Neues Konzept weist Kindergärten Schul- und Teckstraße den Weg ins Jahr 2015
Die Seegemeinde steigt in Ganztagsbetreuung ein

Bissingen bündelt die Ganztagsbetreuung am Schulstandort. Bürgermeister Marcel Musolf hat dazu ein neues Konzept für die Kindergärten Schul- und Teckstraße vorgestellt. Es soll ab 2015 greifen.

Bissingen. In Kürze wird der Bau des Kindergartens an der Bissinger Grundschule beginnen. Die Zuschüsse dafür fließen in ausreichender Höhe, wie Bürgermeister Musolf versicherte. Deshalb erarbeitete die Verwaltung über die Sommerpause eine Konzeption für die Kindergärten Schul- und Teckstraße. Diese sieht für den neuen Kindergarten an der Schule vor, neben der Halbtagskrippe im U 3-Bereich eine Ganztagskrippe von 7 bis 17 Uhr (an drei Tagen) und von 7 bis 13 Uhr (an zwei Tagen) zu eröffnen. Dort werden auch die über Dreijährigen in der Ganztagsgruppe zu den genannten Zeiten betreut.

Im Kindergarten Teckstraße werden die beiden altersgemischten Gruppen Ü 3/U 3 beibehalten. War die Regelgruppe der über Dreijährigen seither im Kindergarten Pfarrstraße angesiedelt, so kommt sie nun nach Auflösung des Pfarrstraßen-Schüles in der Teckstraße unter.

Für alle drei Gruppen können Eltern den Verlängerte-Öffnungszeiten-Tarif – von 7 bis 13 Uhr – und ergänzend dazu das Nachmittagsmodul buchen. Somit können sie wählen zwischen den regulären Kinderbetreuungszeiten ab 7.45 Uhr und dem Verlängerte-Öffnungszeiten-Tarif ab 7 Uhr.

Mit dieser neuen Gruppenkonzeption für die Kindergärten in der Schulstraße und der Teckstraße trägt die Seegemeinde zum einen der politischen Zielsetzung im U 3-Bereich „pro Ganztagsbetreuung“ Rechnung. Sie reagiert aber auch auf den konkreten Bedarf in diesem Bereich. Wichtig war es dem Bürgermeister darüber hinaus, die Betreuungszeiten zu harmonisieren, damit die Eltern ihre Sprösslinge in die unterschiedlichen Gruppen und Standorte zur gleichen Zeit bringen und abholen können.

Die Ganztagsbetreuung wird ab 2015 zwar am Schulstandort gebündelt, kann aber bei Bedarf in den Kindergarten Teckstraße ausgeweitet werden. Die Räume dazu sind vorhanden.

Lob für die Konzeption gab es vom evangelischen Landesverband für Kindertagesstätten, mit dessen Beratungsstelle die Überlegungen besprochen wurden. Zustimmung fand der Entwurf auch im Kindergartenausschuss. Erzieherinnen und Eltern stehen dahinter, wie die Gemeinderäte Andreas Allmendinger und Andrea Bizer wussten.

Mit den bevorstehenden Veränderungen kann der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz der unter Dreijährigen in Bissingen weitestgehend erfüllt werden, so Musolf. Außerdem werde eine Qualitätssteigerung in den Kindergärten der Seegemeinde erreicht, und durch die flexiblen Betreuungsmodelle lasse sich auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern.

Die finanziellen Auswirkungen konnte Bürgermeister Marcel Musolf nur grob schätzen, weil es bei den Landeszuschüssen für Kindergärten noch keine Berechnungsmodelle gebe und noch unklar sei, wie viel Personal eingestellt werden müsse. Auch sei die Belegung schwer zu prognostizieren. Er ging jedoch von einem jährlichen Abmangel bei den Betriebskosten in Höhe von rund 20 000 bis 25 000 Euro aus.

Im Gesamthaushalt habe dies zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Auswirkung. Die Gebühren für die Ganztagsbetreuungs-Krippe sowie für den Verlängerte-Öffnungszeiten-Tarif will die Verwaltung bis zum Frühjahr 2014 kalkulieren, um den Eltern rechtzeitig die neuen Tarife mitteilen zu können. Hierbei werden auch gleich die Gebühren für die Halbtagskrippe überprüft.

Die weiteren Kindergartengebühren, die zuletzt 2012 für den Zeitraum von drei Jahren festgelegt wurden, sollen dann im Gemeinderat 2015/2016 auf den Prüfstand kommen. In diesem Rahmen wollen sich Verwaltung und Bürgervertreter auch die Beiträge für die erweiterte Ganztagsbetreuung anschauen.