Lokales

Mehr Geld denn je für Kultur und Soziales

Kirchheimer Bürgerstiftung fördert erneut sieben Projekte und Organisationen und stützt die Vielfalt der Stadt

Die Bürgerstiftung der Stadt Kirchheim unterstützt seit 2001 verschiedene Projekte und Organisationen mit Fördergeldern. In diesem Jahr werden insgesamt 24 083,48 Euro ausgeschüttet – so viel wie noch nie.

Er soll bald mit der Zettelmeyer-Dampfwalze in die Technikmeile: der Fowler-Pflugsatz.Foto: Jean-Luc Jacques
Er soll bald mit der Zettelmeyer-Dampfwalze in die Technikmeile: der Fowler-Pflugsatz.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. „Mit rund 24 000 Euro schütten wir in diesem Jahr den höchsten Betrag seit Gründung der Stiftung aus“, stellte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bei der Übergabe der Bescheide fest. Möglich werde dies einerseits durch die Verrechnung mit dem „Kassenrest“ des Vorjahres, andererseits durch die jährliche Unterstützung der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Stiftung in Höhe von 10 000 Dollar, erklärte die Stadtchefin.

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Von den sieben Projekten, die dieses Jahr unterstützt werden, dienen drei im weitesten Sinne der Förderung musikalischer Bildung. Die Stadtkapelle Kirchheim erhält mit 6 900 Euro die höchste Einzelsumme. Vorstandsmitglied Axel Ernst erklärte, das Geld werde in Instrumente für die neuen Bläserklassen an der Kirchheimer Raunerschule in den Klassen drei und vier investiert. Der Unterricht erfolgt in Zusammenarbeit mit vereinseigenen Lehrern und den Musiklehrern der Schule und fördert die musikalische Frühbildung.

Der Kirchheimer Zither- und Ak­kor­deonverein bekommt 1 658 Euro. Von diesem Geld werden drei neue Akkordeons finanziert zur Erweiterung der Kinder- und Jugendmusikbildung. Als Beispiel nannte der Erste Vorsitzende Holger Reusch den Akkordeonunterricht in der Eduard-Mörike-Schule in Ötlingen.

Mit weiteren 2 000 Euro unterstützt die Bürgerstiftung die Flüchtlingsband „Wüstenblumen“. Das Geld kommt auch hier der Beschaffung von Instrumenten und Equipment zugute. „Bisher mussten wir uns alles vom Mehrgenerationenhaus oder dem Club Bastion leihen“, erklärte Renate Hirsch von der Flüchtlingsberatungsstelle „chai“, die gemeinsam mit Bastion, der Linde und dem AK Asyl die Gruppe unterstützt. Die Band absolvierte im Oktober 2013 zur „Interkulturellen Woche“ ihren ersten Auftritt und wird auch die Musiknacht bereichern.

Mit 5 000 Euro wird das geplante Opernprojekt des Symphonischen Orchesters der Volkshochschule Kirchheim gefördert. Zum 300. Ge­burtstag des Komponisten Christoph Willibald Gluck soll am 20. Juli in der Stadthalle das Stück „Orfeo ed Euridice“ aufgeführt werden. „Damit kommt endlich wieder eine große Oper in Kirchheim zur Aufführung, das hat dem Kulturangebot bisher gefehlt“, freute sich Heike Laudacher vom vhs-Orchester. Gesanglich unterstützt wird die Aufführung vom Chor „Happy Voices“ der Eintracht.

Das Projekt „wellcome“ der Familien-Bildungsstätte (FBS) Kirchheim erhält 2 600 Euro. Mit dem Angebot unterstützt die FBS seit Oktober junge Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes. Bei Bedarf kommen dabei ehrenamtliche Mitarbeiter ein- bis zweimal in der Woche für zwei bis drei Stunden zu den Familien nach Hause und helfen so, wie Familie oder Nachbarn es tun würden. „Ziel ist vor allem die Entlastung in der Anfangszeit“, sagte wellcome-Koordinatorin Gabriele Schäfer. Mit der Unterstützung der Bürgerstiftung und durch den Zuschuss des Landes sei das Projekt bis 2015 sichergestellt.

Den Betrag von 1 925,48 Euro erhält der Arbeitskreis Museumspädagogik, der damit eine neue Angebotsschiene speziell für Schulen aufbauen möchte. Mehr noch als bisher wolle man Geschichte für Kinder erlebbar machen, sagte Bernd Neugebauer. Die Angebote sollen sich an Themenbereichen des Lehrplans orientieren und ab dem kommenden Schuljahr den Unterricht ergänzen. Das Konzept erstellt Museums- und Erlebnispädagogin Heidi Schubert.

Der Verein für Historische Dampftechnik erhält 4 000 Euro. Das Geld fließt in das Vorhaben, die historische Dampftechnik unter einem neuen Dach auf dem Gelände der Max-Eyth-­Schule Kirchheim zu vereinigen. Dort ist bereits der Fowler-Dampfpflugsatz des Kreises „notdürftig untergebracht“, erklärte Peter Maute. Ziel ist es, die 1987 vom Verein restaurierte Dampfstraßenwalze der Firma Zettelmeyer gemeinsam mit dem Dampfpflug in die „Kirchheimer Technikmeile“ mit Feuerwehrmuseum und Schnellzugdampflokomotive einzubinden. Dabei sollen Walze und Dampfpflugsatz „wie im realen Arbeitseinsatz eines Walzenzugs“ aufgestellt werden und durch Wasser- und Gerätewagen zu einem Walzenzug ergänzt werden. Die Planung liege der Stadt vor, gemeinsam mit einem Kostenvoranschlag, so Maute.

„Ich freue mich darüber, dass sich die Vielfalt der Stadt in den geförderten Projekten spiegelt“, erklärte Angelika Matt-Heidecker. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 habe die Bürgerstiftung rund 70 Projekte mit einer Gesamtsumme von etwa 262 000 Euro gefördert. Das Spektrum umfasse die Bereiche Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie soziale Projekte. Die Oberbürgermeisterin bedauerte, dass im Bereich Ökologie noch kein Projekt gefördert werden konnte. Angesichts der Aktualität von Themen wie Klimaschutz und Klimawandel betonte sie: „Wir wollen künftig auch in diesem Bereich etwas tun.“