Lokales

Mit dem Bus Geheimnissen auf der Spur

Neues Programm mit Wander-, Bus- und Radtouren für die Schwäbische Alb

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb auf speziellen Bustouren kennenlernen – etwa das „Juramarmor zum Anfassen“ oder „Barock trifft Mittelalter“ – ist ein neues Angebot der Touristik Information Münsingen, an dem auch der Schwäbische Albverein und die Schwäbische Landpartie beteiligt sind.

Der Reußenstein und Neidlingen sind eines der Ziele der Bus-Tagestouren.Foto: Jörg Bächle
Der Reußenstein und Neidlingen sind eines der Ziele der Bus-Tagestouren.Foto: Jörg Bächle

Münsingen. Schon seit Längerem hat sich das Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu einem Besuchermagnet entwickelt. Groß ist das Interesse der Menschen, mehr über die Hintergründe und die Ziele des Reservats zu erfahren. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, gibt es im gesamten Biosphärengebiet 22 Info-Stellen und -zentren, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten jeweils einem bestimmten Thema des Lebens im Biosphärengebiet gewidmet sind. Zusätzlich dazu gibt es seit 2011 über 60 sogenannte „Biosphären-Botschafter“, die eigens von der Biosphärenverwaltung ausgebildet worden sind.

Die Touristik Information Münsingen hat nun zum Ausflugsmonat September und dem Frühherbst ein spezielles Ausflugsprogramm aufgelegt, bei dem die Gäste in Begleitung eines Biosphären-Botschafters das Biosphärengebiet auf unterhaltsame und genüssliche Weise entdecken können. Bei acht verschiedenen Touren, die mit modernen Reisebussen ebenso wie auf Schusters Rappen begangen werden, erfahren die Besucher manches – auch für Einheimische bisher unbekannte – Geheimnis der Region.

Das Programm für die Bus-Tagestouren ist dezentral angelegt, die Bustouren starten in Zwiefalten, Reutlingen und Kirchheim. „Wir haben bewusst darauf geachtet, dass die Anreise der Gäste nach Reutlingen oder Kirchheim mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist, sodass eines der Ziele des Biosphärengebiets bereits vor Beginn der Tour erfüllt werden kann“, erklärt Bernd-Matthias Weckler, Leiter der Touristik Information Münsingen.

Ein weiteres Merkmal ist der Abwechslungsreichtum der Touren. „Im Reutlinger Bereich ist die Kugelmühle in Neidlingen zum Beispiel kaum bekannt, obwohl sie ebenso im Biosphärengebiet liegt wie Teile der Großstadt Reutlingen. Genauso ist es mit dem Örtchen Lauterach, dem ,Mekka der Alblinse‘, dort waren bisher sicher die wenigsten Kirchheimer schon einmal“, schätzt Bernd-Matthias Weckler.

Die Touren mit klangvollen Namen wie „Juramoor zum Anfassen“ oder „Die Samenhändlerin“ wurden in Zusammenarbeit mit den Gästeführerinnen und -führern des Schwäbischen Albvereins, der Schwäbischen Landpartie, den Alb-Guides und weiteren Privatpersonen entwickelt und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. „Es freut uns, dass wir für das Biosphären-Botschafter-Programm so engagierte und vor allem kompetente Partner gewinnen konnten, viele sind seit Jahren gefragte Gästeführer auf der Mittleren Alb und bringen ihr Fachwissen mit ein.

Neu ist auch der „Wünsch-Dir-was-Service“ für Gruppen, den die Münsinger Touristik Information anbietet: Für Gruppenreisen mit dem Omnibus oder der Bahn arbeitet Weck­lers Team individuelle Vorschläge für begleitete Touren mit Gästeführer durch das gesamte Biosphärengebiet aus.

Die Schwäbische Landpartie bietet etwa „Eine genussvolle Bustour entlang des Albtraufs“ an. Auf einem Spaziergang durch die Streuobstwiesen entlang des Natur- und Kulturlehrpfads umrunden die Teilnehmer die Limburg und genießen anschließend die fantastische Aussicht vom Breitenstein ins Albvorland. Ein Spaziergang durch die Weinberge, wo der Täleswein wächst und die Besichtigung der Burgruine Hohenneuffen runden diese abwechslungsreiche Tour ab.

Eduard Mörikes „Blaue Mauer“ stand Pate für „Juramarmor zum Anfassen“ mit dem Schwäbischen Albverein. Dabei werden so spannende Fragen geklärt, warum die Marmorkugeln in der Neidlinger Kugelmühle bei Vollmond schneller fertig sind oder wie die Menschen vor über 500 Jahren auf der Alb lebten und arbeiteten. Traumaussichten gibt es von Reutlingen entlang des Albtraufs über das Freilichtmuseum Beuren bis zum ehemaligen Vulkanschlot bei Weilheim. An den vielen Stationen erfahren die Teilnehmer die Geschichte und Geologie der Schwäbischen Alb hautnah.

Der historische Roman von Petra Durst-Benning „Die Samenhändlerin“ bildet die Grundlage für die Tour mit Barbara Schulz. Das Dorf Gönningen ist Ausgangspunkt dieser unterhaltsamen Wanderung, die besonders reizvoll zur Zeit der Tulpenblüte ist. Die Tour führt vom Friedhof zum Samenhandelsmuseum, weiter zur Ruine Stöffelberg, den Pfullinger Berg und den Rossberg. Die einzelnen Stationen werden bereichert durch Lesungen aus dem Buch. pm

 

Weitere Infos gibt es unter der Nummer 0 73 81/18 21 45 oder im Internet unter www.muensingen.de oder www.biosphaerengebiet-alb.de

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