Lokales

Leben in der Baustelle

Generalsanierung der Rohräckerschule bewegt sich im Kostenrahmen

Die Hälfte der 46 Millionen Euro für die Generalsanierung der Rohräckerschule ist verbaut. Die gute Nachricht: Die Kosten für die ersten Bauabschnitte liegen knapp unter der veranschlagten Summe. Die weniger guten Nachrichten: Die neuralgischen Punkte der Sanierung kommen laut Landrat Heinz Eininger erst noch und die Schüler und Lehrer müssen bis 2017 mit der Baustelle leben.

Esslingen. Die Sanierung des 1975 gebauten Schulzentrums für behinderte Kinder ist das größte Projekt, das der Landkreis Esslingen derzeit stemmt. Fast 800 Kinder gehen in die fünf Schularten und drei Kindergärten. Schlechte Wärmedämmung, unzureichender Brandschutz, veraltete Haustechnik und zusätzlicher Raumbedarf waren die Hauptgründe, warum der Kreistag 2008 die Sanierung beschloss. Finanziell unterstützt wird der Kreis vom Land mit 9,3 Millionen Euro und von der Stadt, als Träger der Förderschule, mit 3,1 Millionen Euro.

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Der Inklusionsdebatte zum Trotz hat sich die Zahl der Schüler auf der Schule für geistig behinderte Kinder in den vergangenen fünf Jahren von 123 auf 152 erhöht. Deshalb erhielt diese Schulart einen Neubau. Er muss allerdings die ersten Jahre als Ausweichquartier für alle Schularten und die Verwaltung herhalten. So nebenbei gab Landrat Eininger zu verstehen, das ihn die Folgen der Inklusion durchaus beschäftigten. Eventuell müsse man darauf bei den letzten der acht Bauabschnitte reagieren.

Momentan sind die Abschnitte drei und vier dran. Abschnitt drei betrifft das Herzstück der Rohräcker­schule, die Technikzentrale inklusive der beiden Schwimmbecken. Das Therapiebad mit dem bis auf 20 Zentimeter absenkbaren Boden ist eigentlich fertig. Es muss nur noch einige Tests überstehen. Auch das größere Lehrschwimmbecken sieht schon einladend aus. Durch die neue Haustechnik, die gedämmten Decken und die isolierten Fenster sollen künftig 30 Prozent Energie gespart werden. Zudem werden Heizung und Lüftung einzeln steuerbar sein, was Rektor Ulrich Mathes als Vorteil sieht, nicht zuletzt während der Ferien, wenn nur die Verwaltung besetzt ist.

Der vierte Abschnitt umfasst die Büros der Schulleitung und die bisherigen Räume für geistig behinderte Kinder. Wer den gelben Schildern folgt, findet die Verwaltung momentan im aufgestockten Altbau. Dort genießt man bereits die neuen Kühldecken. Die kalte Luft fällt quasi von der Decke herunter und ermöglicht eine genaue Anpassung der Temperatur. Das hilft an heißen Tagen vor allem den schwerstbehinderten Schülern, die sich nicht selbst den Schweiß abwischen oder die Jacke ausziehen können. Allgemein haben es die Decken in sich, erläutert Architekt Matthias von Schroeder. Sie sorgen auch für akustische Dämmung und Brandschutz und verbergen jede Menge Kabel und Rohre.

Deutlich sichtbar hängen die Leitungen in einem Flur herunter, der von den Schülern täglich benutzt wird. Links vom Flur wird gebaut, rechts wird gebaut. Unter diesen Bedingungen sind eine gute Kommunikation mit den Eltern und Lehrern sowie Erklärungen für die Schüler unabdingbar. Abschnitt drei und vier werden dieses Jahr noch fertig. Die Abschnitte fünf bis sieben betreffen den Zentralbau der Schule. Dort wird es nicht einfacher. Da ist beispielsweise die Mensa mit drin. Die Schüler werden dann zum Essen in die Sporthalle gehen. Ganz zum Schluss werden die Sprachheilschule und die drei Kindergärten saniert.