Erwerbslosigkeit steigt saisonbedingt auf vier Prozent – Bestand offener Arbeitsstellen sinkt
Deutlich mehr Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk ist im Januar deutlich auf vier Prozent gestiegen. 16 207 Menschen waren in den Landkreisen Esslingen und Göppingen, die der Bezirk der Arbeitsagentur umfasst, arbeitslos gemeldet. Das waren 1 374 mehr Menschen als im Vormonat.

Göppingen. Während die Arbeitslosenquote im gesamten Bezirk auf vier Prozent gestiegen ist, liegt sie in Kirchheim etwas niedriger bei 3,6 Prozent. Der Anstieg der Erwerbslosenquote ist laut Wilfried Hüntelmann, Leiter der Agentur für Arbeit Göppingen, kein Anzeichen für eine Eintrübung am Arbeitsmarkt. „Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit ist zu dieser Jahreszeit üblich und überwiegend saisonalen Gründen geschuldet“, sagte er. Dass die Arbeitslosigkeit im Januar steige, sei kein regionales Phänomen, sondern zeige sich im gesamten Land Baden-Württemberg. In allen Arbeitsagenturen seien mehr Menschen arbeitslos gemeldet als noch im Dezember. Der Wintereinbruch, aber auch die Kündigungen, die zum Jahresende wirksam werden, bildeten sich in der Statistik ab.

Von allen Arbeitslosen im Agenturbezirk bezogen 8 899 Menschen Arbeitslosengeld (ALG) II, auch Hartz IV genannt, und wurden von den Mitarbeitern der Jobcenter in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen betreut. Ihre Zahl hat im Vergleich zum Vormonat um 6,4 Prozent zugenommen. Beim Jobcenter des Landkreises Esslingen mit den Standorten in Esslingen, Kirchheim, Leinfelden-Echter­din­gen und Nürtingen stieg die Zahl der ALG-II-Bezieher im Vergleich zum Vormonat um 4,8 Prozent auf 5 720 Arbeitslose. Beim Jobcenter des Landkreises Göppingen mit den Standorten Geislingen und Göp­pingen waren 3 179 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 9,4 Prozent mehr als im Vormonat.

Im vergangenen Monat ist die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen gestiegen – am deutlichsten aber bei den Jüngeren. Im Januar waren 1 517 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 13 Prozent mehr als im Vormonat. Bei den Jugendlichen unter 20 Jahren waren im Januar 210 Arbeitslose gemeldet; das waren 7,1 Prozent mehr als im Vormonat. Auch die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen ist gestiegen: Im Vergleich zum Dezember um 7,5 Prozent auf 5 161 Personen.

4 684 Menschen waren im Januar seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das waren fünf Prozent mehr als im Vormonat. Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen, und zwar um 2,3 Prozent. 1 123 schwerbehinderte Personen sind nun arbeitslos.

Der Bestand an offenen Arbeitsstellen ist im Vergleich zum Dezember weiter gesunken: 6 128 ungeförderte Stellen – also freie Arbeitsplätze, die ohne Einbeziehung geförderter Stellen wie Arbeitsgelegenheiten nach dem Sozialgesetzbuch II angeboten werden – wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur und Jobcentern zur Besetzung gemeldet. Das waren 6,5 Prozent weniger als im Vormonat. Insgesamt 1 274 Stellen wurden im Januar neu gemeldet, das waren 22,6 Prozent weniger als im Dezember.

Die anhaltend stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt hat dazu geführt, dass Arbeitsplätze im Bezirk entstanden sind und Personal weiter aufgebaut wurde. Zum Stichtag 30. Juni 2012 waren 266 816 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt: 2,4 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Ein Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat in nahezu allen Branchen stattgefunden. Bei der Arbeitnehmerüberlassung und der öffentlichen Verwaltung waren allerdings weniger Menschen beschäftigt.aa