Lokales

Erzieherin aus dem Kindergarten gerettet

Holzmadener Feuerwehrleute zeigten bei der Hauptübung ihr profundes Können

Der Kindergarten in der Schillerstraße diente am Samstag der Freiwilligen Feuerwehr Holzmaden als Übungsobjekt, um Menschenrettung zu bewerkstelligen und einen Brand zu bekämpfen. An die 100 Zuschauer wohnten der Jahreshauptübung bei und konnten sich ihr eigenes Bild von der Tatkraft der Wehr machen.

Allerhand geboten bekamen die Zuschauer bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Holzmaden am Kindergarten Schillerstraße.F
Allerhand geboten bekamen die Zuschauer bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Holzmaden am Kindergarten Schillerstraße.Foto: Rainer Stephan

Holzmaden. Das vom stellvertretenden Kommandanten Michael Keuerleber ausgearbeitete Übungsszenario ging davon aus, dass es im Kindergarten Schillerstraße zu einem Brand mit Rauchentwicklung kam, der nach Kindergartenende von den Erzieherinnen bemerkt wurde. Bei der Nachforschung fiel eine Erzieherin in die Bewusstlosigkeit und blieb im Gebäude zurück. Die andere Erzieherin konnte sich ins Freie retten und alarmierte über den Notruf 112 die Feuerwehr.

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Kurz nach der Alarmierung traf der Mannschaftstransportwagen am Kindergarten ein. Einsatzleiter Michael Keuerleber erkundete umgehend die Lage. Das Führungsfahrzeug wurde in unmittelbarer Nähe positioniert und diente den Belangen der Einsatzleitung.

Keuerleber befragte die Erzieherin und stellte nach eigener Erkundung fest, wo sich der Brandherd befand, und dass im Gebäude eine Person eingeschlossen war. Daraufhin erteilte er seine Einsatzbefehle. Den Mannen des Tragkraftspritzenfahrzeugs – das in der Schillerstraße in Stellung gebracht wurde – oblag die Menschenrettung mit Brandbekämpfung. Rasch ergriffen zwei Feuerwehrleute die Initiative und drangen mit einem Innenangriff unter Atemschutz über den Haupteingang ins Haus ein. Derweil bauten die Mitstreiter eine Wasserversorgung vom Unterflurhydranten in der Schillerstraße auf.

Kommandant Thomas Polster kommentierte permanent den Übungsablauf, sodass die Zuschauer über die einzelnen Aktionen immer bestens im Bilde waren. Die Besatzung des Löschfahrzeugs erhielt bereits während der Anfahrt die Anweisung, in der Friedhofstraße die Tragkraftspritze abzusetzen, um von dort eine Wasserversorgung einzurichten. Dann startete ein zweiter Rettungstrupp einen weiteren Innenangriff über den Terrasseneingang in den hinteren Gruppenraum. Andere Besatzungsmitglieder nahmen die Brandbekämpfung vor.

Für die Straßensperrung war die Jugendfeuerwehr verantwortlich, die ihre Aufgabe mit Bravour leistete. Die gefährdete Person konnte erfreulicherweise von ihrer Pein befreit und gerettet werden. Zur weiteren Betreuung brachten die vier fündig gewordenen Feuerwehrleute sie zum Sammelplatz für Verletzte, wo ihr die Helfer der DRK-Bereitschaft Weilheim fachmännische Versorgung angedeihen ließen.

Bei der anschließenden Manöverkritik im Gerätehaus freute sich Kommandant Polster über die geglückte Übung, dankte Michael Keuerleber für die Ausarbeitung der kniffligen Aufgabenstellung und ließ noch einmal das Manöver in Wort und Bild Revue passieren. Der offizielle „Beobachter“, Kommandant Reiner ­Preyß aus Ohmden, konnte kein Haar in der Suppe finden und sprach von einer „sehr gelungenen Übung in einem extrem anspruchsvollen Objekt“. Auch Bürgermeister Jürgen Riehle hatte einen guten Eindruck von der Übung und hob in seiner Ansprache den vorbeugenden Brandschutz an verschiedenen Gemeindegebäuden hervor.