Lokales

Vereinszimmer wird deutlich teurer

Unvorhersehbare und nicht veranschlagte Kosten sorgen für Abweichung in Höhe von 143 450 Euro

Die Sanierung des Vereinszimmers in der Holzmadener Grundschule hat unerwartet den vorgesehenen Kostenrahmen gesprengt. Zähneknirschend musste der Gemeinderat davon Kenntnis nehmen.

Die Sanierung des Vereinszimmers der Holzmadener Grundschule kommt die Gemeinde teurer zu stehen als erwartet.Foto: Jean-Luc Jac
Die Sanierung des Vereinszimmers der Holzmadener Grundschule kommt die Gemeinde teurer zu stehen als erwartet.Foto: Jean-Luc Jacques

Holzmaden. Die Sanierung des Vereinszimmers der Holzmadener Grundschule wird deutlich teurer als erwartet. Bei einer Ortsbegehung während der Sommerpause informierte die Verwaltung bereits darüber, dass es zu Abweichungen des Kostenrahmens kommen wird. Die exakte Höhe der Mehrausgaben wurde nun aufgearbeitet und dem Gemeinderat vorgestellt: Rund 143 450 Euro sind nachträglich bereitzustellen. Der neue Preis beträgt damit etwa 293 450 Euro – ursprünglich im Haushaltsjahr 2014 für die Maßnahme veranschlagt waren lediglich 150 000 Euro. „Das ist auch ein unangenehmes Kapitel für mich“, gab Bürgermeisterin Susanne Jakob zu. „Niemand tischt gerne Mehrkosten in dieser Höhe auf.“

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Architekt Andreas Schober erläuterte die Zusammensetzung der Summe – rund 15 Prozent ergeben sich aus nicht veranschlagten Arbeiten im Innenraum wie dem Austausch der Fenster und des Bodenbelags sowie der Erneuerung der Beleuchtung. Außerdem waren in den bislang vorgesehenen Mitteln etwa 21 Prozent der Baunebenkosten nicht enthalten. Knapp ein Drittel der Kosten sei zudem auf unvorhergesehene, aber notwendige Leitungs- und Dämmarbeiten zurückzuführen.

Dieter Fischer (FWV) zeigte sich schockiert: „Wir bauen ein Zimmer zum Preis eines Hauses aus. Die ursprünglichen 150 000 Euro empfand ich schon als viel.“ Rainer Stephan (HBL) fand deutlichere Worte: „Eine solche Steigerung ist nicht akzeptabel.“ Der Gemeinderat hätte früher über die Entwicklung informiert werden sollen, so Stephan. „Es bleibt uns nichts anderes übrig, als es fertigzustellen, dazu sind wir durch die erfolgten Vergaben verpflichtet“, erklärte Jörg Molter einerseits beschwichtigend, kritisierte andererseits aber, warum kein größerer Posten für außerplanmäßige Kosten eingeplant wurde.

„Die Schuld von links nach rechts zu verschieben bringt niemanden weiter“, merkte die Bürgermeisterin an. Vieles sei nicht optimal verlaufen, nun müsse man das Beste da­raus machen. Das sah auch Markus Ocker (HBL) so: „Wir müssen einen Knopf dranmachen – aber so, dass nicht noch mehr Kosten auf uns zukommen“, gab er zu bedenken.

Der Holzmadener Gemeinderat nahm zähneknirschend den erhöhten Kostenrahmen zur Kenntnis. Die Vergabe der Arbeiten an der geplanten Küche des Vereinszimmers, die mit rund 18 000 Euro ebenfalls noch nicht berücksichtigt waren, hat die Verwaltung vorerst gestoppt.

In der nächsten Sitzung im Oktober soll zunächst über die weitere Finanzierung abgestimmt werden. Die Mehrkosten ließen sich nach Rücksprache mit der Kämmerei dank der guten Finanzlage Holzmadens mit Beschluss des Gremiums über eine überplanmäßige Ausgabe decken, ohne einen Nachtragshaushalt nach sich zu ziehen.