Lokales

Ökostrom wirft gutes Licht auf Bilanz

Kreisverwaltung legt Energiebericht 2013 für Schulen und Bürogebäude vor

Bereits drei Jahre in Folge hat es der Landkreis geschafft, in Kreisschulen und Verwaltungsbauten den CO2-Ausstoß stärker zu reduzieren als angestrebt. Das ist allerdings hauptsächlich dem Einkauf von Ökostrom zu verdanken.

Kreis Esslingen. Den CO2-Ausstoß um 35 Prozent zu minimieren, ist erklärter Wille des Kreises. „Da sind wir eigentlich schon im grünen Bereich“, sagte Matthias Berg in der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt des Kreises bei der Präsentation des Energieberichts 2013. Der Landratsvize leitete für den verhinderten Verwaltungschef Heinz Eininger die Sitzung. „Hehres Ziel ist aber, es auch ohne Ökostrom zu schaffen“, fügte Berg hinzu.

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Wie Ellen Sturm, Sachgebietsleiterin für Bau und Betrieb im Amt für Kreisschulen und Immobilien, darlegte, ist der Wärmeverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent gestiegen. Grund sei der verhältnismäßig lange Winter gewesen. Dass der Stromverbrauch nahezu gleich blieb, verbuchte Ellen Sturm als Erfolg, da die Technisierung und die Ausstattung mit EDV an den Schulen zugenommen habe. Grund für den um 2,7 Prozent gestiegenen Wasserverbrauch sei die Wiederinbetrieb­nahme des Schwimmbads der Rohr­äcker­schule.

Fast 2,25 Millionen Euro gab der Landkreis vergangenes Jahr für Strom, Wärme und Wasser an den zwölf Schulen und Verwaltungsgebäuden aus – 295 000 Euro mehr als 2012. Alleine die Stromkosten kletterten gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent beziehungsweise um rund 150 000 Euro nach oben. Erklären lässt sich der gestiegene Strombezugspreis durch die Umlagenerhöhung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Teurer geworden sind auch die Preise für Gas- und Fernwärme.

Das größte Sparpotenzial sah Sieghart Friz (CDU) bei den Schulen. Dort müsse man die Nutzer sensibilisieren. Günter Riemer (Freie Wähler) wollte indes wissen, wie die Verwaltung beispielsweise Hausmeister einbeziehe. „Sie bekommen von uns monatlich Berichte zum Verbrauch“, erklärte Ellen Sturm. Zu überlegen sei, die Daten künftig auch den Schulleitern an die Hand zu geben. Auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis hob SPD-Sprecherin Marianne Gmelin ab. „Interessant wäre, zu wissen, was wir in den vergangenen Jahren investiert haben und wie die Zahlen aussehen würden, wenn wir keine Investitionen getätigt hätten.“ Positiv bewertete Jürgen Menzel (Grüne) den Energiebericht, weil der Wärmeverbrauch stetig nach unten tendiere und die von seiner Fraktion angeregte Beleuchtungssanierung eine höhere Effizienz mit sich gebracht habe. Ulrich Deuschles (Republikaner) Anregung, die Kreiskliniken mit in den Energiebericht aufzunehmen, erteilte Matthias Berg eine Absage, da die Krankenhäuser als gGmbH organisiert seien. „Deshalb können wir darüber keine Aussage treffen.“

Insgesamt hat der Landkreis vergangenes Jahr 966 000 Euro investiert, um den Energieverbrauch in Schulen und Bürogebäuden zu drosseln beziehungsweise sie energetisch zu optimieren. Dazu zählt der Austausch von Beleuchtungsanlagen und der Einbau von Wasserdrosselventilen in Klassenzimmern. Größte Ausgabenbrocken mit gut 800 000 Euro waren die WC-Kernsanierung im Berufsschulzentrum Esslingen-Zell sowie in Kirchheim an der Max-Eyth-Schule und der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule.