Lokales

Größter Bedarf bei Begleitung

Vor der Ankunft der Flüchtlinge in Weilheim ist das Wohlwollen in der Bevölkerung groß. Das hat Jochen Ziegler, Sprecher des AK Asyl in Weilheim, festgestellt. Auch stehen zahlreiche Menschen auf der Mitarbeiterliste des AK Asyl – den Schritt zur aktiven Mitarbeit haben aber noch nicht alle geschafft.

Jochen Ziegler
Jochen Ziegler

Herr Ziegler, wie viele Mitarbeiter hat der AK Asyl Weilheim aktuell?

JOCHEN ZIEGLER: Insgesamt stehen 75 Leute bei uns auf der Mitarbeiterliste. An den Schulungen haben zwischen 35 und 40 Personen teilgenommen. Aktiv in der Betreuung der Flüchtlinge, die schon in Weilheim wohnen, sind derzeit aber lediglich 25. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, oder?

ZIEGLER: Es gehört auch zu unserem Job, an den Leuten dranzubleiben, sie zu aktivieren und zu fragen: Woran liegt es, dass sie nicht aktiv werden?

In welchen Bereichen fehlen Ihnen denn noch Mitarbeiter?

ZIEGLER: Den größten Bedarf gibt es in der Begleitung – zum Beispiel zum Arzt oder auf Ämter. Da entsteht eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage.

Was macht es denn so schwierig, Menschen dafür zu gewinnen?

ZIEGLER: Es gibt wenige Menschen, die sich die Aufgabe inhaltlich zutrauen und gleichzeitig Tagesfreizeit haben.

Wie schätzen Sie die Stimmung in Weilheim kurz vor Bezug der Notunterkunft ein?

ZIEGLER: Sie ist gut. Bei uns kommt viel Wohlwollen, Unterstützung und guter Wille an.

INFO

Ab Mitte August sollen in Etappen 100 Flüchtlinge in die Container auf dem Ausweichparkplatz des Weilheimer Stadions einziehen. Wahrscheinlich ist, dass allein­stehende Männer einziehen, da sie in großer Zahl in den Landeserstaufnahmestellen ankommen. Derzeit leben in 56 Unterkünften rund 2 000 Flüchtlinge im Kreis Esslingen.

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