Kirchheim. „Da haben Sie einen ganz großen Fisch geangelt“, freute sich Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker beim Pressegespräch im Rathaus. Die warmen Worte galten der Vorsitzenden der Martinskirchenstiftung, Dekanin Renate Kath, und dem Geschäftsführer von Bankwitz Architekten, Matthias Bankwitz, der den „Fisch“ für die Martinskirchenstiftung an Land gezogen hat. Matthias Bankwitz, der auch im Stiftungsrat sitzt, hat nicht nur Notker Wolf für den Vortrag gewinnen können, sondern übernimmt mit seinen Mitarbeitern die Organisation und Vermarktung des Vortrags. Der Erlös kommt der Martinskirchenstiftung zugute, die sich den Erhalt des sanierungsbedürftigen Bauwerks auf die Fahnen geschrieben hat.
Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe „Werte, Ethik und erfolgreiches Wirtschaften“ statt, die die Martinskirchenstiftung in diesem Jahr angestoßen hat. Im Februar war Pater Zoche zu Gast. Renate Kath und Matthias Bankwitz sind zuversichtlich, in Notker Wolf einen echten Publikumsmagneten gefunden zu haben. „Wir rechnen mit 800 Zuhörern“, so Renate Kath. Die Martinskirche fasst insgesamt 1 000 Menschen. Damit auch jeder etwas hört, hat Matthias Bankwitz eine gute Akustik an diesem Abend zur Chefsache erklärt. Renate Kath freut sich auf den Vortrag, besonders auch auf die Gespräche danach. „Werte sind das ureigenste Thema der Kirchen. Wir wollen mit den Menschen ins Gespräch darüber kommen, wie wir im Spannungsfeld unserer vernetzten Welt Werte leben können“, sagte sie.
Notker Wolf wurde am 21. Juni 1940 als Sohn eines Schneiders in Grönenbach im Allgäu geboren. 1961 trat er in das Benediktinerkloster Sankt Ottilien ein. Notker Wolf studierte Philosophie, Theologie, Zoologie, anorganische Chemie und Geschichte der Astronomie. Den Doktortitel trägt er in Philosophie. Er korrespondiert in 13 Sprachen, sieben davon spricht er fließend.
Im September 2000 wurde Notker Wolf zum neunten Abtprimas und gleichzeitig zum obersten Repräsentanten der Benediktiner gewählt. Die „Agentur für Helden“, die ihn als Redner vermittelt, beschreibt ihn als den „CEO der Benediktiner, einem globalen Unternehmen mit über 1 000 Klöstern und 25 000 Mitarbeitern in aller Welt“. Nebenbei pflegt Notker Wolf seine Liebe zur Musik und greift für seine Band „Feedback“ zur E-Gitarre oder Querflöte. Die Band orientiert sich musikalisch an den „Rolling Stones“. Als sein Lieblingslied bezeichnet der Abtprimas augenzwinkernd den Titel „Highway to Hell“ von AC/DC.
Notker Wolf ist Autor zahlreicher Bücher, darunter Abhandlungen über den Glauben, aber auch Ratgeberbücher. Unter anderem appelliert er an seine Zuhörer: „Wir brauchen den Mut und die Lust, etwas zu tun, und nicht immer nur zu warten.“ Das weit verbreitete „Schubladen-Denken“, wonach die Lösung der Probleme vom Staat kommen müsse, lehnt er dagegen ab und ist davon überzeugt, dass Kreativität, Erfindergeist, Strebsamkeit und weniger Egoismus entscheidend zum Überwinden von Krisen beitragen können.
Der Vortrag findet am Donnerstag, 17. Januar, um 19.30 Uhr in der Martinskirche statt. Karten gibt es unter anderem bei der Kirchheim-Info im Max-Eyth-Haus.
