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Stärken zeigen

Kompetenzwerkstatt bietet Möglichkeit zur praxisnahen Berufsorientierung

Mit 14 haben die Wenigsten eine Vorstellung davon, was sie beruflich einmal machen wollen. In der Kompetenzwerkstatt bekommen Jugendliche Gelegenheit, neue Wege bei der Berufsorientierung zu gehen und ihre Stärken auszuloten.

Stärken zeigen
Stärken zeigen

Kirchheim. Fußabdrücke weisen im Kirchheimer Mehrgenerationenhaus Linde den Weg. Begriffe wie „Interessen“, „Stärken“, „Ziele“ und „Werte“ sind darauf zu lesen. Und am Ende der beredenden Spur wartet der „Traumberuf“. Zugegeben: Ganz so weit sind die Schüler aus Kirchheim, Nürtingen, Weilheim, Köngen, Wernau, Wendlingen und Neckartenzlingen noch nicht, die hier heute den Abschluss der Kompetenzwerkstatt feiern. Kreisweit machten in diesem Jahr wieder 260 Jungen und Mädchen mit. Doch dank des Projektes wissen sie inzwischen sehr gut, wo ihre Stärken sind und welche Berufsrichtung zu ihnen passen könnte.

Hinter den Jugendlichen liegt rund ein halbes Jahr, in dem sie sich intensiv mit ihren Fähigkeiten und Interessen, aber auch mit ihren Zielen auseinandergesetzt haben. Und nicht nur das: In einem selbst entwickelten Projekt hatten die Jungen und Mädchen zudem Gelegenheit, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dabei gilt es nicht nur, einen funktionierenden Ablauf zu garantieren, sondern auch mit Prob­lemen umzugehen.

In der Wahl der Projekte haben die Schüler freie Hand: „Wichtig ist uns nur dabei, dass sie ihre Stärken einbringen“, erklärt Evelyn Schmidt vom Jugendtreff Weilheim, die die Kompetenzwerkstatt für Jungen und Mädchen vom Hauptschulzweig am Bildungszentrum Wühle begleitete.

Welche Ideen die Schüler in ihren Zukunftswerkstätten entwickelten, das stellten die Teams der sieben Standorte selbst vor. Von der aufregenden Schnitzeljagd für Kindergartenkinder bis hin zu Tanzabenden und Graffiti-Kunst reichte die Palette dabei. Schüler der Burgschule Köngen stießen in ihrem Projekt zum Beispiel den Aufbau einer Schülerzeitung an. Und die Jungen und Mädchen von der Werkrealschule Jesingen stellten ein Zockerfußballturnier auf die Beine. Altersgerechtes Basteln für Kinder im Kindergartenalter organisierten die Teilnehmer der Mörikeschule und in Weilheim wurde sogar ein Stopp-Motion-Animationsfilm mit Legofiguren gedreht, der viel Beifall einheimste. Rund 1000 einzelne Fotos mussten für den Film aneinandergereiht werden.

Selbst zu Schauspielerinnen wurde die Mädels vom Jugendhaus „Kiwi“­ und der Schlossgartenschule in Wernau: In ihrem Video thematisierten die Schülerinnen die Gefahren des Chattens. Und an der Wendlinger Anne-Frank-Schule machten Schüler der Kompetenzwerkstatt eine Fahrradwerkstatt auf, wo sie zum Beispiel Reifen flicken, aber auch die Bremsen der Zweiräder richten. „Unsere Kunden sind zufrieden“, berichten sie stolz.

Für ihren Einsatz erhielten die Jugendlichen am Freitag feierlich ihr Zertifikat von der Agentur für Arbeit. Beim „Markt der Möglichkeiten“ gab es zudem Gelegenheit, sich über die verschiedenen Projekte zu informieren und mit den Teilnehmern über ihre Erfahrungen zu reden. Die fielen durch die Bank sehr positiv aus. Und das, obwohl bei der Umsetzung der Projekte bei Weitem nicht alles wie geplant verlief. Entmutigen ließ sich von den Komptenzwerkern dadurch aber niemand.

Genau solche Lernerfolge sind es, die die vom Zukunftszentrum Tirol entwickelte Methode erzielen möchte. Seit dem Schuljahr 2006/2007 gibt es das Programm nun bereits im Landkreis Esslingen, berichtet Projektmitarbeiterin Manuela Rutka. „Sie sollen ihre Stärken einbringen und lernen, wo ihre Fähigkeiten liegen“, erklärt sie. Aus den Erfahrungen profitieren die Jugendlichen nicht nur für die Berufswahl: „Sie nehmen für ihre weitere Entwicklung vieles mit“, ist die Mitarbeiterin überzeugt.

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