Freude über gute Jahresbilanz beim Eine-Welt-Verein Kirchheim
„Der Faire Handel ist nicht zu stoppen“

Bei der Mitgliederversammlung des Eine-Welt-Vereins Kirchheim stand der Titel „Fairtrade Town“, den Kirchheim jüngst erworben hat, im Vordergrund.

Kirchheim. Zweistellige Zuwachsraten im Fairen Handel, ein steigendes Bewusstsein in der Bevölkerung für Nachhaltigkeit und entsprechendes Handeln, der Titel einer Stadt des Fairen Handels (FTT) als Krönung monatelanger Vorarbeit, eine gelungene Spendenaktion für eine Kinderhilfsorganisation auf den Philippinen und ein ansprechender neuer Internet-Auftritt, der gerade entsteht – Songard Dohrn, die Vorsitzende des Eine-Welt-Vereins Kirchheim, hatte in ihrer Jahresbilanz zur Mitgliederversammlung gleich mehrfach Grund zur Freude.

Aufbruchsstimmung und Frühlingserwachen machte sie beim Thema Fairer Handel aus: „Selbst eingefleischte Ökomuffel kommen langsam ins Grübeln über den sorglosen Umgang mit der Natur und greifen immer öfter nach umwelt- und sozialverträglichen Produkten“, sagte sie und zitierte aus dem jüngsten Jahresbericht der Siegelorganisation Fairtrade, deren Logo eine wertvolle Orientierungshilfe beim Einkaufen gibt, welche Waren aus fairer Produktion stammen: „Der Faire Handel ist nicht zu stoppen.“ Im Vergleich zum Vorjahr habe er 2010 eine Steigerung um 27 Prozentpunkte verzeichnen können.

Die Buchstaben „FTT“ nahmen in der Bilanz der Vorsitzenden breiten und prominenten Raum ein: Seit Ende des vergangenen Jahres trägt Kirchheim den Titel einer „Fairtrade Town“, einer Stadt des Fairen Handels. Im November wurde die Teckstadt als vierte Stadt in Baden-Würt­temberg und als erste Stadt im Großraum Stuttgart mit diesem Titel ausgezeichnet. Auf ihm wolle man sich nicht ausruhen, machte Songard Dohrn deutlich. Vielmehr soll die Auszeichnung Ansporn sein, dem Fairen Handel bei den Bürgern der Teckstadt ein noch bekannteres Gesicht zu geben und der Förderung des Fairen Handels eine noch bessere Plattform zu verschaffen.

Die AG Entwicklungspolitik des Eine-Welt-Vereins bezeichnete Dohrn in diesem Zusammenhang als Keimzelle der Steuerungsgruppe Faire Stadt. Die Bemühungen dieser Gruppe, zusammengesetzt aus Menschen unterschiedlicher Bereiche und verschiedener Gruppen und Organisationen, hatten Kirchheim den Titel eingebracht, nach Dohrns Worten „das herausragende Ereignis des Vereinsjahres.“ Das Bestreben sei jetzt, dass in noch deutlich mehr Geschäften und Gastronomiebetrieben Kirchheims fair gehandelte Produkte angeboten werden.

Mittlerweile seien die Kirchheimer Erfahrungen in Sachen FTT-Bewerbung auch in anderen Städten und Gemeinden gefragt, berichtete die Vorsitzende. So habe sich eine Gruppe aus dem Agenda- und Weltladen-Bereich von Esslingen in der Nachbarstadt kundig gemacht, auch in Mühlheim beispielsweise oder in Wangen im Allgäu ist der Rat aus der Teckstadt gefragt.

Als weiteren wichtigen Erfolg des Eine-Welt-Vereins im vergangenen Jahr nannte Songard Dohrn die Aktion „Kirchheim – affenstark und fair“, bei der Schüler der Teckstadt mehrere Hundert Euro Spenden für die philippinische Kinderhilfsorganisation Preda gesammelt hatten. Neugierig machte sie die Anwesenden bei der Mitgliederversammlung mit ihrer Ankündigung des Kirchheimer Beitrags zur „Fairen Woche 2011“ vom 16. bis 30. September. Dann will der Eine-Welt-Verein zu einem Kochkurs in der Familien-Bildungsstätte einladen, an dessen Ende ein regio-faires Genießermenü steht. „Die Verknüpfung fair und regional ist uns wichtig und selbstverständlich. Fair beginnt vor unserer Haustür“, betonte Songard Dohrn.

Einen Ämterwechsel und ein neues Gesicht gibt es im Vorstand des Eine-Welt-Vereins: Dorothee Mühlenbruch folgt als Beisitzerin auf Ursula Bombera, die anstelle von Susanne Lorch künftig Schriftführerin des Vereins ist. Lorch zieht in wenigen Tagen an den Bodensee. In ihrem neuen Garten sollen Kräuterpflanzen wachsen und gedeihen, die ihr die Zweite Vorsitzende Barbara Fischer zum Abschied überreichte. Das Führungsgremium des Kirchheimer Eine-Welt-Vereins komplettieren Songard Dohrn als Vorsitzende und Barbara Schneider als Kassiererin.mk