Göppingen. „Die Beschäftigungslage im Agenturbezirk hat sich weiter stabilisiert“, sagt Martin Scheel, Leiter der Göppinger Arbeitsagentur. Der Arbeitsmarkt profitierte von der guten Auftragslage insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Dienstleistungsbereich. „Dennoch ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorkrisenniveau noch um rund ein
Weniger Arbeitslose bei den Jugendlichen
Viertel höher und die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen mit geringeren Chancen auf dem Arbeitsmarkt ist bereits spürbar angewachsen“, so Scheel.
Beim Jobcenter des Landkreises Esslingen mit den Standorten in Esslingen, Kirchheim, Leinfelden-Echterdingen und Nürtingen ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent auf 7 129 Arbeitslose gestiegen. Beim Jobcenter des Landkreises Göppingen dagegen um 5,3 Prozent gesunken. Die Arbeitslosigkeit ist mit Ausnahme der Schwerbehinderten bei allen Perso-nengruppen zurückgegangen, jedoch in unterschiedlicher Ausprägung
Im April waren 1 348 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 8,5 Prozent weniger als im Vormonat. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen sank binnen Jahresfrist von 9,9 auf 7,7 Prozent. Bei den Jugendlichen unter 20 Jahren waren im April 233 Arbeitslose gemeldet; das sind 8,6 Prozent weniger als im Vormonat.
Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen ist im Vergleich zum Februar um 0,6 Prozent gesunken und liegt nun bei 6 058. Bei den Langzeitarbeitslosen waren ebenfalls weniger Personen als im Vormonat ar-beitslos gemeldet: 5 383 Menschen, also ein Prozent weniger als im Vormonat.
Bei den Schwerbehinderten waren im März mit 1 243 mehr Menschen als im Vormonat arbeitslos gemeldet. Das ist eine Zunahme um drei Prozent.
„Die Entwicklung in den letzten Monaten zeigt, dass besonders Jüngere von der Arbeitsmarktbelebung profitieren konnten. Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte, Ältere und Behinderte aber kaum. Für sie ist es weiter schwer, eine Arbeit zu finden“, so Scheel.
Die Arbeitslosenquote sank im April um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Landkreis Göppingen bei 4,6 Prozent und im Landkreis Esslingen bei 4,2 Prozent. Im Bereich der Geschäftsstelle Esslingen lag die Quote bei 4,7 Prozent, in Kirchheim bei 4,2 Prozent, in Leinfelden-Echterdingen bei 2,9 Prozent und in Nürtingen bei 4,1 Prozent.
Der Bestand an offenen Arbeitsstellen ist auch im April im Vergleich zum Vormonat weiter deutlich gestiegen: 6 421 ungeförderte Stellen wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcentern zur Besetzung gemeldet. Das sind 505 mehr als im Vormonat, und 2 625 mehr als im Vorjahr. 2 405 Stellen gingen der Agentur im Monat April neu zu, das waren 99 mehr als im März und 646 mehr als im April des Vorjahres. „Der weiterhin hohe Stand an Arbeitsstellen zeigt sehr deutlich, dass die heimische Wirtschaft gut aus der Krise kommt. Wir haben aktuell den höchsten Stand an offenen Arbeitsstellen seit 30 Monaten“, so der Leiter der Göppinger Arbeitsagentur.
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2010 meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen 3 766 Bewerber um eine Ausbildungsstelle – 7,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich
Größere Zahl an Ausbildungsstellen wird nicht besetzt
gab es 4 161 gemeldete Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 7,1 Prozent. Im April standen noch 2 080 nicht besetzte Ausbildungsstellen 2 006 unversorgten Bewerbern gegenüber. Nach Angaben der Agentur haben Bewerber damit in diesem Ausbildungsjahr rein rechnerisch wieder bessere Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Auf Arbeitgeberseite zeichnet sich allerdings ab, dass eine größere Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen nicht besetzt werden kann.
Die Zahlen zur Kurzarbeit liegen nun für September und Oktober des Vorjahres vor: Im September waren 4 519 Arbeitnehmer in 457 Betrieben aus konjunkturellen Gründen in Kurzarbeit beschäftigt, im Oktober waren es 4 274 Kurzarbeiter in 429 Betrieben. aa
