Lokales

Schaf ist nicht gleich Schaf

Am Wochenende finden im Freilichtmuseum Beuren Schäfertage statt

Am Samstag und Sonntag, 20. und 21. April, von 11 bis 18 Uhr finden im Freilichtmuseum Beuren die 14. Schäfertage statt.

Beuren. Die Schäferei ist im Museumsdorf am Fuße der Schwäbischen Alb mit seinen Bauernhäusern, Scheunen und Ställen, Wiesen und Weiden, dazu einem Schafstall von 1765 sowie zwei originalen Schäferkarren und einer Schafbadevorrichtung aus den 1940er-Jahren, gut aufgehoben. An den Schäfertagen kommt „lebendiges Inventar“ hinzu: Ob Merino-, Fuchs-, Pelz- oder Steinschaf, ob Woll-, Milch-, Fleisch- oder Landschaf – auf der Schafrassenschau im Rahmen der Schäfertage werden sie alle vertreten sein. Die Tierschau bietet einen guten Überblick über die Vielfalt der regional angepassten alten Land-schafrassen, die teilweise vom Aussterben bedroht sind. Über die Verschiedenheit der Rassen, züchterisch gewollt, kann man nur staunen: Schaf ist nicht gleich Schaf.

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Eine Herde mit mehr als 200 Tieren beweidet während der Schäfertage ebenfalls die Museumswiesen. Da kann man sehen, wie gut Hirte und Herde aufeinander eingespielt sind. Die wichtigsten Helfer der Schäfer sind ihre Hunde. Talent und Können der Schäfer- und Hütehunde werden auf beeindruckende Weise beim Schafhüten mit Kelpies und Border Collies vorgeführt.

In Württemberg wurden Schafe vor allem als Wolllieferanten gehalten. Neben dem Schafbaden wird auch die Schafschur an den Schäfertagen vorgeführt. Der weitere Weg der Wolle – vom Kardieren, Färben, Spinnen über Weben, Filzen und Stricken bis hin zum fertigen Kleidungsstück – kann an zahlreichen Stationen, bei Vorführungen und bei Mitmachaktionen anschaulich nachverfolgt werden. Auch andere Schafprodukte –Fell und Leder, Fleisch, Käse und Milch – haben ihren festen Platz im Rahmen der Schäfertage und werden neben allerlei Wollerzeugnissen und Schäfereibedarfsartikeln auf dem Schäfermarkt angeboten.

Die Schäfertage im Freilichtmuseum sind auch ein Fest der Schäfer, bei dem Essen und Trinken, Tanz und Musik nicht zu kurz kommen. Die Kirchheimer Schäfertracht hat ihr Kommen an beiden Tagen zugesagt, der Uracher Schäferreigen, begleitet vom Musikverein Bad Urach, tritt am Sonntag, 21. April, auf. Mit dem ersten Auftritt der frisch gekürten Württemberger Lammkönigin hat sich „hoher Besuch“ bei den Schäfertagen im Freilichtmuseum Beuren angesagt.

Da am Museum nur eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen vorhanden ist, verkehrt am Sonntag, 21. April, ein kostenloser Pendelbus zwischen den Parkplätzen im Tiefenbachtal (ehemaliges Bundeswehrdepot) und dem Freilichtmuseum. Der Ausweichparkplatz ist ausgeschildert. pm