Lokales

Glühkopf-Fabrikate als Attraktion

Im Freilichtmuseum Beuren steht am Wochenende das 17. Oldtimertreffen an

Am Samstag, 17., und Sonntag, 18. August, findet jeweils von 9 bis 18 Uhr im Beurener Freilichtmuseum das 17. Oldtimertreffen statt – diesmal mit einer neuen Attraktion: dem Stelldichein der Traktoren aller Fabrikate mit Glühkopfmotor.

Lanz-Bulldog mit Glühkopfmotor zu Gast beim Oldtimertreffen im Freilichtmuseum Beuren.Foto: Genio Silviani
Lanz-Bulldog mit Glühkopfmotor zu Gast beim Oldtimertreffen im Freilichtmuseum Beuren.Foto: Genio Silviani

Beuren. Die Museumsgäste können sich am Wochenende auf mehr als 1 000 historische Fahrzeuge freuen. Zugelassen sind Schlepper, Traktoren, Autos, Motorräder, Kleinlaster, Sonderfahrzeuge und Stationärmotoren bis einschließlich Baujahr 1969. Eine Anmeldung für die Oldtimerfahrer ist nicht erforderlich. Wer mit altem Gefährt anreist, zeigt bei der Ankunft die Fahrzeugpapiere vor und hat mitsamt Beifahrer freien Eintritt ins Freilichtmuseum.

Die Sonderschau der Traktoren mit Glühkopfmotor folgt auf die Markentreffen „Hürlimann 2011“ und „Schlüter 2012“. „Glühköpfe“ aller Fabrikate – Bolinder, Field Marshall, Landini, Lanz, Pampa, Le Pecheron, Schlüter, Ursus, Vierzon – sind neben all den anderen Traktoren, Pkws, Motorrädern und Sonderfahrzeugen zum 17. Oldtimertreffen nach Beuren ganz besonders eingeladen.

Bekannt geworden sind die Glühkopfmotoren durch den Lanz-Bulldog, der 1921 auf den Markt kam, und nicht zuletzt durch einen unverwechselbaren Sound. Bereits 1891 wurde in England der erste Ackerschlepper mit einem Glühkopfmotor ausgestattet. Spektakulär ist die Startprozedur des Glühkopfmotors, die beim Oldtimertreffen mehrmals gezeigt und erläutert wird.

Technisch gesehen teilt der Glühkopfmotor Merkmale sowohl mit dem Dieselmotor als auch mit dem Ottomotor. Nachteilig, weil zeitaufwendig – für den Laien jedoch immer wieder spektakulär – ist die Startprozedur des Glühkopfmotors: Dabei wird der Glühkopf von außen mit einer Lötlampe vorgeglüht und mit dem Lenkrad angekurbelt. Bis die Zündtemperatur erreicht ist, dauert es etwa zehn Minuten. Im Leerlauf oder auch bei längeren Bergabfahrten kühlt der Glühkopf aus und der Motor bleibt stehen. Von Nachteil ist auch der relativ hohe, systembedingte Kraftstoffverbrauch. Bei der Art des Kraftstoffs hingegen ist der Glühkopfmotor pflegeleicht und überhaupt nicht wählerisch. Er läuft mit Diesel, Schweröl, Tran, Paraffin und Pflanzenölen – wenn’s sein muss, auch mit flüssigem Frittierfett. Moderne Die-selmotoren haben dem Glühkopfmotor den Rang abgelaufen, er wird als Antriebsaggregat generell nur noch selten und im Traktorenbau überhaupt nicht mehr eingesetzt.

Gespannt sein darf man wieder auf die vielen Raritäten, die jedes Jahr überraschend auftauchen. Besonders attraktive Oldtimer-Pkws und historisch bemerkenswerte Fahrzeuge wie Rennmotorräder, mobile Holzsägen, Elektro-Oldtimer und Schlepper-Unikate werden an beiden Veranstaltungstagen vorgestellt oder vorgeführt. Ein Markt mit Oldtimerzubehör rundet das Veteranentreffen ab. Die Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr wird empfohlen, da die Parkplätze begrenzt sind. Mit dem Regionalexpress ab Stuttgart bis Nürtingen und von dort verkehrt seit dieser Saison auch sonntags im Stundentakt die Tälesbahn nach Neuffen. In Neuffen haben die Reisenden Anschluss an den Bus zum Freilichtmuseum. Aus Richtung Tübingen kommend fährt man mit dem Regionalexpress bis Metzingen und von dort mit dem Bus zum Museum. Fahrplanauskünfte gibt es unter www.efa-bw.de im Internet. Passend zum Oldtimertreffen verkehrt am Sonntag, 18. August, der historische Dampfzug, das Sofazügle, zwischen Nürtingen und Neuffen. Die Abfahrtszeiten gibt es unter www.ges-ev.de im Internet.

Der Landkreis Esslingen hat für Sonntag, 18. August, zwei kostenlose Ausweichparkplätze mit kostenlosem Buspendeldienst zum Freilichtmuseum eingerichtet. Ein Ausweichparkplatz befindet sich im Tiefenbachtal (ehemaliges Bundeswehrdepot). Der zweite Ausweichparkplatz liegt in Neuffen auf dem Gelände der Firma Bielomatik. Beide Parkplätze sind ausgeschildert. Die Busse pendeln im 15-Minuten-Takt von 10.30 Uhr bis 18.35 Uhr. Weitere Informationen zum Oldtimertreffen, zum Programm und zur Anreise gibt es im Internet unter www.oldtimertreffen.org.pm

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