Lokales

Glückliche Heimkehr

Nach kurzem Abstecher findet der Wochenmarkt wieder auf seinem angestammten Platz statt

Es war ein ungewohntes Bild, das sich Einkäufern im Juli in der Altstadt bot: Bagger auf dem Marktplatz, Marktstände in der Max-Eyth-Straße und der Marktstraße. Mittlerweile sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen, die Marktbeschicker sind auf ihren angestammten Platz zurückgekehrt. Die meisten – inklusive dem Marktmeister – sind darüber erleichtert.

Seit einer Woche ist auf dem Marktplatz wieder alles beim Alten.Foto: Jean-Luc Jacques
Seit einer Woche ist auf dem Marktplatz wieder alles beim Alten.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Am 29. Juli konnte der Wochenmarkt erstmals wieder auf dem Marktplatz stattfinden, wegen der vorgezogenen Abschleifaktion fünf Tage früher als geplant. Den ganzen Juli über hatten Bauarbeiter den maroden Belag auf Vordermann gebracht. In dieser Zeit hatten die Händler in die Max-Eyth-Straße und die Marktstraße ausweichen müssen.

„Spätestens am 2. August hätte der Platz wegen des Krämermarkts fertig sein müssen“, sagt Jürgen Kölle. Der Marktmeister ist erleichtert, dass alles wieder beim Alten ist und der Zeitplan sogar noch getoppt werden konnte. Auf dem Marktplatz sei man einfach besser ausgestattet als in der Fußgängerzone, sagt Jürgen Kölle. Beispiel Stromversorgung: Weil die Kühlungen in manchen Wägen wegen des heißen Sommerwetters auf Volltouren liefen, reichte der Strom nicht aus. Einige Beschicker hatten deshalb immer wieder mit Stromausfällen zu kämpfen. „Auf dem Marktplatz haben wir solche Probleme nicht, da nutzen wir unseren Stromschrank an der Ecke der Volksbank“, sagt Jürgen Kölle.

Auch logistisch war die Verlegung eine Herausforderung. Auf dem Marktplatz ist klar geregelt, welcher Markthändler wann seine Ware anliefert und wieder abholt. „In der Fußgängerzone war es während der Abfahrtszeiten etwas hektisch – vor allem samstags, wenn viele Fußgänger unterwegs waren“, sagt Jürgen Kölle. Auch der Platz für die Händler hätte gerade so ausgereicht. „In dem Fall war es ein Glück, dass es in diesem Jahr nicht so viele Kirschen gab. Sonst hätten wir die Bauersfrauen auch noch unterbringen müssen.“

Die Rückmeldungen von den Beschickern selbst waren gemischt. „Grundsätzlich sind die Händler nicht begeistert über Verlegungen, weil sie dann von der Stammkundschaft schlechter gefunden werden“, sagt Jürgen Kölle. Auf der anderen Seite komme natürlich neue Laufkundschaft hinzu. Allerdings bevorzuge die Kundschaft generell kurze Wege. „Auf einem Markt ist alles schön kompakt, auf einer Straße zieht es sich in die Länge.“ Der Tenor sei gewesen, dass die Geschäfte in der Fußgängerzone schlechter liefen.

Das kann Heiko Gruber von Bucci bestätigen. „Viele Stammkunden wussten nicht, wo wir sind. Das hat etwa zwei Wochen gebraucht“, sagt er. Selbstverständlich habe sich die Verlegung deshalb auch beim Umsatz bemerkbar gemacht.

Bruder Markus von EBK, Die Blumenmönche zieht ein gemischtes Fazit. „Der Vorteil war, dass wir unseren Stand schöner aufbauen konnten“, sagt er. Anders als auf dem Marktplatz sei der vorübergehende Platz „schön kompakt“ gewesen. „Dort konnte man die Pflanzen einfach besser präsentieren.“ Viele Kunden hätten das Erscheinungsbild gelobt. „Der Umsatz war allerdings um zehn bis 20 Prozent schlechter“, schätzt auch Bruder Markus, der so etwas nach einer Verlegung schon kennt. „Die Gewohnheiten der Kunden sind festgefahren. Das dauert ein paar Jahre, bis sie sich umgestellt haben“, sagt er. Der vorübergehende Standort sei „die intelligenteste und beste Lösung“ gewesen, findet Bruder Markus. „Ganz früher musste der Markt einmal auf den Kirchplatz verlegt werden. Dort gab es Umsatzeinbrüche von 50 bis 60 Prozent.“

Für Martina Bischof von der Allgäuer Käsehütte war die Verlegung ein „gutes Experiment“. „Unsere Kunden haben den vorübergehenden Standort vor dem Rathaus sehr gut aufgenommen. Wir hatten auch Laufkundschaft, die wir sonst nicht hatten“, berichtet Martina Bischof. Von den Geschäftsleuten ringsum sei sie sehr gut aufgenommen worden. Sie halfen sogar aus, als der Strom knapp wurde. „Ich kann mich nicht beklagen“, lautet Martina Bischofs Fazit. Allerdings hat sie auch kein Problem damit, wieder auf dem angestammten Platz zurück zu sein. „Ich kann mit beidem leben.“

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