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Matthias Gastel ist grüner Bundestagskandidat

Die Grünen im Wahlkreis Nürtingen/Filder haben in der Alten Seegrasspinnerei in Nürtingen ihren Kandidaten für die Bundestagswahl 2013 gekürt. Matthias Gastel aus Filderstadt setzte sich klar gegen die beiden Mitbewerber Ulrike Baumgärtner und Maria Rapp durch.

Nürtingen. Matthias Gastel (41) wurde im ersten Wahlgang mit 40  von insgesamt 65 abgegebenen Stimmen als Kandidat der Grünen im Wahlkreis Nürtingen für die Bundestagswahl 2013 nominiert. Ulrike Baumgärtner aus Tübingen kam auf 22 Stimmen, für Maria Rapp aus Waldenbuch hatten sich zwei Wähler entschieden.

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„Ich freue mich sehr über das Wahlergebnis und blicke den anstehenden Aufgaben engagiert und optimistisch entgegen“, sagte Gastel nach der Nominierung. Präsenz zeigen wolle er im Landkreis, aber auch auf Landesebene, denn „die Konkurrenz ist im Wahlkampf natürlich sehr groß.“ Bereits 1994 hatte sich Gastel für den Wahlkreis Esslingen zur Wahl gestellt, „damals war ich aber noch zu jung und wollte mich erst einmal beruflich etablieren“, so Gastel.

In Filderstadt ist er seit 1994 Stadtrat, mittlerweile als Fraktionsvorsitzender, seit 1999 Mitglied des Kreistags. Seit Kurzem gehört Gastel dem Landesvorstand der grünen kommunalpolitischen Vereinigung (GAR) an. Im Wahlkampf wolle er nun besonders mit seinem Schwerpunktthema, der Verkehrspolitik, punkten. So auch geschehen während seiner Nominierungsrede. Zwölf Minuten, plus jeweils fünf Minuten für die Beantwortung von Fragen der Parteifreunde, hatte jeder der drei Kandidaten Zeit, um von sich zu überzeugen.

„Knapp ein Drittel aller CO2-Emissionen entfallen auf den Verkehr. Das macht politisches Handeln erforderlich“, so Gastel. Finanzielle Mittel müssten vor allem in den Radverkehr, den öffentlichen Verkehr sowie das Zufußgehen investiert werden. Dafür bräuchten Kommunen unter anderem Geld für den Ausbau des ÖNPV. „Beispielsweise für die S-Bahn von Filderstadt nach Neuhausen und ins Neckartal“, so ein Beispiel der umfas­senden Argumentation des 41-Jährigen.

„Wir müssen selbstkritisch sein. In der letzten rot-grünen Bundesregierung haben wir verkehrspolitisch kaum etwas erreicht“, betonte Gastel. Zum Thema Arbeitsmarktpolitik sprach er sich unter anderem für mehr sichere Arbeitsplätze, einen gesetzlichen Mindestlohn sowie Korrekturen bei der Zeitarbeit aus. Zudem müssten Existenzgründer mehr gefördert werden.

Maria Rapp, promovierte Biologin und seit 2011 Mitglied im Grünen-Ortsverband Schönaich, bezeichnete sich selbst als „Politikneuling“ und untermauerte ihre Argumentation zu Themen wie der Umwelt- und Friedens- und Sozialpolitik mit vielen Beispielen aus dem persönlichen Umfeld: „Im Bundestag braucht es mehr gestandene Frauen mit Familien- und Lebenserfahrung.“

Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Baumgärtner aus Tübingen ist mit ihren 33 Jahren bereits ein „alter Hase“ in der Kommunalpolitik: Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Mitglied im Landesvorstand und Sprecherin der LAG Frauenpolitik. Sehr fundiert brachte sie ihre Argumente zu Themen wie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, einer nachhaltigen Energiewende oder einer „echten Frauenpolitik sowie einer Außenpolitik, die auf Prävention statt auf Gewaltschlichtung setzt“, vor.