Lokales

Ohmdens Ex-Bürgermeister verstorben

Ohmdens Ex-Bürgermeister Merkle ist tot

Die Nachricht verbreitete sich gestern wie ein Lauffeuer und sorgte allerorten für große Betroffenheit: Manfred Merkle, Ex-Bürgermeister von Ohmden, starb völlig überraschend im Alter von 59 Jahren. Nach einem Riss der Hauptschlagader konnten die Ärzte sein Leben nicht mehr retten.

Manfred Merkle

Manfred Merkle

Ohmden. Merkles Verwaltungslaufbahn begann 1971 in Oberlenningen. Zehn Jahre lang war er danach in der Kirchheimer Verwaltung tätig, ehe er 1986 in Ohmden mit 69,4 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt wurde und sich damit auf Anhieb gegen drei Mitbewerber durchsetzte. Im Januar 1987 trat er in die Fußstapfen von Bürgermeister Walter Kröner, der 34 Jahre lang die Geschicke Ohmdens geleitet hatte. Die selbstständige Gemeinde ist seit 1975 Mitglied in der Verwaltungsgemeinschaft Weilheim. In Merkles erste Amtszeit fielen kostspielige Hochwasserschutzmaßnahmen sowie eine ganze Reihe von Straßenbauprojekten.

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1994 bestätigten die Ohmdener ihren Schultes überzeugend im Amt: 92 Prozent votierten für ihn. Gegenkandidat Werner Tereba wollte ihm auch acht Jahre später, im Jahr 2002, wieder den Chefsessel im Ohmdener Rathaus streitig machen. Manfred Merkle, der zwischenzeitlich in seiner Heimatgemeinde Dettingen kandidiert hatte, konnte erneut weit über 80 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Mittlerweile war unter anderem der Ausbau der Ortsdurchfahrt realisiert und beispielsweise der anfangs durchaus umstrittene Golfplatz angelegt worden. Besonders am Herzen lag dem Bürgermeister die Partnerschaft der schwäbischen Gemeinde mit dem französischen Modane. Ein offenes Ohr hatte er auch stets für die örtlichen Vereine und Seniorengruppen.

Im Jahr 2010 warb Manfred Merkle erneut um das Vertrauen der Ohm­dener Bevölkerung, diesmal für seine vierte Amtszeit. Im ersten Wahlgang erhielt der Amtsinhaber nach einem emotional geführten Wahlkampf zwar die meisten Stimmen, verpasste jedoch die absolute Mehrheit. Wenige Tage später zog er seine Bewerbung zurück. In der 1 700-Seelen-Gemeinde kam es daraufhin zum Generationswechsel: Der damals 27  Jahre alte Martin Funk wurde im zweiten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. „Ihre Arbeit war von Realismus geprägt“, würdigte Landrat Eininger bei der Verabschiedung Merkles 24 Lebensjahre als Bürgermeister. Beispielsweise sei es gelungen, die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde innerhalb von zehn Jahren auf die Hälfte zu verringern.

Auch nach seinem letzten offiziellen Arbeitstag an Silvester 2010 pflegte Merkle, der mittlerweile nach Kirchheim gezogen war, stets den Kontakt zu ehemaligen Bürgermeisterkollegen und dem gesamten Sprengel, dessen Vorsitzender er zeitweise war. „Man konnte sich immer voll auf ihn verlassen“, würdigte Hermann Bauer, Bürgermeister a. D. von Weilheim, die Zusammenarbeit.