Lokales

Rückenwind für Stadtbahn nach Ostfildern

Kreis Esslingen. Lange Zeit sind die Überlegungen, den Esslinger Bahnhof und Ostfildern mit der Stadtbahn zu verbinden, als Sandkastenspiele eingestuft worden. Das hat sich geändert. Zusammen mit den beiden Städten untersucht der Landkreis Esslingen gegenwärtig, ob das Vorhaben mit Nachdruck verfolgt werden soll. Landrat Heinz Eininger sieht Chancen für die neue Linie, warnt aber vor falschen Erwartungen.

Ein Student hat mit seiner Diplomarbeit nun äußerst erstaunliche Erkenntnisse an den Tag gefördert. Er kommt zu dem Schluss, dass sich eine Stadtbahnlinie zwischen Neckartal und Filder sehr wohl rechnen kann. Damit widerspricht er früheren Berechnungen, die bisher dem Projekt lediglich den Status eines interessanten, aber unrealistischen Plans beschert haben. Während sie den berühmten Kosten-Nutzen-Faktor auf weniger als 1,0 ansetzen – einen Wert, der als sehr wichtige Größe für die Entscheidung über Fördergelder gilt – kommt der Student auf 1,2.

Heinz Eininger betrachtet die Diplomarbeit als ein Geschenk. Sollten Experten im Auftrag des Landkreises Esslingen und der beteiligten Städte die Ergebnisse bestätigen, würden die Chancen für das Vorhaben steigen. Der Landrat betont, „dass wir uns noch in einem sehr frühen Stadium befinden“. Von einem bevorstehenden Durchbruch zu sprechen, wäre für ihn jedoch völlig verfehlt. Solche Vorsicht hält ihn aber nicht ab, deutlich zu machen, dass er sich über den Rückenwind für das Projekt freut.

Klaus Neckarnuß, der im Landratsamt Esslingen als Amtsleiter für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständig ist, findet an der Diplomarbeit zwei Aspekte ganz wichtig. So berücksichtige der Verfasser etwa die Technik, die es heute erleichtert, zwischen der Pliensauvorstadt und dem Stadtteil Zollberg starke Steigungen zu bewältigen. Die Strecke müsste nach seinen Zahlen jetzt nur noch in einem 800 Meter langen Tunnel verlaufen. Bisher war man von fast einem Kilometer ausgegangen. Sollten die Experten dem Studenten in diesem Punkt folgen, dürften die Baukosten spürbar sinken.ez

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