Lokales

Finanzen für Fundtiere fest fixiert

Kommunen der Raumschaft und der Tierschutzverein Kirchheim einigen sich auf Tagespauschalen

In der Raumschaft Kirchheim ist der Streit zwischen Kommunen und Tierschutzvereinen vom Tisch. Von einem wirklichen Streit kann noch nicht einmal die Rede sein: Die Bürgermeister des Sprengels und der Tierschutzverein Kirchheim haben sich einvernehmlich geeinigt.

Katze - Tierasyl -  Tierheim
Katze - Tierasyl - Tierheim

Owen. Für die Kommunen der Raumschaft Kirchheim haben Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger und Bissingens Bürgermeister Marcel Musolf die Verhandlungen mit dem Tierschutzverein Kirchheim in die Hand genommen. Ausgangspunkt dafür war die finanzielle Situation des Tierschutzvereins Esslingen, der das dortige Tierheim betreibt. Die Esslinger Tierschützer wollten sich von allen Kommunen im Landkreis feste Zuschüsse zahlen lassen, die sich an der Einwohnerzahl orientiert hätten.

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In den Kommunen rings um Kirch­heim war nach den ersten Gesprächen mit dem Tierschutzverein Esslingen aber schnell klar, dass sie es eigentlich mit einem anderen Verhandlungspartner zu tun haben müssten: nämlich mit dem Tierschutzverein Kirchheim, der sich schon seit vielen Jahren verlässlich um die „Fundtiere“ kümmern, die es in Kirchheim und Umgebung gibt.

In Owen stellten Verena Grötzinger und Marcel Musolf sowie Joachim Blessing und Brigitte Wurster, der Erste und die Zweite Vorsitzende des Kirchheimer Tierschutzvereins, nun die Ergebnisse ihrer Gespräche vor: Wie es schon lange der Brauch ist, werden Fundtiere auch weiterhin an den Tierschutzverein in Kirchheim übergeben, falls die Finder sie nicht ohnehin dort abliefern. In jedem Fall aber gibt es eine Fundtieranzeige, in der alles Wichtige über das Tier verzeichnet wird, einschließlich Ort und Zeitpunkt des Funds.

Der Ort wiederum ist für die Finanzen entscheidend. Gesetzlich ist nämlich die Kommune, auf deren Markung ein Tier gefunden wird, dazu verpflichtet, 28 Tage lang für die Verpflegungs- und Unterbringungskosten aufzukommen. Schon immer hat der Tierschutzverein Kirchheim diese Kosten mit den betreffenden Kommunen abgerechnet. Jetzt allerdings sind die Kosten vertraglich festgehalten und fixiert: Für eine Katze fallen demnach 5 Euro pro Tag an, für einen kleinen Hund 9 Euro und für einen großen Hund 12 Euro. Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster „kosten“ zwischen 2 und 4 Euro am Tag. Bei exotischen Tieren dagegen sind Einzelfalllösungen notwendig.

Die jeweiligen Kosten zahlt also eine Kommune an den Kirchheimer Tierschutzverein, der fast ausschließlich Katzen versorgen kann. Für andere Tiere reichen die Räumlichkeiten nicht aus, sagten die beiden Vereinsvorsitzenden jetzt beim Pressegespräch in Owen. Hunde, deren Betreuung viel personalintensiver ist als die von Katzen, werden in der Regel nach Esslingen weitervermittelt. Auch die Kostenerstattung, die der Tierschutzverein Kirchheim für Hunde erhält, leitet er dann an die Esslinger Vereinskollegen weiter.

Dabei seien Fundhunde eigentlich kein großes Problem, stellte Verena Grötzinger fest: „Das kommt eher selten vor, und meistens sind die Eigentümer ein, zwei Tage später gefunden.“ Fundkatzen gebe es wesentlich häufiger. Das ist ein Grund, weshalb die Regelung mit dem Tierschutzverein Kirchheim für die Kommunen der Raumschaft sinnvoll ist.

Der andere Grund ist der, dass sie es nur mit einem Ansprechpartner zu tun haben, der sich zudem über die Jahre hinweg als äußerst verlässlich erwiesen hat. „Für die Kommunen ist das eine klare Vertragsregelung“, sagt Marcel Musolf, schränkt aber zugleich ein: „Eigentlich ist das nur die Fixierung einer jahrelangen Praxis. Es ist nichts anderes und auch nichts Neues. Wir haben jetzt lediglich die Kostensätze schriftlich niedergelegt.“

Auch der Tierschutzverein Kirchheim ist nach Aussage von Brigitte Wurster „sehr zufrieden“, denn „jetzt wissen wir, wo wir dran sind“. An den Aufgaben des Tierschutzvereins wird sich durch die neue Regelung ebenfalls nichts ändern. 120 bis 150 Katzen versorgt der Verein jedes Jahr, ungefähr 40 davon sind Katzenbabys. Maximal zwei bis drei Monate bleiben die Katzen in der Obhut des Vereins, spätestens dann kann das Tier an neue Besitzer vermittelt werden. Mehr als 25 bis 30 Katzen zur gleichen Zeit kann der Kirchheimer Verein aber nicht aufnehmen. Dafür reichen die Räumlichkeiten nicht aus, und auch die Gefahr, dass Krankheiten sich ausbreiten, wäre zu groß.