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Sozialplan: 266 Stellen bleiben erhalten

Bei Scheufelen können einige Arbeitsplätze mehr als befürchtet gerettet werden

Firma , Papierfabrik ScheufelenSchriftzugAdler
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Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft IGBCE der Papierfabrik Scheufelen haben sich auf die Eckwerte eines Sozialplans geeinigt. Wie gestern mitgeteilt wurde, können nun 266 Stellen erhalten bleiben – etwas mehr als ursprünglich befürchtet.

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Irene Strifler

Lenningen. In einer aktuellen Pressemitteilung der Papierfabrik wird bestätigt, dass Geschäftsführer Peter Bright und der Vorsitzende des Betriebsrats, Mehmet Simsek, berichtet haben, dass man sich auf die Eckwerte eines Sozialplans einigen konnte. Ursprünglich war vorgesehen, von 609 Mitarbeitern etwa 400 Stellen abzubauen. Im Laufe der Verhandlungen gelang es, die Zahl auf 343 zu reduzieren. Dies bedeutet, dass in Zukunft 266 Stellen erhalten bleiben. Für die ausscheidenden Mitarbeiter wird eine Transfergesellschaft eingerichtet.

Es bleibt dabei, dass der bevorstehende Stellenabbau die Mitarbeiterschaft und die Gemeinde bis ins Mark trifft: Über die Hälfte der Belegschaft muss gehen. „Die Stimmung ist immer noch gedrückt“, räumte daher Dr. Ulrich Scheufelen nach der aktuellen Betriebsversammlung ein, zeigte sich aber ein Stück weit erleichtert darüber, nun immerhin etwas mehr Stellen als ursprünglich befürchtet sichern zu können. Für die Mitarbeiter hält der Schockzustand an, in dem sie sich seit der Ankündigung der Entlassungen im Juli dieses Jahres befinden. Namen stehen noch nicht fest. Scheufelen, der Ehrenvorsitzender der Firma ist, verweist darauf, dass Geschäftsleitung und Betriebsrat nun mit Hochdruck an den Entscheidungen arbeiten. Soziale Aspekte spielen dabei ebenso eine Rolle wie betriebsbedingte Notwendigkeiten.

In Zukunft will sich das Unternehmen stärker auf Premiumpapier, auf Papiere für den Digitaldruck und auf hochwertigen Verpackungskarton konzentrieren. Gerade die hochwertigen Kartons, beispielsweise als Verpackung für edle Parfums, stellen laut Dr. Ulrich Scheufelen ein ganz neues und vielversprechendes Standbein dar. Was den Sektor Premiumpapier anbelangt, will die Firma den Vertrieb nach Asien intensivieren. „Dort gibt es weniger Wettbewerber“, erklärt Scheufelen die Strategie.

Die Papierfabrik, die zur Paper Excellence Group mit Sitz in Holland gehört, hat sich auf gestrichene holzfreie Papiere mit den beiden Sorten Bilderdruckpapier und Premiumpapier konzentriert. Der Rückgang vor allem der Bilderdruckpapiere und der damit verbundene Preiskampf führte zur Verringerung der Produktion. Die gesamte Kapazität wird von 300 000 Jahrestonnen auf 140 000 Tonnen reduziert. Eine Papiermaschine wird stillgelegt.