Erfolg und werden in vielen Betrieben positiv gesehen. Und wenn man bereits einmal Ferienjobber in einem Betrieb war, stehen die Chancen gut, erneut dort unterzukommen.

Wer sich in diesen Sommerferien um einen Ferienjob bei den in der Region ansässigen Firmen bewerben möchte, sollte sich allerdings ranhalten: Viele der begehrten Stellen sind entweder bereits vergeben oder werden in diesem Jahr gar nicht erst angeboten. So sind Anfragen beispielsweise bei Keller Lufttechnik, Recaro Automotive und Holder Oberflächentechnik aus Kirchheim bereits vergebens.

Kurzfristiger Bedarf kann indes bei Eloxal Barz in Notzingen aufkommen, ist vom Unternehmen zu erfahren. Der Bedarf sei zwar weitgehend gedeckt, weil man auch auf Ferienjobber aus vergangenen Jahren zurückgreifen könne. Nachfragen schade aber nicht.

„Bei uns ist die Nachfrage zwar durchaus vorhanden“, meldet Sandra Rose von der Personalabteilung der Papierfabrik Scheufelen in Len­ningen, die im vergangenen Jahr noch Ferienjobber beschäftigte, „aber in diesem Jahr bieten wir keine Ferienjobs an, weil ausreichend Personal zur Verfügung steht.“

Manche Betriebe hingegen, wie beispielsweise die Wilhelm Kächele GmbH aus Weilheim, stellen selber keine Ferienjobs, sondern decken ihren Personalbedarf in den Sommermonaten zunehmend über Personaldienstleister ab, weshalb man sich im Zweifelsfall direkt an diese wenden kann – vorausgesetzt, man ist bereits volljährig.

Gute Aussichten für Volljährige bestehen zudem bei den ansässigen Handelsketten. „In den Sommermonaten suchen wir immer Leute“, bestätigt beispielsweise Michael Pausch von der Geschäftsleitung des Marktkauf im Kirchheimer Nanz-Center.