Lokales

Kein Comeback für NT-Schilder

Landrat lehnt Rep-Antrag ab – Nürtingens OB Heirich kämpft dafür

Mit Landrat Heinz Eininger wird es keine Rückkehr zum „NT“-Schild am Auto im Altkreis Nürtingen geben. Dies hat er in der jüngsten Verwaltungs- und ­Finanzausschuss-Sitzung des Landkreises ­deutlich gemacht.

Esslingen. Ob es nun Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich passt oder nicht, „NT“ ist ein auslaufendes Modell. Zumindest als Autokennzeichen. Ein Wahlrecht für Nürtingens Blechkarossenbesitzer und Nationalisten gibt es nicht mehr. Das ist seit der Kreisreform passé. „NT“ darf nicht mehr zugeteilt werden. Und das findet der Esslinger Landrat Heinz Eininger auch gut so.

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Anlass für die Diskussion mit lokalpatriotischem Hintergrund bot ein Antrag der Republikaner im Kreistag, jeden Fahrzeugbesitzer im Altkreis Nürtingen selbst entscheiden zu lassen, ob er sich ein Schild mit „ES“ oder „NT“ an sein Heilix Blechle schraubt. Diese Idee fand in der jüngsten Verwaltungs- und Finanzausschuss-Sitzung des Kreistags die volle Unterstützung des Nürtinger Oberbürgermeisters und SPD-Kreisrats Otmar Heirich, der sich dabei auf einen Gemeinderatsbeschluss der Hölderlinstadt und eine Umfrage der Fachhochschule Heilbronn berufen konnte.

„Ich verstehe die restriktive Haltung der Kreisverwaltung nicht“, grummelte Otmar Heirich mit Blick auf Landrat Eininger. „Die Menschen identifizieren sich mehr mit ihren Städten als mit dem Landkreis“, meinte Nürtingens OB, was den Landrat zu der Frage reizte, ob der Landkreis dann für jede Stadt ein eigenes Nummernschild einführen solle. „Ich spreche für die Stadt Nürtingen. Für andere Städte müssen das andere tun,“ konterte Heirich, den weder die gültige Rechtslage noch die Mehrkosten beeindruckten.

Die Verkehrsministerkonferenz der Länder habe nämlich im April beschlossen, „den Bund zu bitten, die Länder bei der Wiedereinführung auslaufender Unterscheidungszeichen durch eine entsprechende Rechtsänderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung zu unterstützen. Es soll rechtssicher ermöglicht werden, dass von einer Zulassungsstelle mehrere Unterscheidungszeichen zugeteilt werden können.“ Diese Bitte wiederholte die Verkehrsministerkonferenz im Oktober.

Und was die Mehrkosten für die Schilder betrifft, so war für Otmar Heirich klar: „Jeder, der ein Sonderzeichen will, muss dafür bezahlen.“ Es seien im Übrigen vor allem junge Autofahrer aus dem Altkreis Nürtingen, die ein „NT“-Schild an der Stoßstange sehen wollen, wie Umfragen belegen würden.

Landrat Heinz Eininger konnten die Argumente des Nürtinger Oberbürgermeisters nicht überzeugen. „Wenn der Bund die Fahrzeug-Zulassungsverordnung ändert, können wir wieder darüber sprechen“, bliebt er hart und wusste dabei den Landkreistag hinter sich. Die Wahl zwischen „ES“- und „NT“-Schildern mache weder organisatorisch noch wirtschaftlich Sinn und lasse nur Altes aufleben: „Was wirklich innovativ wäre, ist ein lebenslanges Kennzeichen. Dadurch könnte man administrativen Aufwand und Kosten sparen.“

Übrigens: Zurzeit gibt es im Altkreis gerade noch 633 „Oldies“ mit einem NT-Kennzeichen.