Lokales

Noch kein Konzept in der Schublade

Ludwig-Uhland- und Schlossgymnasium warten Rahmenbedingungen für G 9-Schulversuch ab

Ab dem Schuljahr 2012/2013 sollen Schüler an 22 baden-württembergischen Gymnasien wieder in neun Jahren zum Abi­tur geführt werden. So will es die grün-rote Landesregierung. Ob ein Kirchheimer Gymnasium dabei sein wird, ist fraglich.

Turbo-Abi nach zwölf Jahren oder G¿9-Abi an Modellschulen? Diese Frage wollen die Kirchheimer Gymnasien erst dann beantworten, w
Turbo-Abi nach zwölf Jahren oder G¿9-Abi an Modellschulen? Diese Frage wollen die Kirchheimer Gymnasien erst dann beantworten, wenn die Rahmenbedingungen klar sind.Foto: Archiv

Kirchheim. Während die Umsetzung des Abiturs nach zwölf Jahren (G 8) an baden-württembergischen Gymnasien noch gar nicht abgeschlossen ist, wird das Rad auch schon wieder ein Stückchen zurückgedreht. Kürzlich wurde bekannt, dass das baden-württembergische Kultusministerium zum Schuljahr 2012/13 an 22 Modellschulen im Land parallel G 8- und G 9-Züge zulassen will. Wer am Schulversuch teilnehmen will, muss ein schlüssiges Konzept vorlegen. Antragsteller ist der Schulträger.

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Während das Plochinger Gymnasium bereits ein fertiges Konzept in der Schublade hat, ist man an den Kirchheimer Gymnasien etwas zurückhaltender. „Wir haben ein gut entwickeltes G 8“, sagt Lucia Heffner, Rektorin am Kirchheimer Schlossgymnasium. „Nachdem wir gar nicht wissen, was aus diesem G 9 wird und die politischen Rahmenbedingungen noch gar nicht geklärt sind, sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Veranlassung, einen Antrag zu stellen“, so die Schulleiterin. Von den Eltern gebe es keine Nachfragen. Außerdem sei man mit G 8 noch gar nicht durch.

Auch Alexander Kirmse, seit August Rektor am Ludwig-Uhland-Gymnasium, übt sich in Zurückhaltung. „Wir sind in der Diskussion mit Eltern und dem Kollegium“, sagt er. „Das Problem ist aber, dass ich bisher keine Vorgaben habe.“ Beispielsweise wolle er zuerst wissen, wie viele Klassen insgesamt eingerichtet werden, welche Auswahlkriterien es gibt und welche Antragsunterlagen einzureichen sind. Als er beim Kultusministerium angefragt habe, habe er die Auskunft erhalten, dass man Rahmenbedingungen und Abläufe noch nicht nennen könne, weil sie noch gar nicht feststünden.

„Alles, was ich bisher erfahren habe“, so Alexander Kirmse, „habe ich aus der Presse erfahren.“ Deshalb könne er momentan weder „Ja“ noch „Nein“ sagen. Auch die Lehrerversorgung sei ein Thema, denn wenn G 8 und G 9 parallel laufen, seien mehr Stunden nötig. „Wenn alles zum Nulltarif erfolgen soll, wird das Kollegium es sicherlich kritisch sehen“, so Kirmse.

Plochingen bewirbt sich um einen G 9-Zug

Zum Schuljahr 2012/13 will das Plochinger Gymnasium mit einem seiner sechs bis sieben Züge zurück zu den Wurzeln: zum G 9. Die Voraussetzungen, als eines von landesweit 22 Gymnasien in den Schulversuch aufgenommen zu werden, erscheinen günstig: Das Plochinger Gymnasium ist mit etwa 1 500 Schülern und 120 Lehrern das zweitgrößte im Land. Es verfügt über ein großes Einzugsgebiet, liegt zentral im Landkreis und ist über die ­S-Bahn leicht aus Esslingen, Nürtingen und Kirchheim erreichbar. Der Schulträger – also die Stadt Plochingen – und die Schule haben den Antrag bereits vor vier Jahren und erneut vor einem Jahr gestellt – erfolglos. Jetzt rechnet sich Rektor Udo Bochinger gute Chancen aus. „Wir haben schon ein fertiges Konzept“, sagt der Schulleiter. Bochinger möchte das zusätzliche Schuljahr in die Unterstufe integrieren, sie von drei auf vier Jahre dehnen und damit den Einstieg ins Gymnasium entschleunigen. In der achten Klasse des G 8 sollen beide Züge dann wieder zusammengeführt werden. Der G 9-Zug erweitere das Schulprofil und räume den Eltern die Wahl zwischen den beiden Möglichkeiten ein.ez