Lenningen. „Der Abschluss war ein maßgerechtes Ergebnis mit einem relativ moderaten Gewinn“, sagte Kämmerer Herbert Braun über den Jahresabschlus 2010 für den Eigenbetrieb Wasserversorgung. Rund 8 000 Euro beträgt dieses Plus. Die Anhebung des Wasserpreises ab Januar vergangenen Jahres mache die höheren Erlöse auf eindrückliche Art deutlich, so Herbert Braun. Um knapp 70 000 Euro sei der Betrag dadurch angestiegen. Insgesamt weist die Bilanz einen Betrag von 3,87 Millionen Euro auf. Auf die Erträge entfallen rund 767 000 Euro, auf die Aufwendungen knapp 760 000 Euro.
„Unser Ziel ist dank der Erhöhung erreicht. Dadurch ist kein Verlust entstanden und die Aufwendungen und Erträge haben sich die Waage gehalten“, so das Fazit von Herbert Braun. Seiner Ansicht nach wird man jedoch auf Dauer nicht an einer Wasserkalkulation ab dem Jahr 2012 vorbeikommen. Sollte die Bilanz positiv ausfallen, wäre dies eine verdeckte Gewinnausschüttung und dafür wird eine Kapitalertragssteuer fällig. „Deshalb erhält eine nahezu erreichte schwarze Null eine höhere Bedeutung als früher“, erklärte der Kämmerer.
Weil die Einwohnerzahl Lenningens stetig nach unten geht und jeder Haushalt Wasser spart, muss nach Ansicht von Herbert Braun die Gebührenberechnung neu überdacht werden, auch wenn die Wasserverkaufsmenge nicht mehr so stark fällt wie in den vergangenen Jahren. „Wir haben einen hohen Fixkostenanteil und den sollten wir uns über eine Grundgebühr hereinholen. Darüber hinaus sollten wir gebrauchsabhängig die Gebühr verlangen“, sagte Herbert Braun. Dies hat nach Ansicht von Bürgermeister Michael Schlecht einen „gewissen Charme“. Auf diese Art könnte die Gemeinde einen Teil der Fixkosten sicher abdecken aber trotzdem einen Anreiz zum Sparen bieten.
Erfreut zeigte sich Armin Diez über die wesentlich geringeren Wasserausfälle durch Rohrbrüche, die in der Vergangenheit teilweise kritische Ausmaße angenommen hatten. „Wir haben 2010 einen Rohrbruch gefunden, der über Jahre gelaufen ist“, konnte der Kämmerer erfreut berichten. Sobald ein Rohrbruch festgestellt wird, werde der Schaden behoben. Hilfreich seien dabei die extra dafür angeschafften Geräte. „Wir werden uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen“, versprach der Kämmerer. Die Technik allein dämmt die Wasserausfälle aber nicht ein. „Herr Hertel sieht jeden Rohrbruch als seinen persönlichen Feind an“, ergänzte Michael Schlecht schmunzelnd. Jan Hertel ist bei der Gemeinde für den Bereich Wasserversorgung zuständig und spürt nachts den Wasserausfällen nach, wenn in einem Hochbehälter plötzlich höhere Wassermengen abfließen. Nachts stören zum einen weniger Nebengeräusche die Messung, zum andern wird um diese Zeit kaum Wasser von den Bürgern verbraucht.
„Es zahlt sich aus, dass wir uns zielgerichtet optimal aufgestellt haben. Zeitnahe Pflege und Wartung ist bares Geld bei unserer Struktur“, sagte Georg Zwingmann. Wie die Gebühren strukturiert werden sollen, darüber ist er sich jedoch noch nicht so ganz im Klaren. Weniger Wasserverbrauch findet er gut, allerdings sieht er auch den Zielkonflikt mit den Fixkosten bei der Wasserversorgung. Deshalb ist für ihn eine Grundgebühr „verfolgenswert“.
