Lokales

Erfolgsmodell soll an den Start gehen

Jesingen plant für den Beginn des Schuljahrs 2015/2016 eine neue Form der Ganztagsgrundschule

In Jesingen soll es vom kommenden Schuljahr an eine „Ganztagsgrundschule in Wahlform“ geben. Das neue Modell sieht unter anderem vor, dass Lehrerstunden, die das Land für die Ganztagsschule zur Verfügung stellt, ausbezahlt werden können. Mit diesem Geld wiederum können Betreuungskräfte an der Schule bezahlt werden.

An der Grund- und Werkrealschule Kirchheim tut sich was: Zum Beginn des nächsten Schuljahrs startet eine neue Form der Ganztagsg
An der Grund- und Werkrealschule Kirchheim tut sich was: Zum Beginn des nächsten Schuljahrs startet eine neue Form der Ganztagsgrundschule. Jesingen übernimmt dabei eine Vorreiterrolle in Kirchheim.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Das Betreuungsmodell, auf das sich Landesregierung und kommunale Verbände dieses Jahr geeinigt haben, ist nach Ansicht der Stadtverwaltung für alle Kirchheimer Grundschulen geeignet. Aus unterschiedlichen Gründen aber gibt es nur eine einzige Schule in Kirchheim, die die Vorreiterrolle übernimmt und gleich im September 2015 mit dem neuen Konzept beginnt: die Grund- und Werkrealschule Jesingen, zu der in absehbarer Zeit keine Werkrealschule mehr gehören wird.

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Dem Gemeinderat erklärte Jesingens Schulleiter Thorsten Bröckel: „Wir sind zufrieden mit dem derzeitigen Betreuungsangebot. Aber trotzdem haben wir gedacht, wir würden uns eine Chance vergeben, wenn wir das neue Angebot nicht in unser Konzept aufnehmen.“ Ziel sei es, die bisherigen Betreuungskräfte auch mit dem neuen Modell an der Schule zu halten. Das sei möglich durch das Stichwort „Monetarisierung von Lehrerstunden“.

Konkret bedeutet das: Von acht Lehrerstunden, die das Land zusätzlich für die Ganztagsschule in Jesingen zur Verfügung gestellt, würden nur sechs als solche in Anspruch genommen werden. Die anderen beiden Stunden würde die Schule „zu Geld machen“, um davon das Personal bezahlen zu können, das auch bisher schon in der Kernzeitbetreuung eingesetzt ist. Für die Betreuung beim Mittagessen dagegen kommt die Stadt Kirchheim auf.

Die Ganztagsgrundschule in Jesingen sieht vor, dass die Kinder von Montag bis Donnerstag von 8 bis 15 Uhr an der Schule betreut werden. Für die Stunden davor und danach soll es ergänzende Betreuungsangebote geben, die zu bezahlen sind.

Schulleiter Bröckel sieht große Vorteile und große Chancen in dem Ganztagskonzept. Gestartet werden soll erst einmal mit einer Ganztagsgruppe. Im Lauf der Jahre dürfte sich das aber steigern. Auch ist bereits vorgesehen, das Modell eines Tages bis 16 Uhr auszudehnen, wenn der Bedarf dafür gegeben ist.

Stadträtin Marianne Gmelin (SPD) hält das flexible Konzept für den richtigen Weg. Sie geht davon aus, dass die Mindestanzahl von 28 Kindern erreicht wird, und hofft, dass auch die Jesinger Vereine „die Chance sehen, sich hier einzubringen“.

Dr. Silvia Oberhauser, die Fraktionsvorsitzende der Frauenliste, ist vom Erfolg des Jesinger Modells überzeugt:  „Wenn sich erst einmal herumgesprochen hat, dass die Kinder um 15 Uhr mit gemachten Hausaufgaben heimkommen, dann wird sich die Schule vor Anmeldungen schon bald nicht mehr retten können.“