Weilheim. Zum zehnten Mal fand in Weilheim der beliebte „Kirschblütentag“ statt, und wieder einmal schien es, als hätten die Bürger aus nah und fern nur darauf gewartet, dem Lockruf der Natur zu folgen und sich im Freien zu bewegen. In Scharen nahmen sie die reichhaltigen Angebote im Städtle und rundherum wahr.
Mit einem Novum startete das Frühlingsvergnügen: Pfarrer Brändle lud erstmals zum Gottesdienst unter den Kastanien auf dem schmucken Platz vor der Weilheimer Peterskirche. Obwohl der April am frühen Vormittag noch seine durchaus frostige Seite zeigte, reichten die vorbereiteten Stühle kaum aus für die große Anzahl der Gottesdienstbesucher.
Im Lauf des Tages fand wirklich jeder etwas nach seinem Geschmack. Ob Radtour oder Wanderung, Jogging oder Walking, Inlinerfreund oder Kulturfreak – zahlreiche geführte Angebote lockten die Zeitgenossen, die den Winter sichtlich satt hatten, ins Freie. Natürlich hatte der Kirschblütentag, den der Weilheimer Stadtmarketing-Verein vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben hat, an seinem ersten runden Geburtstag weitere Neuerungen parat. So wurde erstmals zu einer botanischen Führung auf dem „Panoramaweg“ geladen. Pflanzenfreunde kamen auch bei Baumschulen-Führungen auf ihre Kosten. Die Kirchenführung, die das Angebot der beliebten Stadtführungen ergänzte, traf erwartungsgemäß ebenfalls auf viele Liebhaber.
Der bewährte kostenlose Buspendelverkehr nach Hepsisau sorgte dafür, dass für viele Weilheim keineswegs Endstation war. Natürlich war es vor allem der Blick in die von einem Blütenmeer erfüllte Landschaft, der die Gäste allerorten in seinen Bann zog. Bei idealem Wanderwetter mit Sonne und Temperaturen um 16 Grad Celsius nahmen viele den Weilheimer Hausberg, die Limburg, in Angriff. Wer das Katzmeierwegle bewältigt hatte, konnte aus luftigen knapp 600 Metern Höhe die Aussicht auskosten. Ob das Blütenmeer nun eher weiß oder zartrosa wogte, das war den genießerischen Wanderern dabei weitgehend gleichgültig. Allerdings betonten fachkundige Führerinnen, dass auf die Weilheimer Kirschbäume letztlich doch immer Verlass ist: Dank ausgesprochen kalter Nächte konnte die Sonne den weißen Blüten noch nicht gänzlich den Garaus machen.
Die Gastronomen in Häringen, Hepsisau und Weilheim präsentierten hungrigen Radlern und Wandersleuten ein umfangreiches Angebot. Das „Herz“ des Kirschblütentages schlug wie immer auf dem Gelände der Firma Erdbau Fischer. Dort war Dreh- und Angelpunkt aller Führungen, dort war für das leibliche Wohl bestens gesorgt, und dort konnte sich auch der Nachwuchs auf der Hüpfburg vergnügen.
