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Kinder geben jetzt den Ton anInfo

In Schlierbach hat die Spielstadt Rainbow-City eröffnet – Leben und arbeiten wie Erwachsene

Die Gemeinde Schlierbach hat einen Teilort auf Zeit. Die Spielstadt Rainbow-City hat ihre ­Zelte auf dem Sportgelände aufgeschlagen. Zur Eröffnung lachte die Sonne mit den ­Bewohnern um die Wette.

Endlich wird das Stadttor geöffnet. 195 gut gelaunte Kinder nehmen die Spielstadt Rainbow-City in Schlierbach in Besitz.Foto: Gi
Endlich wird das Stadttor geöffnet. 195 gut gelaunte Kinder nehmen die Spielstadt Rainbow-City in Schlierbach in Besitz.Foto: Giacinto Carlucci

Schlierbach. Ein Bus nach dem anderen fährt auf dem Parkplatz der Dorfwiesenhalle vor. Eine aufgeregt schnatternde Schar Jungen und Mädchen strömt auf den Sportplatz. Noch ist das große Stadttor von Rainbow-City geschlossen. Gespannte Erwartung steht in den Gesichtern vor und hinter dem Eingang. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Betreuer freuen sich, dass es nun losgeht.

Dann ist es so weit: Das Tor öffnet sich, und die 195 Bewohner der Kinderspielstadt halten Einzug. Strahlend spurten sie an diesem herrlichen Sommertag durch das Spalier ihrer 90 Betreuer. Neun Tage Ferienspaß können beginnen.

Jeder will der Erste sein. Im „Fernsehstudio“ in der Sporthalle müssen noch flugs Bänke herbeigeschafft werden, um allen Bewohnern und Betreuern Platz zu bieten. Bis „kurz vor knapp“ haben die Ehrenamtlichen geschuftet, um für den Ansturm der Bewohner gerüstet zu sein. In letzter Minute mussten auf amtliche Anweisung noch Handwaschgelegenheiten installiert werden, berichtet Stephan Zimmermann und atmet erst einmal tief durch. „Jetzt freuen wir uns darauf, mit den Kindern ein paar schöne Tage zu haben.“

Ein gut gelaunter Schlierbacher Bürgermeister freut sich über den Teilort auf Zeit. Zum zweiten Mal macht die Spielstadt Station in der Voralbgemeinde. „Ich finde es toll, dass sich eine so super Mannschaft hier engagiert“, sagt Paul Schmid, bevor er ankündigt: „Ich werde jetzt hier abdanken.“ Denn in Rainbow-City hat der Rathauschef nichts zu melden. In der Spielstadt geben die Kinder den Ton an. Sie wählen ihren eigenen Bürgermeister.

Jungen und Mädchen zwischen neun und 13 Jahren werden neun Tage lang wie die Erwachsenen in der Spielstadt leben und arbeiten. Ihre Rainies – so heißt die Währung in Rainbow-City – können sie unter anderem als Pizzabäcker, Gärtner, Friseure, Müllmänner oder in einer der zahlreichen Kreativwerkstätten verdienen, die in den Zelten auf dem Sportgelände aufgebaut sind.

Am ersten Tag heißt es erst einmal schnuppern und die Arbeitsplätze erkunden. Kaum ist die Eröffnungsshow beendet, stürmen die Kids die Ausweisausgabe und die Arbeitsstellen. Melanie und vier weitere Mädchen stellen unter Anleitung von Betreuerin Sonja Namensketten aus Perlen zusammen. In der Holzwerkstatt werden bereits ausgesägte Holzfiguren geschliffen und in der Gärtnerei Lavendel und Sonnenblumen gesät. An zahlreichen Essensständen – vom Nudelhaus bis zur Puddingstation – können die Bewohner dann die verdienten Rainies wieder loswerden. Und wen die Arbeit stresst, der kann sich im Massagestudio entspannen.

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