Lokales

Monkey Crosser ohne Trainingsstrecke

Für das Gelände an der Autobahn findet sich offensichtlich keine Alternative

Fast vier Jahrzehnte hat die Monkey Cross-Abteilung des RKV Kirchheim auf dem Buckel. Doch für die Zukunft sehen die 120 Mitglieder, darunter 60 aktive, schwarz: Die Tage des Trainingsgeländes an der Autobahn sind gezählt, eine Alternative ist nicht in Sicht.

Vermutlich Geschichte: Wettkämpfe auf der Monkey Cross-Strecke im Kirchheimer Rabailen.Archiv-Foto: Daniel Kopatsch
Vermutlich Geschichte: Wettkämpfe auf der Monkey Cross-Strecke im Kirchheimer Rabailen.Archiv-Foto: Daniel Kopatsch

Kirchheim. Monkey Crosser Fritz Gölz und seine Mitstreiter träumen von 80 Ar. Ein Trainingsgelände dieser Größe bräuchte nämlich die Monkey Cross-Abteilung des Rad- und Kraftfahrervereins (RKV) Kirchheim, um ihren Sport weiterführen zu können. Bislang sind die 60 aktiven Fahrer regelmäßig auf einem unscheinbaren Gelände beim Kompostwerk direkt an der Autobahn im Einsatz. Nur selten verlieren sich Fremde dorthin, wenn allerdings Veranstaltungen stattfinden, sieht das anders aus: 700 Zuschauer verfolgten beispielsweise im vergangenen Sommer den Lauf zur Monkey-Cross-DM im Rabailen.

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Dieses Jahr sind keine Veranstaltungen geplant. „Wir haben nur noch eine Ausnahmegenehmigung“, erzählt Fritz Gölz, der die Abteilung vor etwa 40 Jahren mit ins Leben gerufen hat. Seit einer Reihe von Jahren wird auf dem 60 Ar großen Gelände an der Autobahn trainiert. Allerdings war schon länger klar, dass das Vergnügen befristet ist: Ein Nebenangriffsstollen für den Bau der ICE-Trasse schluckt Land, sodass die benachbarte Gartenbaufirma, momentan Verpächter der Strecke, ihr Gelände verschieben muss. Einen Teil der Fläche beansprucht sie jetzt schon. „Die Hälfte der Strecke steht uns noch zur Verfügung – das reicht höchstens noch fürs Training“, sagt Gölz.

Thomas Deuschle, aktiv in der Monkey Cross-Abteilung, fürchtet jetzt das Aus für diesen Sport in Kirchheim und hat deshalb im Gemeinderat vorgesprochen: „Macht man sich noch Gedanken über die Fortführung unseres Sports?“, lautete seine entscheidende Frage an die Stadtverwaltung. Hauptargument für die Weiterführung ist die intensive Jugendarbeit des Vereins. Den jungen Menschen gebe dieser Sport mehr als nur vor dem Fernseher oder Computer zu sitzen, lautet seine einleuchtende Argumentation. „Hier ist Familie, Technik, Sport und Spaß angesagt“, betont Deuschle.

„Das tut weh“, räumte Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker im Hinblick auf das drohende Ende der Abteilung ein. Sie verwies auf mehrere Termine mit Stadtverwaltung und Vereinsvertretern, bei denen sich kein geeignetes Gelände habe finden lassen. Dieses muss nämlich außerhalb von Schutzgebieten oder Biotopen liegen und zudem unproblematisch sein im Hinblick auf Lärm. „Schaut, dass ihr euch mit einem anderen Verein zusammentut“, regte sie Kooperationen an, vielleicht mit Weilheim.

Ein Zusammengehen hat allerdings für Fritz Gölz und die Aktiven keinen Charme. „Wo bleibt denn da der Wettbewerb?“, fragen sie, die sich weiterhin mit Weilheim, Hepsisau und Feuchtwangen messen wollen. Sie hoffen nun doch auf eine andere Lösung. Stadtplaner Gernot Pohl ist allerdings weniger optimistisch: „Wir haben alles getan“, bedauert er, kein geeignetes Gelände in petto zu haben.