Lokales

Verwaister Sandkasten im Freibad

Spielgeräte und Sonnensegel wurden abgebaut – Ersatz ist bereits bestellt

Seit dieser Saison gibt es im Kirchheimer Freibad keinen Kinderspielplatz mehr – sehr zum Ärger vieler Eltern. Die Spielgeräte waren kaputt und mussten abgebaut werden. Neue Geräte sollen Mitte Juli kommen.

Wo sich früher auf dem Freibadgelände der Kinderspielplatz befand, gibt es heute einen großen Sandkasten. Dieser ist allerdings
Wo sich früher auf dem Freibadgelände der Kinderspielplatz befand, gibt es heute einen großen Sandkasten. Dieser ist allerdings meist verwaist, denn es fehlt ein Sonnensegel. Foto: Jörg Bächle

Kirchheim. Wenn es so heiß ist wie am Pfingstwochenende dieses Jahres, zieht es die Menschen zu Tausenden ins Kirchheimer Freibad – natürlich auch viele Familien mit kleinen Kindern, die im Schatten der schönen großen Bäume und im Wasser Abkühlung suchen.

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In dieser Saison jedoch ist so manches anders für Familien: Den Kinderspielplatz gibt es nicht mehr; stattdessen befindet sich auf der Fläche zwischen Toilette und Schwimmmeisterhaus ein großer Sandkasten. Strahlt die Sonne vom Himmel – was sie in jüngster Zeit bei zum Teil über 30 Grad unerbittlich getan hat –, sieht man jedoch kein einziges Kind im Sand spielen; denn der Bereich ist nicht überdacht und der Sand deshalb viel zu heiß.

Ein Unding, finden viele Eltern, die sich sehr über diese Veränderungen im Freibad ärgern. „Prinzipiell wäre der Sandkasten ja gut, aber ohne Plane drüber geht es nicht“, sagt beispielsweise Dieter Fink aus Kirchheim. „Das ist doch lächerlich. Welches Kind soll denn hier spielen?“

Claudia Tilch aus Kirchheim, die mit ihren Kindern regelmäßig das Freibad besucht, bedauert ebenfalls, dass die Spielgeräte abgebaut wurden. „Für meine Tochter ist es nun ziemlich langweilig.“ Im Sandkasten sehe man nur wenige Kinder sitzen. Nachholbedarf sieht die junge Mutter auch beim Planschbecken: „Es wäre besser, wenn es wenigstens zum Teil überdacht wäre“, denn Kleinkinder würden viel schneller einen Sonnenbrand bekommen als Erwachsene. Das bestätigt Petra Stark. Der Kirchheimerin war die Situation im Kleinkindbereich des Freibads vor allem an den heißen Tagen nicht entgangen: „Es ist unheimlich gefährlich für die Kleinen bei der Hitze.“

Auch Elli Mast, die im Kiosk direkt am Sandkasten arbeitet, hat beobachtet, dass sich dort nur wenige Kinder hineinwagen. Grundsätzlich findet sie den Sandkasten schön, aber es fehle eben ein Sonnensegel. Ein Nachteil sei außerdem, dass die Kinder, wenn sie nass seien, den Sand ins Planschbecken oder ins Duschhäuschen mittragen würden. „Da müsste fast eine Dusche am Sandkasten her.“

„Der Sand ist toll, aber natürlich sollte er im Schatten sein“, sagt auch Sarah Rieger aus Kirchheim, Mutter von zwei kleinen Söhnen. Sie stört sich nicht so sehr daran, dass die Spielgeräte abgebaut wurden – im Gegenteil. „Es war dort früher viel zu gefährlich“, denn die Kinder seien regelmäßig ausgerutscht, wenn sie mit nassen Füßen über den Kunststoffbelag gelaufen seien.

Martin Zimmert, Leiter des Amts für Grünflächen und Tiefbau der Stadt Kirchheim, hat ein gewisses Verständnis für die verärgerten Eltern und kann nachvollziehen, dass der Sandkastenbereich im Schatten liegen sollte. Allerdings seien sowohl die Spielgeräte als auch das Sonnensegel kaputt gewesen, weshalb man diese abbauen musste. Die neuen Geräte und das Sonnensegel seien bereits bestellt. Aufgrund einer dreimonatigen Lieferzeit könne man sie allerdings erst Mitte Juli aufbauen.

Doch warum ist die Stadt nicht schon früher tätig geworden, um den Freibadbesuchern pünktlich zum Saisonbeginn am 1. Mai einen neuen Spielplatz präsentieren zu können? „Der Haushalt wurde im März beschlossen. Vorher dürfen wir für Neuinvestitionen gar keine Aufträge erteilen“, erklärt Zimmert.

Zum Thema Planschbecken betont er, dass sich auch die Stadt ein neues, attraktiveres Becken für die kleinen Badegäste wünsche. Schließlich sei das bisherige schon 30 Jahre alt. Allerdings stehe dieser Wunsch im Zusammenhang mit einem möglichen Neubau des Hallenbads auf dem Freibadgelände. Bevor nicht klar sei, ob und wo genau ein Hallenbad gebaut wird, könne man kein neues Kinderplanschbecken planen. Sollte es irgendwann so weit sein, werde man sicherlich auch über eine Überdachung nachdenken.

Für die nähere Zukunft verspricht Zimmert den Eltern und Kindern jedenfalls einen schönen Spielplatz – ein „Manta im Algenmeer“, das aus einem Kletter- und Liegenetz, einer Rutsche, einem Balancierseil und mehr besteht. Kostenpunkt: 30 000 Euro.

Der frühere Kunststoffbelag auf dem Boden wird dann der Vergangenheit angehören: Der Sand bleibt – und über dem kompletten Spielplatz soll ein Sonnensegel aufgespannt werden. Dann können die Kinder in aller Ruhe spielen, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.