Weihnachtsfeier in der Diakonie für Bedürftige und Einsame
Die Sehnsucht nach heiler Welt

Der Tisch ist gedeckt, es riecht nach frisch geschälten Orangen und Klaviermusik erklingt – die Diakonische Bezirksstelle Kirchheim hat auch dieses Jahr wieder einen „heiligen Nachmittag“ im Café im Eckpunkt veranstaltet. Dazu eingeladen waren alle, die diesen Nachmittag in weihnachtlicher Gesellschaft verbringen wollten.

Kirchheim. Wie jedes Jahr fand auch an diesem Heiligen Abend die traditionelle Weihnachtsfeier in der Diakonie in Kirchheim statt. Dort können einsame und bedürftige Menschen Weihnachten in Gesellschaft feiern.

Ungefähr 30 Gäste nahmen das Angebot der caritativen Einrichtung in Anspruch. Für sie standen Gebäck, gesponsert von der Bäckerei Scholderbeck, und ein Abendessen, das die Metzgerei Hepperle spendete, bereit. Die meisten Gäste sind schon seit vielen Jahren mit dabei, und kommen gerne wieder. „Es ist wirklich immer sehr nett hier. Die Diakonie ist eine hervorragende Institution. Hier ist man jederzeit willkommen und alle sind hilfsbereit“, schwärmt Günther Stark, einer der Besucher, dem die Diakonie schon in vielen Lebenslagen aus der Klemme geholfen hat.

Beim gemeinsamen Kaffee wird viel geredet und gelacht, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen sich oft schon seit Jahren, und viele haben gar angestammte Sitzplätze. Es kommen aber auch jedes Jahr mehr neue Gäste dazu: „Es spricht sich immer mehr herum und die Leute trauen sich öfter, hierher zu kommen“, erklärt die Leiterin der diakonischen Bezirksstelle und Organisatorin der Weihnachtsfeier, Ingrid Riedl. „An Weihnachten bekommen viele eine Sehnsucht nach heiler Welt und Dazugehören“, so Riedl. Sie führt das darauf zurück, dass gerade an Weihnachten bei den Bedürftigen der Bruch zwischen ihnen und dem Rest der Gesellschaft deutlich wird.

Ein Stück dieser heilen Welt soll durch die alljährliche Weihnachtsfeier der Kirchheimer Diakonie ermöglicht werden. Hier können die Bedürftigen nicht nur essen und sich unterhalten, sondern es wird auch eine Weihnachtsgeschichte vorgelesen und alle singen gemeinsam Weihnachtslieder. So konnten die Besucher mit den Diakoniemitarbeitern insgesamt vier Stunden lang Weihnachten genießen.

Außer Ingrid Riedl sind alle der anwesenden Diakoniemitarbeiterinnen ehrenamtlich im Café Eckpunkt. Aber es helfen auch viele der Gäste bei der Diakonie mit, die froh sind, wenn sie etwas zu tun haben. Vom Arbeitslosen über den Kraftfahrer bis hin zum Schäfer waren alle versammelt. Hier können die Gäste sich austauschen, darüber, wer sich wegen der Praxisgebühr nicht ärztlich behandeln lassen kann, oder darüber, wie es ist, den eigenen Kindern kein Hochzeitsgeschenk kaufen zu können.

In der Diakonie in Kirchheim wird seit zwölf Jahren daran gearbeitet, den Bedürftigen der Region rund um die Teck einen schönen 24. Dezember zu bescheren.