Dettingen. „Die Zeit drängt. Es ist wichtig, dass wir einen Knopf an das Thema machen“, sagte Bürgermeister Rainer Haußmann zu Beginn der Sitzung. Er hatte außerdem eine erfreuliche Nachricht zu verkünden: Dettingen erhält eine Aufstockung von Fördermitteln aus dem Landessanierungsprogramm in Höhe von 800 000 Euro.
Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft hatte vor Kurzem über die Anträge der Städtebauförderung entschieden, und zu den landesweit 330 geförderten Vorhaben gehört die Erhöhung der Mittel für Sanierungsvorhaben in Dettingen. „Wir freuen uns über diese Fördermittel. Sie sind eine wichtige Hilfe“, sagte der Bürgermeister und ergänzte, dass das Geld für die Sanierung des Kindergartens Regenbogen und den Rathausumbau verwendet werden soll.
Trotz des willkommenen Geldsegens hat der Gemeinderat einstimmig unterschiedlichen Einsparvorschlägen der Arbeitsgruppe „Kindertageseinrichtungen“ zugestimmt, auf die Daniel Overhoff vom Stuttgarter Architekturbüro Zoll kurz einging. Im Einzelnen handelt es sich um Ausstattungsdetails, die auf den Grundriss des Kindergartens keine Auswirkungen haben. So sollen zum Beispiel die Personal- und Werkräume weniger Einbauschränke erhalten als ursprünglich vorgesehen. Außerdem sollen die Glasflächen an der Südfassade des Anbaus verkleinert werden. Und im Westbau soll es keine bodentiefen Fenster geben.
Den größten Posten bei den Einsparungen mit rund 13 300 Euro bildet die geplante Lüftungsanlage in den Sanitärbereichen, die laut Overhoff durch eine „reduzierte Abluftanlage“ ersetzt werden soll. Beim Thema Be- und Entlüften schlug die Arbeitsgruppe vor, den Anbau auf jeden Fall mit einer Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung auszustatten. Im Altbau hingegen sei eine solche Anlage nicht notwendig. Hier soll das Lüften ausschließlich durch Fensterkippen und -öffnen erfolgen.
„Ist die Belüftung im Altbau ausreichend?“, wollte Dr. Werner Hack (Freie Wählergemeinschaft) wissen und verwies auf mögliche Schimmelpilzbildung. Diese Sorgen konnte Hartmut Kayser vom Ingenieurbüro ebök aus Tübingen zerstreuen: Lassen die Kindergartenmitarbeiterinnen regelmäßig frische Luft in die Räume, sieht er hier kein Problem. Entwarnung gab Architekt Overhoff auch auf die Frage von Dietmar Vogt (fraktionslos), ob aufgrund der Einsparungen mit Nachrüstungen in einigen Jahren zu rechnen sei: „Wir haben keine essenziellen Dinge gestrichen. Ich sehe die Gefahr nicht, dass Sie etwas nachrüsten müssen.“
Insgesamt liegen die beschlossenen Einsparungen bei rund 84 800 Euro, sodass die Gesamtkosten für die Sanierung etwa 2,18 Millionen Euro betragen. Kämmerer Jörg Neubauer informierte die Räte noch darüber, dass die Kinder und Mitarbeiterinnen des Kindergartens im September in ein Provisorium im Lautergarten umziehen. Im Oktober soll dann mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden.
