Lokales

„Warum muss das uns passieren?“

Ein Einbruchs-Opfer berichtet über das Erlebte

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände ist für viele Opfer ein traumatisches Erlebnis, mit dem sie ohne psychologische Hilfe nur schwer fertig werden. Eine Betroffene aus dem Verbreitungsgebiet des Teckboten, in deren Haus im Herbst eingebrochen wurde, als die Familie nicht zu Hause war, schildert ihr persönliches Erleben.

Beim Bemerken des Einbruchs – was schoss Ihnen da durch den Kopf?

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Ich dachte nur, hoffentlich ist keiner mehr irgendwo im Haus, und warum muss das gerade uns passieren?

In der Zeit danach. Wie ging es Ihnen da?

In den ersten Nächten konnte ich kaum schlafen. Es hat aber ein paar Tage gedauert, bis die Fragen kamen. Beschäftigt hat mich vor allem, wie lange wir ausspioniert wurden. Ich konnte nicht mehr essen und habe sechs Kilo abgenommen. Nach sechs Wochen bin ich zusammengebrochen, bin zum Hausarzt und zum Heilpraktiker gegangen. Was bis heute geblieben ist, ist das komische Gefühl, wenn ich eine Schublade aufmache, dass ich weiß, darin hat ein Fremder he­rumgewühlt.

Sie haben nicht daran gedacht, einen Psychologen aufzusuchen?

Ich hätte dringend psychologische Hilfe gebraucht, doch bei Psychologen bekommt man erst nach drei, vier Monaten einen Termin. Nächste Woche ist es so weit. Inzwischen geht es mir viel besser, aber das Gespräch wird mir sicher guttun.

Wie geht es den Kindern?

Bei unserem Ältesten, unserem sechsjährigen Sohn, ist es besonders schlimm. Er geht seit dem Einbruch nirgendwo mehr alleine hin im Haus, nicht einmal auf die Toilette. Abends schlafen die Kinder zwar in ihren eigenen Betten ein, aber alle drei kommen im Laufe der Nacht ins Schlafzimmer.

Jetzt haben Sie Ihr Haus nachgerüstet, um besser vor einem Einbruch geschützt zu sein. Was genau haben Sie unternommen?

Auf Anraten haben wir alle unsere Fenster mit speziellen Beschlägen ausstatten lassen, die Kellerfenster sind jetzt vergittert, die Rollläden werden über eine Zeitschaltuhr gesteuert, durch Bewegungsmelder gehen Lichter am Haus an und wir haben eine Alarmanlage installieren lassen. Alles zusammen hat uns 9 000 Euro gekostet. Ich kann nur jedem raten, schon beim Hausbau an die Einbruchsicherheit zu denken, damit man so etwas nicht miterleben muss, was uns passiert ist.