Lokales

Ein neuer Festplatz als Treffpunkt

Informationsabend auf dem Schafhof zur Umgestaltung der öffentlichen Flächen im Zentrum

Der Kirchheimer Schafhof soll sich ändern: Geplant ist, das Zentrum des Wohngebiets aufzuwerten, und zwar durch eine Art Dorf-, Markt- oder Festplatz. Allerdings ist dafür nicht der „traditionelle“ Dorfplatz vorgesehen, der von der „Ladenzeile“ und dem ehemaligen „Schlecker“ eingerahmt ist, sondern der dahinterliegende Parkplatz, zwischen der Rückseite der Läden und der Schule beziehungsweise dem Gemeindehaus.

Große Umgestaltungen sind für die bisherige Parkfläche auf dem Schafhof vorgesehen. Auf einem Teil des Areals könnte in wenigen
Große Umgestaltungen sind für die bisherige Parkfläche auf dem Schafhof vorgesehen. Auf einem Teil des Areals könnte in wenigen Jahren ein neuer Festplatzentstehen.

Andreas Volz

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Kirchheim. Sehr viele Gedanken hat sich die Bürger-Initiative Schafhof darüber gemacht, wie das Zentrum zu gestalten und zu nutzen sein könnte. In die Planspiele einbezogen waren von Anfang an die Stadtverwaltung und das Wendlinger Landschaftsarchitekturbüro Eurich Gula. Als die ersten Ergebnisse nun bei einer Informationsveranstaltung öffentlich vorgestellt wurden, zeigte sich vor allem, wie schwierig es ist, alle Wünsche und Bedürfnisse unter einen Hut zu kriegen.

Auf der einen Seite herrschte, wenn schon nicht Begeisterung, so doch Zustimmung, also positive Resonanz. Auf der anderen Seite reichte die Palette der Ablehnung vom Wunsch, alles so zu belassen, wie es ist, über schwerwiegende Bedenken wegen der Parkplatzsituation bis hin zu starken emotionalen Ausbrüchen. Diese Bandbreite der Reaktionen scheint immerhin zu belegen, dass das Thema den Anwohnern wichtig ist und dass sie sich und ihre Meinung gerne einbringen.

Martin Zimmert, Leiter des Kirchheimer Geschäftskreises Hoch- und Tiefbau, betonte bei der Informationsveranstaltung im evangelischen Gemeindehaus auf dem Schafhof, dass es noch keine fertige Planung gebe, sondern lediglich eine Konzeption, die als Diskussionsgrundlage dienen solle. Ähnliches gelte für die Finanzierung: In der unverbindlichen Finanzplanung seien für 2016 Mittel vorgesehen, um einen ersten Schritt umsetzen zu können.

Wie die jeweiligen Schritte aussehen könnten, erläuterte anschließend Landschaftsarchitekt Stephan Eurich. Sein Büro hatte sich mit der Aufgabe befasst, auf dem Schafhof einen zentralen Treffpunkt oder einen Festplatz zu schaffen. Der bisherige „Dorfplatz“, der sich dafür eigentlich anbieten würde, sei allerdings weniger gut geeignet. Er sei ringsum mit mehrstöckigen Wohnhäusern umbaut, sodass der Lärm von Festen oder Märkten noch vom Widerhall verstärkt werde. Den Anwohnern sei es also nicht zuzumuten, dass dort ein Festplatz entsteht.

Die Spielfläche neben dem Gemeindehaus sei dagegen als Frei- und Grünfläche viel zu wichtig, unter anderem für die Schule, um sie – wenn auch nur für ein paar Tage im Jahr –anderweitig zu nutzen. Außerdem sei es wichtig, einen Festplatz mit Lastwagen anfahren zu können, um Tische, Bänke und sonstiges Material anzuliefern.

