Lokales

„Was tun im atomaren Ernstfall“

Tipps von Gerd Pfitzenmaier und Sabine Leise in ihrem Buch „Restrisiko“

Kirchheim. Gerd Pfitzenmaier hat sich schon in seiner Zeit als Teckboten-Redakteur von 1980 bis 1984 eingehend mit Umweltthemen beschäftigt. Nach der Explosion des Kernkraftwerks in Fukushima erscheint nun vom Ex-Kollegen und früheren Chefredakteur der Zeitschriften Natur und Natur & Kosmos in Zusammenarbeit mit der Politikwissenschaftlerin Sabine Leise das Buch „Restrisiko. Was tun im atomaren Ernstfall?“.

Pfitzenmaier und Leise greifen nach der Katastrophe in Japan die Ängste der Bevölkerung auf und nehmen sie ernst. Sie flüchten sich nicht in Betroffenheitsrituale, sondern fordern aus ihrem Mitgefühl für die notleidenden Opfer in Japan ein Umdenken. „Eine neue Art zu denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will“, steht ein Zitat Albert Einsteins am Beginn ihres Buches. Diese neue Art zu denken hat nichts mit Bilderstürmerei oder Technologiefeindlichkeit zu tun. Im Gegenteil. Umdenken um zu leben, nicht um mit einem „Weiter so“ Länder unbewohnbar, Menschen krank zu machen und in unermessliches Leid zu stürzen. Dafür ist eine neue Technik erforderlich. Und es gibt sie. Nun muss sie eingesetzt werden, damit das nicht mehr passiert, was 1986 in Tschernobyl und jetzt in Fukushima geschehen ist.

„Restrisiko“ beschreibt die Diskussion um die Atomkraft in Politik und Wirtschaft und verweist auf den deutsch-französischen Ex-Diplomaten Stéphane Hessel, der nur wenige Wochen nach der Havarie in Japan die Menschen aufrief: „Empört euch!“ Pfitzenmaier und Leise setzen hinzu: „Wehrt euch gegen eine lebensverachtende Technologie, denn es gibt bessere Alternativen.“

Die Umweltjournalisten erklären in dem Scorpio-Taschenbuch, was „radioaktive Strahlung“ ist, worauf man bei Medikation, Ernährung, Körperhygiene, Haus- und Nutztieren, Wohnung und Garten im Falle eines Atomunfalls achten muss. Sie geben aber auch Antworten auf Fragen, die nach Fukushima neue Bedeutung erlangten, wie: „Kann ich mit korrekten Messwerten seitens unserer Regierung rechnen?“ oder „Warum drohen Kraftswerksbetreiber und Atomlobbyisten mit Strompreiserhöhung bei Abschaltung der AKWs?“ oder „Könnte man die Nutzung von Atomkraft in der Verfassung verbieten?“ oder „In Österreich gibt es keine Atomkraft. Woher bezieht das Alpenland seinen Strom?“.

Im Anhang des Buches finden die Leser Adressen und Beschreibungen von Behörden, Instituten und Verbände von A wie attac bis W wie Weltgesundheitsorganisation.

Gerd Pfitzenmaier ist Träger des Medienpreises der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sowie des Umweltmedienpreises der Bundesdeutschen Arbeitsgemeinschaft Umweltorientiertes Management (B.A.U.M.). Er lebt als freier Publizist in München.

Sabine Leise arbeitet seit 1999 als freie Autorin schwerpunktmäßig zu den Themen Umwelt, Nachhaltigkeit sowie Kinder und Bildung.

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