Dettingen. Am morgigen Samstag, 30. April, hat das Kirchheimer Hallenbad zum letzten Mal seine Pforten geöffnet. Das bedeutet nicht nur für die Teckstadt einen großen Einschnitt – auch auf die Gemeinde Dettingen kommen Veränderungen zu. Denn wie berichtet, haben die beiden Kommunen eine Kooperation vereinbart und betreiben das Dettinger Hallenbad ab September gemeinsam.
Zwischen Dettingen und dem bisherigen privaten Betreiber Michael Langelage, der das Bad fünf Jahre lang gepachtet hatte, besteht zwar noch ein Vertrag bis zum Jahresende. „Michael Langelage steigt aber im Herbst vorzeitig aus“, informiert Peter Wallawitz, Vorsitzender des Fördervereins Hallenbad Dettingen.
„Der Schwimmbetrieb im Dettinger Bad wird sich während der Wintersaison völlig verändern“, prophezeit der Vereinsvorsitzende. So gebe es künftig „einen engen Zeitplan“, der sich hauptsächlich auf die Vereine und Schulen konzentriere. „Bis jetzt galt das Dettinger Bad als öffentliche Badeanstalt – ab Herbst handelt es sich hingegen um ein Schul- und Vereins-Schwimmbad mit eingeschränkten öffentlichen Badezeiten“, sagt Peter Wallawitz. So hat das Dettinger Bad in der Wintersaison – also von September bis Mai – an folgenden Tagen für die Öffentlichkeit geöffnet:
• dienstags, mittwochs und freitags von 6 bis 7.30 Uhr
• samstags von 8 bis 17 Uhr und
• sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Alle anderen Zeiten sind für die Dettinger und Kirchheimer Schulen sowie Vereine vorgesehen. In der Sommersaison von Mai bis September gebe es für die Öffentlichkeit aber keine Einschränkungen, fügt Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann hinzu. Er bittet dafür um Verständnis, dass in den Wintermonaten eine gewisse Flexibilität notwendig sei. „Die Alternative wäre gewesen, öffentliches Schwimmen gar nicht mehr anzubieten.“
Auch der Vorsitzende des Fördervereins sieht in der Kooperation zwischen den beiden Kommunen die derzeit optimale Lösung. Aus Dettinger Sicht bringe die Vereinbarung sowohl im finanziellen als auch im organisatorischen Bereich Vorteile mit sich. Zum Beispiel müsse die Gemeinde während der Schul- und Vereins-Schwimmzeiten keinen Bademeister stellen, weil die Schulen und Vereine selbst für Aufsicht sorgen. „Das ist eine wesentliche Erleichterung.“
Auf der finanziellen Seite spart die Gemeinde Dettingen rund 100 000 Euro im Jahr, informiert Kämmerer Jörg Neubauer. Der bisherige Zuschussbedarf lag bei 250 000 Euro jährlich. Die Einsparung ergibt sich unter anderem daraus, dass die Teckstadt von September bis Mai 37 Schwimmstunden pro Woche im Dettinger Bad einkauft. Dafür bezahlt sie der Gemeinde voraussichtlich zwischen 130 000 und 140 000 Euro im Jahr. Für Reparaturen unter 10 000 Euro kommt Dettingen selbst auf, ab 10 000 Euro beteiligt sich die Stadt Kirchheim mit 50 Prozent.
Um den kommunalen Haushalt zu entlasten und damit das Dettinger Bad vor dem Aus zu bewahren, wurde vor fünf Jahren der Förderverein ins Leben gerufen. Die rund 100 Mitglieder sorgten dafür, dass durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Erlöse aus Veranstaltungen im Jahr zwischen 5 000 und 10 000 Euro für das Hallenbad eingenommen wurden. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde konnte man mit diesem Geld unter anderem die Fensterscheiben im Bad austauschen.
Weil das Ziel des Fördervereins – nämlich der Erhalt des Dettinger Bades – durch die Kooperation mit Kirchheim erreicht wurde, haben die Mitglieder bei ihrer Jahreshauptversammlung beschlossen, den Verein zum Jahresende hin aufzulösen. „Es war aber auch so, dass das Interesse der Mitglieder nachgelassen hat“, räumt Peter Wallawitz ein, der die Auflösung des Vereins ein wenig bedauert. „Wir hätten auch in Zukunft noch etwas beitragen können, um den Abmangel des Bades zu verringern.“
Das am Jahresende 2011 vorhandene Vermögen des Fördervereins – dabei handelt es sich um voraussichtlich 12 000 Euro – stellen die Mitglieder der Gemeinde zweckgebunden für das Hallenbad zur Verfügung, informiert Peter Wallawitz. Ihm ist allerdings bewusst, dass das Dettinger Bad nicht auf ewige Zeiten bestehen bleibt. „Wahrscheinlich gibt es das Hallenbad noch zwischen fünf und zehn Jahre“, schätzt der Vereinsvorsitzende. Denn die Stadt Kirchheim spekuliere bereits damit, über kurz oder lang ein neues Bad in der Teckstadt bauen zu können. Und dann würde sich das Blatt wenden: Die Gemeinde Dettingen hat sich nämlich dazu verpflichtet, ihr Bad zu schließen und zurückzubauen, sobald die Teckstadt ein neues Bad eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt müsste Dettingen für seine Schulen und Vereine Schwimmstunden im Kirchheimer Bad einkaufen.
