„Pepper & Salt“ begeistern mit ihrem neuen Programm „Seng Shui“ in Lindorf
Die schwäbische Suche nach Erleuchtung

Kirchheim. Einen Koffer in der Hand, schrille Outfits und schwäbischer Gesang – das fünfstimmige A‑cappella-Ensemble „Pepper & Salt


machte sich im Bürgerhaus in Lindorf auf die Suche nach der schwäbischen Erleuchtung. Bereits zum zweiten Mal war das Ensemble Gast im ausverkauften Bürgerhaus. An diesem Abend überraschten sie mit einem humorvollen, neuen und schwäbischen Programm „Seng Shui“.

Das Quintett mit Annette Kienzle-Ehrlich (Sopran), Jeschi Paul (Alt), Robert Kast (Tenor I), Klaus Rothner (Tenor II) und Stephan Boehme (Bass) begeisterte das Publikum durch lockeren und frischen Humor. Vom Schwabenländle über Afrika und China: Auf einer musikalischen Weltreise durchquerte das sympathische Ensemble an diesem Abend viele Kontinente.

Geschwätzt, gesungen und sogar meditiert wurde natürlich auf Schwäbisch. Während der Exkursion klärte „Pepper & Salt“ seine Zuschauer über Weisheiten und Erkenntnisse der Schwaben auf. Dabei überzeugten sie als eingespieltes Team durch witzige Eigenkompositionen und hervorragende Intonation. Fünf alte Koffer schleppten die Darsteller für ihre Weltreise auf die Bühne. Diese wurden nicht nur als Requisite, sondern gleichzeitig auch als Schlagwerk genutzt.

Die Schwaben sind ein Völkchen für sich. Charmant stellte das Ensemble viele verschiedene Macken und Vorlieben in den Vordergrund: Die Zuschauer konnten sich vor Lachen kaum halten, als „Pepper & Salt“ versuchte, über komplizierte Familienverhältnisse im Schwabenländle aufzuklären. Vom Dede über die Ahne bis zum Eidam: Bei so viel schwäbischem Vokabular war für Nicht-Schwaben ein kurzer Crashkurs notwendig. Anhand eines gesungenen Fallbeispiels zeigten sie, dass ein Ehemann im Schwabenländle sowohl der Neffe von seinem Sohn, aber auch gleichzeitig Großvater seiner Frau sein kann.

Bei einer multischwäbischen Singreise dürfen natürlich auch das „Äffle und Pferdle“ nicht fehlen: Zusammen gab das Quintett den „Hafer-Bananen-Blues“ zum Besten.

Auf ihrer Suche nach Erleuchtung gelangte das Ensemble sogar an den Broadway, „da wo‘s den guada Bradn gibt“. Mit silbernen, blauen und grünen Glitzerkostümen in Kombination mit Ballettschläppchen sangen und tanzten sie sich mit amüsanten Choreografien durch die 80er-Charts. Der übertrieben männliche Hüftschwung im Cover Stop von Sam Brown ließ vor allem Zuschauerinnen Tränen lachen.

Auf der Weltreise entdeckte das Quintett Parallelen zwischen typischer Landesmusik und dem Jodeln. Darunter versteht „Pepper & Salt“ „den Urschrei der Erleuchtung“. So war das Ensemble in der Lage, auf Italienisch, Chinesisch, Russisch und sogar Brasilianisch zu jodeln.

Neben unterhaltenden und fetzigen Programmpunkten zeigten sich die Musiker auch durch ruhigere Stücke vielseitig: Das gefühlvoll gesungene und anspruchsvolle Arrangement „The Secret Marriage“ von Sting ging allen Zuschauern unter die Haut.

Aber auch das Publikum war gefragt. Bei „My Bonnie Is Over The Ocean“ forderte das Ensemble zum Mitmachen auf. Auf Handzeichen mussten die Zuschauer aufstehen und sich wieder setzen, wodurch sich der Saal in eine gigantische Ozeanwelle verwandelte.

Trotz vielem und schnellem Gesang, war der Text sehr gut verständlich. Auch Nicht-Schwaben konnten dem Inhalt ohne Prob­leme folgen. „Zum Programm trägt eigentlich jeder bei“, erklärt Robert Kast. So bringt jeder Sänger des Quintetts seine eigene persönliche Note in das Programm mit ein.

Zum Schluss kam das Ensemble zur Erkenntnis, dass die wahre Erleuchtung vor allem in der eigenen Heimat zu finden ist. Dort ist es einfach am schönsten! Nach großem Applaus, zwei folgenden Zugaben und einem unvergesslichen Abend, verabschiedete „Pepper & Salt“ die Zuschauer unplugged mit dem Schlaflied „Guten Abend, gute Nacht“. Und eine Sache ist klar: Nicht nur die Zuschauer hatten an diesem Abend jede Menge Spaß. Auch den Darstellern konnte man die Lust am Singen schon von Weitem ansehen.