Lokales

„Großartiger Beitrag“

NABU Dettingen zeichnet „schwalbenfreundliche Häuser“ aus

„Schwalbenfreundliches Haus“: Diese Auszeichnung erhielten gestern mehrere Dettinger, die einen Beitrag zum Schutz der bedrohten Vogelart leisten.

17 Schwalbennester sind am Haus von Rose und Willi Maier angebracht. Für ihren Beitrag zum Schutz der bedrohten Vogelart wurden
17 Schwalbennester sind am Haus von Rose und Willi Maier angebracht. Für ihren Beitrag zum Schutz der bedrohten Vogelart wurden die Dettinger von Heinz Schöttner vom Nabu (links) geehrt.Fotos: Deniz Calagan

Dettingen. 17 Schwalbennester befinden sich unter dem geschützten Dachvorsprung am Haus von Rose und Willi Maier in Dettingen. Davon sind derzeit 16 belegt. Schon vor vielen Jahren haben sich die Maiers dazu entschlossen, die Nester anbringen zu lassen. Es handelt sich um künstliche Exemplare aus einem Beton-Holz-Gemisch, die eigens für die Vögel angefertigt wurden.

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„Schwalben können ihre Nester oft nicht mehr auf natürlichem Wege herstellen“, erklärte Heinz Schöttner von der Dettinger Ortsgruppe des Naturschutzbundes (NABU). Früher hätten sie aus Lehmklümpchen, die sie auf Feldwegen gefunden haben, ihre Nester gebaut. Heutzutage jedoch seien immer mehr Feldwege asphaltiert, sodass die Tiere nicht mehr ausreichend geeignetes Material für den Nestbau fänden.

Deshalb sei es bemerkenswert, dass sich gleich mehrere Dettinger Bürger dazu bereit erklärt hätten, den Schwalben an ihrem Haus Unterschlupf zu gewähren. Das sei keineswegs selbstverständlich, betonte Schöttner. Viele Menschen würden die Nester zerstören, weil sie sich am Kot der Vögel störten, bedauert er.

Die Tiere zählen auch deshalb zu den gefährdeten Arten, weil viele davon auf ihren Zugrouten, zum Beispiel in Ägypten, in riesigen Netzen gefangen werden, informierte Schöttner weiter. In diesen Ländern würden sie als Delikatesse angeboten. „Es werden kilometerlange Netze aufgestellt. Das ist ganz schlimm.“

Insgesamt gab es in Dettingen (ohne den Ortsteil Guckenrain) im Jahr 2008 noch 410 Schwalbennester. Aktuell sind es 234, wie Gerhard Bauer vom NABU gezählt hat. Es handelt sich hauptsächlich um Mehlschwalben; aber auch ein paar Rauchschwalben sind zu finden, informierte Bauer.

Pro Brut vertilgen ein Schwalbenpaar und seine Jungen an die 120 000 Insekten, ergänzte Schöttner. „In der Regel brüten sie zwei Mal im Jahr.“ Vor diesem Hintergrund verstehe man auch die Nützlichkeit der Tiere. Die Dettinger Bürger, die gestern geehrt wurden, würden daher einen enormen Beitrag zum einen zum Schwalbenschutz und zum anderen zur biologischen Insektenbekämpfung leisten.

Neben Rose und Willi Maier wurden Stefan Epple und Erika Steck ausgezeichnet. Am Haus von Stefan Epple sind zehn und bei Erika Steck stolze 24 Nester angebracht. Die Dettinger erhielten eine Urkunde des NABU; außerdem ziert ihr Heim nun eine Plakette mit der Aufschrift „Schwalbenfreundliches Haus“.

Dettinger Gruppe des NABU zeichnet Willi Maier für sein langjähriges Engagement für Schwalben aus, Hintere Str 8 in DettingenSch
Dettinger Gruppe des NABU zeichnet Willi Maier für sein langjähriges Engagement für Schwalben aus, Hintere Str 8 in DettingenSchwalben , Schalbennester