ots. Fünf Handlungsfelder, 23 übergeordnete Ziele, mehr als 200 aktuelle Beispielmaßnahmen: In einem breit angelegten partizipativen Prozess hat die Universität Hohenheim in Stuttgart eine Nachhaltigkeitsstrategie für die kommenden Jahre erarbeitet, die bereits Schritt für Schritt umgesetzt wird. Neben der gezielten Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsfokus in Forschung und Lehre umfasst die Strategie auch einen nachhaltigen Universitätsbetrieb, zukunftsfähige Strukturen, eine lebendige Nachhaltigkeitskultur auf dem Campus sowie Impulse für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Prorektorin für Digitale Transformation und Nachhaltigkeit, Professorin Caroline Ruiner, ist überzeugt: Die neue Nachhaltigkeitsstrategie der Universität ist kein Papiertiger, sondern wird etwas bewegen.
„Nachhaltigkeit ist schon heute fester Bestandteil der DNA der Universität Hohenheim. Für viele Universitätsmitglieder ist sie ein echtes Herzensanliegen. Das reicht bis in unsere Gründungsgeschichte zurück“, betont die Prorektorin.
Die Universität Hohenheim wurde 1818 infolge einer schweren globalen Naturkatastrophe gegründet – dem Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien. Das sogenannte „Jahr ohne Sommer“ führte zu massiven Ernteausfällen in Europa. Ziel der Neugründung war es damals, die Landwirtschaft resilienter zu machen und Hungersnöte künftig zu verhindern.
Seitdem arbeiten Forschende der Universität Hohenheim an Lösungen für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen – von nachhaltigen und widerstandsfähigen Ernährungssystemen bis hin zu einer kreislauforientierten Bioökonomie.
„Grünen Faden“ sichtbar machen
Dieser Anspruch spiegelt sich auch im Studienangebot wider, etwa im Bachelor-Programm „Sustainability & Change“ in den Wirtschaftswissenschaften, im Master „Nachhaltige Biobasierte Technologien“ an der Fakultät Agrarwissenschaften, im „Earth and Climate System Science Master“ an der Fakultät Naturwissenschaften oder im fakultätsübergreifenden Master „Bioökonomie“.
„Mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie wollen wir den ‚grünen Faden‘, der sich bereits durch alle Bereiche der Universität zieht, systematisch sichtbar machen, bestehende Initiativen stärken, besser vernetzen und ergänzen – und zugleich transparent aufzeigen, wo noch Entwicklungspotenziale liegen und wie wir diese konkret angehen“, fasst Professorin Ruiner zusammen.
Vom nachhaltigen Laborbetrieb bis zur Biodiversitätsinsel
„Im Zentrum unserer Strategie stehen übergeordnete Ziele, nicht einzelne Projekte. Dennoch war es uns wichtig, sichtbar zu machen, was bereits geschieht und wo wir ganz konkret ansetzen“, erklärt die Prorektorin. „Deshalb wird unsere Strategie im universitätsinternen Anhang durch ein ‚lebendiges Dokument‘ ergänzt. Es illustriert die Nachhaltigkeitsziele der Universität anhand von mehr als 200 aktuellen Beispielmaßnahmen.“
Die Liste der Beispielmaßnahmen reicht vom nachhaltigen Laborbetrieb über Biodiversitätsinseln auf dem Campus, nachhaltige Beschaffungsrichtlinien und Impulse zur Reduktion von Flugreisen bis hin zu neuen Onboarding-Formaten, Veranstaltungsformaten und verbindlichen Qualifikationszielen für Nachhaltigkeit in Studiengängen.
„Wir haben uns bewusst für einen breiten Begriff von Nachhaltigkeit entschieden“, ergänzt Professorin Ruiner. „Er umfasst sowohl den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen als auch soziale Gerechtigkeit. Deshalb verstehen wir auch Engagement für Frieden, Demokratie, Diversität und sozialen Zusammenhalt auf dem Campus als wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.“