So kam es zu dem Gedanken, die Parkfläche umzugestalten und in der Verlängerung des Schulhofs einen quadratischen Platz zu schaffen, der für Veranstaltungen aller Art – vom Schafhoffest bis zum Weihnachtsmarkt – zur Verfügung stehen könnte. Die Parkfläche jedenfalls würde sich künftig nicht mehr rundum befahren lassen. Vielmehr wären die bisherigen Park- und Stellplätze nur noch über zwei Sackgassen anzufahren. Letzteres sorgte für die größten Emotionen beim Informationsabend. Etliche Zuhörer fürchteten, dass in den beiden Sackgassen das Chaos ausbrechen würde, sobald jemand rückwärtsfahren müsse, andere Fahrzeuge aber nachdrängten. Auch Gefahren durch eingeschränkte Rettungswege wurden heraufbeschworen.

Zu den Rettungswegen stellte Martin Zimmert fest, dass Sackgassen weder für Feuerwehr noch für Notarzt oder Sanitäter ein großes Problem darstellten. Schließlich gebe es im gesamten Stadtgebiet genügend Sackgassen, ohne dass deswegen die Sicherheit bedroht sei. Und dass jemand aus einer Sackgasse wieder rückwärts rausfahren muss, sei ebenfalls nichts Ungewöhnliches.

Vielfach wurden die Eltern als Problemfälle thematisiert, die ihre Kinder mit dem Auto bis zum Eingang der Schule bringen. Die einen wollten dies als Unsitte brandmarken und es durch die Verkehrsführung lieber noch zusätzlich erschweren. Die anderen dagegen befürchteten, dass die Verkehrssituation vor der Schule sich verschlimmert, weil sich genau diese Eltern von nichts und niemandem davon abhalten ließen, ihre Kinder trotzdem nach Möglichkeit bis ins Klassenzimmer zu chauffieren.

Dabei sieht die Konzeption eigens vor, die Situation vor der Schule zu entspannen: Gedacht ist an einen kleinen Kreisel an der Abzweigung des Luchswegs vom Wieselweg, der als eine Art Wendeplattform dienen kann, an der die Schulkinder aussteigen könnten. Die Eltern müssten dann also gar nicht erst im Wieselweg weiterfahren, um dort mühsam in den Sackgassen umzudrehen.

Was die Park- und Stellplätze insgesamt betrifft, wiederholten Landschaftsgärtner Eurich, Grünflächen- und Tiefbauamtschef Zimmert sowie seitens der Bürger-Initiative Tilman Walther gebetsmühlenartig, dass deren Zahl zunehmen würde. Lediglich während der Nutzung des Fest- und Marktplatzes für besondere Ereignisse würden einige Parkmöglichkeiten wegfallen. Die Frage, wie oft denn entsprechende Veranstaltungen angedacht sind, ließ sich dagegen von niemandem beantworten. Es sei Sache der „Schafhöfler“, Feste, Märkte und dergleichen gemeinsam mit der Bürger-Initiative zu planen.

Was sonst noch an Änderungen kommen könnte, betrifft den bisherigen „Dorfplatz“. Auch er soll umgestaltet und mit Bänken sowie mit Klettersteinen versehen werden, sodass sich Eltern und ihre Kinder dort treffen können. Zwischen Bolzplatz und Skaterplatz wiederum soll es weitere Spielmöglichkeiten geben – mit Geräten, die für alle Generationen etwas zu bieten haben.

Eine ganz eigene, dynamische Diskussion entwickelte sich um die Zukunft des bisherigen Glascontainerstandorts am künftigen Festplatz. Am Ende des Abends stellte Tilman Walther fest, dass sich gegen die bisherige Konzeption zwar einiges an „emotionaler Betroffenheit“ geregt habe, dass aber keine sachlichen Argumente dafür angeführt worden seien, irgendetwas an der Ausarbeitung grundlegend zu ändern.

Wann es tatsächlich dazu kommt, dass ein Teil der Konzeption umgesetzt wird, dazu ließ sich noch niemand eine konkrete Aussage entlocken. Nur so viel scheint sicher: Vor 2016 dürfte nichts passieren.