Lokales

Transparenz trotz Brandschutz erhalten

Das Weilheimer Bildungszentrum Wühle wird für 1,25 Millionen Euro nachgerüstet

Um das Weilheimer Bildungszentrum Wühle in Sachen Brandschutz auf einen modernen Stand zu bringen, muss eine Menge getan werden. Mit dem Start der Sommerferien sollen die Arbeiten beginnen.

Bei Rauch schließende Glaselemente sollen künftig die Treppenhäuser im Bildungszentrum Wühle im Ernstfall abschotten.Foto: Jean-
Bei Rauch schließende Glaselemente sollen künftig die Treppenhäuser im Bildungszentrum Wühle im Ernstfall abschotten.Foto: Jean-Luc Jacques

Weilheim. „Die offene Bauweise aus den 70er-Jahren weist brandschutztechnisch erkennbare Mängel auf“, sagte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle im Gemeinderat. Das Gremium hatte sich bereits in der Februar-Sitzung vor Ort ein Bild von den baulichen Gegebenheiten der Schule gemacht. In der jüngsten Beratung wurde das vorgestellte Sanierungskonzept nun einstimmig abgesegnet.

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Zutage getreten waren die Mängel im Rahmen einer Brandverhütungsschau mit Vertretern des Landratsamtes im Dezember 2011. Wie Züfle berichtete, wurde dabei unter anderem die Schaffung von Brandabschnitten und Fluchtwegen gefordert. „Wir sollten in diesem Zug auch die Türen komplett austauschen“, so lautete der Vorschlag des Rathauschefs. Zwar sei lediglich angemahnt worden, die Blenden oberhalb und seitlich zu erneuern, doch wiesen die mittlerweile 40 Jahre alten Türblätter großteils ebenfalls erhebliche Mängel auf. In einem Aufwasch will die Stadt auch in den Amokschutz investieren. „Die dafür vorgesehenen 45 000 Euro gehen bei der Gesamtsumme von 1,25 Millionen fast schon unter“, gab Züfle zu bedenken.

Um die Transparenz zu erhalten, plädierten die Planer dafür, in den Treppenhäusern in erster Linie Glaselemente einzubauen, die im Ernstfall schließen. „Bei Rauch sind die Treppenhäuser für die oberen Geschosse sonst als Rettungsweg nicht nutzbar“, erklärte der von der Stadt hinzugezogene Brandschutzsachverständige Roland Neuhäuser. Zudem schaffe man damit die vom Land­ratsamt vorgegebene Aufteilung von Realschule, Werkrealschule und Grundschule in drei Brandabschnitte. In den oberen Geschossen sollen zudem Flure als Rettungswege ausgebildet werden, die an außen liegenden, neu zu erstellenden Treppen enden.

„Gemäß der Vorgabe des Landratsamtes setzen wir vorwiegend auf baulichen Brandschutz“, erläuterte Neuhäuser. Für den Grundschultrakt habe man indes um Aufschub gebeten, da noch nicht klar sei, wie der Gebäudeteil nach der Schließung der Wühle-Grundschule genutzt werde. „Hier haben wir im Übrigen einen zweiten Rettungsweg im Untergeschoss sowie einen Rettungsbalkon“, so Neuhäuser.

Wie die mit der gestalterischen und baulichen Planung betraute Architektin Ulrike Ulmer-Herbrik erklärte, müssten im BZ Wühle teilweise auch Fluchtfenster nachgerüstet und Fassaden beispielsweise im Musiksaal erneuert werden. „Wir wollen das Farbkonzept überarbeiten und jedes Gebäude mit einer eigenen Farbe gestalten.“ Akzente ließen sich beispielsweise an Handläufen, Blenden von Stützen und Türen realisieren. Auf Bitten von Stadträtin Gerda Schrägle sagte Ulrike Ulmer-Herbrik zu, das konkrete Farbkonzept zu gegebener Zeit vorzustellen.

„Wir haben den Brandschutz im Bildungszentrum erst vor zehn Jahren auf den neuesten Stand gebracht. Jetzt müssen wir schon wieder gut 1,2 Millionen in die Hand nehmen. Aber es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als das Projekt zu schultern“, sagte Albrecht Narr. Hartmut Hummel lobte die Planer: „Wenn man die Dimension des Gebäudes anschaut, sind wir mit den Kosten auf einem sehr guten Weg.“ Er erinnerte daran, dass ursprünglich umlaufende Balkone angedacht waren. Mit dieser Lösung wäre eine ganz andere Summe herausgekommen.

Einstimmig verabschiedete das Ratsgremium den Vorschlag der Verwaltung mit der Vergabe der Planung an Ulrike Ulmer-Herbrik und Roland Neuhäuser und gab das vorgestellte Sanierungskonzept frei. Darin enthalten sind auch die Erneuerung der insgesamt 130 Türen sowie zusätzliche Maßnahmen zum Amokschutz.