Lokales

Streit um Eis am Stiel

Im Kirchheimer Freibad beschweren sich Gäste, dass der Kiosk zu selten geöffnet ist

Gibt es Eis oder gibt es kein Eis? Diese Frage hören die Kassiererinnen im Kirchheimer Freibad derzeit öfter. Offenbar hat der Kiosk, der Eis, Pommes und Getränke anbietet, nur bei strahlendem Sonnenschein ganztägig geöffnet. Ist das Wetter wechselhaft, sitzen die Gäste zeitweise auf dem Trockenen.

FreibadSommerBadespaß
FreibadSommerBadespaß

Kirchheim. Eis am Stiel, Pommes mit Ketchup oder Limonade – diese Leckereien gehören für viele Kinder zum Ausflug ins Freibad wie das Popcorn zum Kinobesuch. Um so unangenehmer kann es für die Eltern werden, wenn den Kleinen der erhoffte Pausensnack verwehrt bleibt. Im Kirchheimer Freibad kommt das immer wieder vor, vor allem bei wechselhaftem Wetter. Das bestätigt eine Freibadmitarbeiterin, die allein am vergangenen Donnerstagnachmittag fünf verärgerten Gästen erklären musste, dass sowohl der kleine Kiosk am Kinderschwimmbecken als auch die Verkaufsstelle, die an die Hutteninsel angeschlossen ist, leider nicht besetzt sind.

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Wie oft das genau vorkommt, daran scheiden sich die Geister. Laut der Kassiererin sind beide Kioske nur dann zuverlässig geöffnet, wenn das Wetter schön ist. Bei wechselhaftem Wetter könnten sich die Gäste jedoch nicht darauf verlassen.

Diesen Vorwurf weist Michael Holz, Betreiber der Hutteninsel und damit gleichzeitig Pächter der Kioske im Freibad, von sich. „Ab 10 Uhr ist der Kiosk, der ans Restaurant angeschlossen ist, täglich geöffnet, unabhängig vom Wetter“, sagt er. Den kleinen Kiosk am Kinderschwimmbecken mache er allerdings nur auf, wenn das Wetter schön sei. Sonst lohne sich der Aufwand nicht. Dieses Jahr sei der Betrieb der Kioske ohnehin „ein komplettes Draufleggeschäft“, weil kurz nach Öffnung des Freibads Mitte Mai die Schlechtwetterlage einsetzte.

Michael Holz räumt allerdings ein, dass es auch beim großen Kiosk ab und an zu Versorgungsengpässen kommt. „Bis 14 Uhr haben wir in der Hutteninsel Restaurantbetrieb. Das Problem ist die Zeit zwischen 14 und 17 Uhr“, sagt er. Tatsächlich hätten die Mitarbeiter, die den Kiosk betreuen, am vergangenen Donnerstag zwischen 14.20 und 15.30 Uhr Pause gemacht. Dass der Kiosk eine knappe Stunde geschlossen bleibt, hält Holz für zumutbar. „Wir müssen aber in Zukunft ein Schild aufhängen, dass wir in der Pause sind“, sagt er.

Wie sich die Versorgung der Freibadgäste zu allen Zeiten und bei jedem Wetter bewerkstelligen lassen soll, darauf weiß Michael Holz keine Antwort. Er könne die Wünsche der Besucher verstehen, müsse aber andererseits darauf achten, dass er keinen Verlust erwirtschaftet. „Wenn die Stadt mir vorschreiben würde, dass ich bei jedem Wetter öffnen muss, würde ich sofort aufhören“, sagt er.

Das sieht der Pachtvertrag laut Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker auch nicht vor. Die Stadt als Trägerin des Freibads verlange vom Pächter, dass die Kioske bei schönem Wetter geöffnet haben müssen. „Ich verstehe, dass die Leute sich ärgern“, sagt Angelika Matt-Heidecker. „Ich bitte aber auch um Verständnis, dass man wegen zwei Eis am Stiel nicht bei jedem Wetter geöffnet haben kann.“ Michael Holz müsse die Kioske schließlich wirtschaftlich betreiben.

„Der Wunsch der Stadt ist es, den Besuchern ein attraktives Freibad zu bieten“, sagt Angelika Matt-Heidecker. Im Herbst berate der Gemeinderat über Baumaßnahmen. „Mit ein Thema ist die Hutteninsel, die sanierungsbedürftig ist“, so die Oberbürgermeisterin. Um Eis am Stiel werde es in der Sitzung sicherlich nicht gehen, wohl aber darum, welche Angebote den Gästen im Freibad zukünftig gemacht werden können. Die Idee, an der Kasse witterungsunabhängig Eis und Getränke zu verkaufen, um die Versorgungslücke zu schließen, hält Angelika Matt-Heidecker jedoch nicht für denkbar. „Die Stadt kann keine gastronomischen Angebote leis­ten“, sagt sie. „Es ist richtig, dass wir die Bewirtung vergeben haben.“