Kreis Esslingen. „Die vielfältigen Maßnahmen zur Reduzierung der Unfälle mit schweren Folgen zeigen Erfolge“, sagt Dieter Schneider, Präsident des Landeskriminalamts, zur Unfallstatistik 2013. „Wir werden mit unseren Anstrengungen nicht nachlassen und die Verkehrssicherheitsarbeit sehr gezielt ausrichten. Jeder Verkehrstote ist ein getöteter Mensch zu viel.“
Die Gesamtzahl der Unfälle im Landkreis Esslingen stieg 2013 mit 13 730 Fällen leicht an (2012 waren es 12 997 Fälle). Während dabei die Anzahl der Unfälle mit verletzten Personen mit 1 501 Unfällen nahezu konstant blieb (2012: 1 491), war bei den Unfällen mit Sachschaden ein leichter Anstieg von knapp 0,6 Prozent auf 12 229 Fälle zu verzeichnen. Der dadurch entstandene volkswirtschaftliche Schaden beläuft sich auf über 158 Millionen Euro.
Die häufigsten Unfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, nicht beachtete Vorfahrt anderer Verkehrsteilnehmer und überhöhte Geschwindigkeit. Doch freilich gab es auch alkohol- und drogenbedingte Verkehrsunfälle sowie Unfälle wegen Übermüdung oder sonstiger körperlicher Mängel.
Mit acht Unfalltoten im Landkreis wurde 2013 ein historisches Tief erreicht; 2012 waren noch 13 Unfalltote zu beklagen. Insgesamt verunglückten 1 894 Personen bei Verkehrsunfällen. Die Anzahl der schwer verletzten Personen blieb mit 365 Verletzten nahezu konstant (2012: 368), wobei die Zahlen der leicht verletzten Personen mit 1 521 Verunglückten leicht zunahmen (2012: 1 476).
Erfreulicherweise entwickelten sich auch die Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fußgängern mit 192 Fällen leicht zurück (2012: 197). Die Zahl der Getöteten sank von fünf auf drei, die der Schwerverletzten von 59 auf 56 und die der Leichtverletzten von 136 auf 128.
Ein weiterer erfreulicher Trend zeichnete sich bei den Unfällen mit motorisierten Zweiradfahrern ab. Die 312 Unfälle im Jahr 2013 lagen dabei deutlich unter dem Mittelwert der vergangenen Jahre. Besonders hervorzuheben ist, dass auch die Anzahl der Verletzten seit 2010 kontinuierlich rückläufig war. Im vergangenen Jahr wurden 268 Motorradfahrer verletzt (2012: 284), 75 davon schwer (2012: 88). Bei zwei Motorradfahrern waren die Verletzungen so schwer, dass sie an den Unfallfolgen verstarben. Bei allen Unfällen waren die verletzten oder getöteten Personen die Zweiradfahrer selbst. Erneut war hier überhöhte Geschwindigkeit die Hauptunfallursache.
Auch bei der Risikogruppe der jungen Erwachsenen setzte sich die positive Entwicklung fort. Exemplarisch dafür war der deutliche Rückgang von vier auf eine getötete Person in dieser Gruppe. Bei den Gesamtunfallzahlen war mit 1 392 Fällen allerdings ein leichter Anstieg um 5,5 Prozent zu verzeichnen.
Unfälle mit älteren Verkehrsteilnehmern über 65 Jahre haben 2013 mit 1 218 leicht zugenommen (2012: 1 147). Diese Entwicklung ist auf den demografischen Wandel zurückzuführen und zeigt, dass immer mehr Verkehrsteilnehmer dieser Altersgruppe aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Trotzdem war die Anzahl der verletzten Senioren mit 193 Verunglückten um über zehn Prozent rückläufig. Zwei Personen dieser Altersgruppe kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben (2012: sechs).
Unfälle mit Radfahrern haben mit 396 Fällen leicht zugenommen (2012: 379). Bei mehr als der Hälfte der Unfälle wurden die Unfallursachen durch den Radfahrer selbst gesetzt. Erfreulich war, dass trotz der leicht gestiegenen Unfallzahlen der Anteil der verletzten Radfahrer mit 331 Verletzten nahezu konstant geblieben ist (2012: 333).
Bei den Unfällen unter Beteiligung von Kindern hat sich die in den Vorjahren begonnene positive Entwicklung der Unfallzahlen leider nicht fortgesetzt. 2013 war ein Anstieg auf 119 Unfälle zu verzeichnen (2012: 109). Während die Anzahl der leicht verletzten Kinder von 116 auf 134 anstieg, blieb die Zahl mit 28 schwer verletzten Kindern gegenüber dem Vorjahr gleich.
Im Fünfjahresvergleich waren die alkoholbedingten Verkehrsunfälle kontinuierlich rückläufig. Die Gesamtzahl der Alkoholunfälle entsprach mit 214 weitestgehend dem Vorjahresniveau (2012: 212). Während die Anzahl der dabei getöteten Personen von drei auf vier anstieg, sank die Zahl der Schwerverletzten von 33 auf 28. Die Anzahl der Leichtverletzten blieb mit 69 auf dem Vorjahresniveau. Die Zahl der Unfälle unter Drogenbeeinflussung entwickelte sich mit 20 registrierten Fällen leicht negativ (2012: 17). Bei Unfällen dieser Kategorie wurden drei Personen schwer (2012: vier) und acht Personen leicht verletzt (2012: sechs).
Beim Thema Unfallflucht war 2013 mit 3 323 Fällen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen (2012: 2 943). Die Aufklärungsquote mit Verletzten konnte auf 53 Prozent erhöht werden (2012: 45 Prozent).
Schulwegunfälle sanken gegenüber dem Vorjahr von 45 auf 42, wobei sich die Zahl der Leichtverletzten um drei auf 39 leicht erhöhte. Besonders hervorzuheben ist die rückläufige Entwicklung bei den schwer Verunglückten. Während im Vorjahr noch elf Schwerverletzte zu beklagen waren, sank diese Zahl 2013 auf fünf.lp
